1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Das Freilichtmuseum Grefrath hofft auf Postkarten für eine Ausstellung

Niederrheinisches Freilichtmuseum in Grefrath : Aktion: Schreiben Sie uns eine Postkarte!

Das Niederrheinische Freilichtmuseum des Kreises Viersen in Grefrath startet für eine neue Ausstellung im April eine Mitmach-Aktion und ruft dazu auf, Postkarten an das Museum zu schicken.

Obwohl das Niederrheinische Freilichtmuseum des Kreises Viersen in Grefrath nun schon seit Wochen geschlossen ist, beziehen die Museumsmitarbeiter Interessierte und Besucher in einer Mitmach-Aktion für eine neue Ausstellung zur Kulturgeschichte der Postkarte mit ein. Sie wünschen sich Postkarten von nah und fern, die zu einer bunten Collage zusammengesteckt werden sollen.

Das Museum ist zwar geschlossen, aber die Arbeit, so bestätigt Museumsleiterin Anke Petrat, gehe weiter. „Die Tiere müssen versorgt und die Außenanlagen und Felder gepflegt werden“, sagt sie. Aber nicht nur der Museumsbauer ist aktiv. Mitarbeiter machen täglich einen sorgfältigen Rundgang durch alle Gebäude, lüften die Räumlichkeiten drehen Heizungen an und entfernen Spinnweben, damit bei einer Wiedereröffnung für die Besucher alles wieder bereit steht.

„Wir arbeiten im Stillen“, sagt Anke Petrat mit Blick auf ihren gut gefüllten Schreibtisch. „Wir planen unsere Ausstellungen und Märkte ins Ungewisse, aber in der Hoffnung, dass in diesem Jahr vieles wieder besser wird“, erklärt sie. So sind im bereits digital veröffentlichten Jahresprogramm 2021 Mairitt, Bauernmarkt und Treckermarkt sowie Ausstellungseröffnungen im April und im Oktober aufgeführt. „Unsere Ausstellungen in der Dorenburg haben meist eine Vorlaufzeit von gut zwei Jahren“, erklärt Anke Petrat die akribische Vorbereitungszeit der Museumsmitarbeiter.

 Museumsleiterin Anke Petrat ist auf eine coronakonforme Wiedereröffnung vorbereitet.
Museumsleiterin Anke Petrat ist auf eine coronakonforme Wiedereröffnung vorbereitet. Foto: Heiner Deckers/heiner Deckers

Von dieser Vorlaufzeit war auch Volontärin Lena Heerdmann (25) betroffen. „Als ich mein Volontariat im August 2019 begann, stand schon fest, dass im April 2021 eine Ausstellung zum Thema ‚Grüße aus nah und fern’ stattfinden sollte“, erinnert sie sich. Ihr wurde neben anderer wissenschaftlicher Arbeit im Museum die Aufgabe übertragen, diese Ausstellung zu kuratieren. Die aus Kevelaer stammende junge Frau wollte nach ihrem Masterstudium der Geschichte und Englisch in Essen gerne ein zweijähriges Volontariat im Museum absolvieren. „Die Zusage des Freilichtmuseums hier in Grefrath sagte mir sehr zu. In einem kleinen Team mit Anke Petrat und Kevin Gröwig kann ich projektbasiert arbeiten“, sagt Heerdmann, deren Volontariat am 31. Juli endet.

Deshalb hofft sie natürlich umso mehr, dass „ihre“ Ausstellung zur Kulturgeschichte der Postkarte vor ihrem Weggang noch von vielen Besuchern gesehen werden kann. Sie hat nämlich auch die Menschen im Kreis stark mit eingebunden, indem sie vor einigen Monaten Interessierte bat, Ausstellungsstücke rund um die Post einzuschicken. Um die Schau, die am 25. April eröffnet werden soll abzurunden, hat sie nun noch einmal einen Aufruf gestartet, neue Postkarten an das Museum zu senden. Daraus soll eine große, bunte Collage entstehen. Auch auf die Texte ist Lena Heerdmann gespannt: „Mich interessiert es, zu erfahren, wie Menschen heute neben WhatsApp und Mails den Erhalt und das Schreiben einer Postkarte empfinden.“

 Anke Petrat und Kevin Gröwig planen Ausstellungen mit einem Vorlauf von zwei Jahren.   Archivfoto: Norbert Prümen
Anke Petrat und Kevin Gröwig planen Ausstellungen mit einem Vorlauf von zwei Jahren. Archivfoto: Norbert Prümen Foto: Norbert Prümen

Auch der stellvertretende Leiter des Museums Kevin Gröwig plant für eine Wiedereröffnung nach der Pandemie. Am 24. Oktober soll die Ausstellung „Tatü-Tata! Spielzeuge im Einsatz“ gezeigt werden. Auch wenn die Mitarbeiter fleißig hinter den Kulissen organisieren, ein Museum lebt von den Besuchern, von den bunten Märkten und den guten Düften aus dem Backhaus.