Das Kreisjugendamt war zu Gast im Oedter Rathaus, die Resonanz war jedoch schwach.

Kreisjugendamt zu Gast im Oedter Rathaus : Grefrather Jugendliche sollen sich aktiver  in die Politik einbringen

Das Kreisjugendamt war zu Gast im Oedter Rathaus, die Resonanz war jedoch schwach. Es ist ein weiter Weg zum angestrebten Ziel.

Ziel ist es auch in Grefrath, mehr junge Leute mitzunehmen oder Verbesserungsvorschläge zu machen – mit dem Ziel, dass sie sich aktiv, sei es in Vereinen oder in Parteien, beteiligen. Erst kürzlich hatte sich der Gemeinderat unter dem Stichwort der „Partizipation“ für einen Wissenschaftler, Pädagogen oder Sozialarbeiter, männlich oder weiblich, ausgesprochen, der in die Schulen geht und Kontakt zu den Jugendlichen sucht, sie vielleicht dadurch zu einem Praktikum in der Gemeinde bewegt. Dass es noch ein weiter Weg ist, zeigte sich am Donnerstagabend im Oedter Rathaus.

„Wir haben genügend Flyer in den Schulen, Rathäusern, im Jugendzentrum verteilt, darüber hinaus Vereine und Verbände angeschrieben“, sagte Kreis-Jugendpflegerin Sylvia Wejchenig-Glinka. Sie stand gerade mit ihrer Kollegin Judith Botthast vor einem Plakat, das am Rathausportal hing. „Wir reden mit“, stand in großen Lettern darauf. Hintergrund der Initiative ist, dass Rainer Müller, Jugendhilfeplaner beim Kreisjugendamt, demnächst den neuen Kinder- und Jugendförderungsplan neu auflegen muss. Daher hat das Kreisjugendamt jetzt mit seiner Tour durch die Kommunen, für die es zuständig ist, begonnen, um von den jungen Leuten zu erfahren: Wie nutze ich meine Freizeit, was gefällt mir in Grefrath, was nicht, wie sehen meine Verbesserungsvorschläge aus, kann ich mich selbst irgendwie oder irgendwo einbringen?

Die Resonanz war erschreckend schwach. Angesprochen waren junge Leute, zwischen 14 und 21 Jahre alt. Nur sechs Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren waren der Einladung gefolgt. Es gab Gummibärchen, Getränke, sogar eine mobile Pizzeria rollte vor das Rathaus. Drinnen begannen die Jugendlichen, so Maurice, Aaron, Jan oder Jakob, auf Stellwände und Plakate ihre Wünsche zu schreiben. Es war alles dabei: ein veganes Restaurant, ein Streichelzoo im Schwingbodenpark, eine Skaterbahn in Grefrath, eine Disco im Freibad oder ein schnelleres Internet im „Dingens“. Überhaupt kein Verständnis hatten die jungen Leute, dass über die Schließung des Freibades nachgedacht wird. „Das ist einer der wichtigen Treffpunkte für viele von uns“, äußerte der 16-jährige Maurice Storz, der auch seine Meinung zu den freitäglichen Schul-Demos für eine bessere Umwelt hatte. „Ich suche gerade einen Ausbildungsplatz, möchte ein gutes Zeugnis bekommen und kann mir daher das Schwänzen des Unterrichts nicht erlauben, in den Ferien mache ich natürlich mit“, meinte der Schüler der Schule an der Dorenburg.

Was noch notiert wurde: mehr Infos über Cybermobbing oder Mobbing im Allgemeinen zu bekommen, außerdem wurde eine allumfassende Aufklärung über Drogen gewünscht. Weitere Wünsche waren mehr Musik- und Sportereignisse. Die Mitarbeiter des Kreisjugendamtes nahmen für ihre Auswertung die beschriebenen Plakatwände mit. Einige der Jugendlichen arbeiten bereits ehrenamtlich im Jugendzentrum „Dingens“ mit, wie Maurice Storz und Aaron Albustin, beide 16. Sie hatte dort zuletzt einen Foto-Kurs angeboten, der allerdings kaum Resonanz fand. In Kürze wollen sie einen zweiten Versuch starten.

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