Das musikalische Duo Ptolemaios Armaos und Syavash Rastani in der Kempener Paterskirche

Konzert in der Paterskirche : Griechisch-iranischer Dialog in Kempen

Das musikalische Duo Ptolemaios Armaos und Syavash Rastani gastierte in der Paterskirche.

Das Instrument, mit dem der aus Griechenland stammende Kölner Musiker Ptolemaios Armaos nach Kempen kam, war schnell als Gitarre identifiziert. Weniger leicht zuzuordnen war, was sein Duo-Partner Syavash Rastani zum „Griechisch-Iranischen Dialog“ mit in die Kempener Paterskirche brachte. Es sah aus wie ein riesiges Rotweinglas, bestand allerdings aus Holz und Fell. Zu Recht durfte man ein Perkussionsinstrument vermuten. Es war eine persische Trommel, genannt Tombak.

Wer bei einer Trommel an zackige Marschrhythmen denkt, merkte schnell, dass hier etwas ganz anderes vorgestellt wurde. Mit großer Fingerfertigkeit und zugleich viel Sensibilität entlockte Rastani seinem Instrument sehr zarte Töne. Die konnte er mit sehr unterschiedlichen Klangfarben und Höhen erzeugen. Tiefe Töne erinnerten an den Klang einer großen Trommel, wahlweise harte und weiche Klänge waren auch in deutlich höheren Lagen zu hören.

Gleichermaßen zart und virtuos war das Gitarrenspiel von Armaos. Den Klang seines Instruments wusste er zu variieren, so, als könnte er auf der Gitarre verschiedene Register einsetzen. Auch wenn sich seine Finger leicht und locker über das Griffbrett bewegten, lag seinem Spiel stets eine poetische Note zugrunde. Das durfte auch sein Partner Rastani für sich in Anspruch nehmen, selbst in einem Stück für Tombak Solo. Dass Rastani auch mit einer Handtrommel europäischer Bauart geschickt umgehen konnte, war zu erwarten. Überraschender war da schon, dass er auch als Klarinettist in Erscheinung trat. Dabei brauchten die Zuhörer auf Perkussion nicht zu verzichten: die besorgte dann Armaos auf der Gitarre. Der Gitarrist ließ auch das Vokale zu seinem Recht kommen, mitunter auch zweistimmig im Duett mit Rastani.

Die Musik stammte teils aus eigener Feder, teils aus Arrangements ganz unterschiedlicher Quellen. Mit argentinischen Weisen begann und endete das Programm. Dazwischen gab es einen brasilianischen Standard, Melodien aus den Bergen des Balkan, Finnisches und eben eigene Kompositionen mit Titeln wie „Unvergessene Träume“, „Flug“ und „Offener Himmel“.

Trotz der schon sehr sommerlichen Temperaturen ging es abschließend mit einem Bossa Nova als zweiter Zugabe in dem altehrwürdigen Gotteshaus noch einmal so richtig lebhaft zur Sache.

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