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Das bietet das Rhein-Maas-Berufskolleg in Kempen

Wege in den Beruf : Das bietet das Rhein-Maas-Berufskolleg in Kempen

Knapp 3000 Schüler, 182 Pädagogen und fünf Fachbereiche mit 29 Bildungsgängen – das sind die aktuellen Zahlen des Rhein-Maas Berufskollegs. Die Schülerzahlen sind auch in Pandemie-Zeiten stabil.

Die Wege in den Beruf sind vielfältig. Das greift das Rhein-Maas-Berufskolleg des Kreises Viersen mit seinen vier Standorten, darunter zwei in Kempen, auf. Dort finden Auszubildende ihre Berufsschule und junge Menschen zudem eine Vielzahl von Vollzeitlehrgängen, die sie auf einen Beruf und einen Abschluss vorbereiten. Im Rahmen der einjährigen Berufsorientierung kann der Hauptschulabschluss gemacht werden. Die Internationale Förderklasse bereitet Jugendliche mit keinen oder wenigen Deutschkenntnissen auf das deutsche Schulsystem vor. Das Abitur kann genauso abgelegt werden wie die Fachoberschulreife.

Insgesamt stehen den Schülern fünf Fachbereiche mit insgesamt 29 Bildungslehrgängen zur Verfügung. Bei den Fachbereichen handelt es sich um Agrarwirtschaft, Technik, Wirtschaft und Verwaltung sowie Gesundheit, Erziehung und Soziales. Hinzu kommt der Fachbereich berufliche Orientierung.

Mit über 950 Schülern ist der Bereich Technik am stärksten frequentiert. Es folgen Wirtschaft und Verwaltung mit rund 681 Schülern und der Gesundheitssektor mit 583 Schülern. Über 200 Schüler besuchen den Zweig Agrarwirtschaft,  über 250 Schüler nutzen die berufliche Orientierung. In diesem Bereich arbeitet das Berufskolleg mit verschiedenen Trägern zusammen, die Praktika in Betrieben ermöglichen. Zwei Tage stehen dem Unterricht in der Schule zur Verfügung, während drei Tage in einem Betrieb verbracht werden. Die Vollzeitlehrgänge zeichnen sich durch einen starken Praxisbezug aus.

Dank vieler Kooperationspartner ist es dem Berufskolleg auch in Pandemie-Zeiten möglich, Praktika anzubieten. Die Pandemie prägt nichtsdestotrotz das Schulleben im Rhein-Maas-Berufskolleg: Aktuell sind lediglich die Abschlussklassen im Wechselunterricht vor Ort. Jede Klasse wurde in A und B geteilt. Damit kommen Kleingruppen von maximal 15 Schülern zusammen. Unterrichtet wird im Wochenrhythmus. Je nach Lerngruppen verläuft der Unterricht so, dass die Schüler im Rahmen ihrer Daheimwoche Aufgaben für die gesamte Zeit gestellt bekommen, diese bearbeiten und während des anschließenden Präsenzunterrichts besprechen. Die andere Variante: Daheim weilende Schüler schalten sich zu.

Antonio Liepold, der unter anderem Deutsch im Rahmen der zweijährigen Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung unterrichtet, hat in diesem Fach 13 Schüler im Präsenzunterricht im Klassenraum vor sich. Die restlichen 13 Schüler schalten sich von Zuhause online zu. „Das klappt sehr gut. Wir nutzen die Plattform ,Teams’ und können auf diesem Wege hervorragend miteinander arbeiten“, sagt der Lehrer, der auch für die Öffentlichkeitsarbeit des Berufskollegs zuständig ist.

Liepold lobt die gute Ausstattung der Schule in allen Bereichen, angefangen von den modernen Holz- und Metallwerkstätten bis hin zu der hochmodernen Halle für die Mechatroniker und dem Verkaufsübungsraum für die Einzelhandelskaufleute. Die digitale Infrastruktur sei bestens. Jeder Schüler hat eine eigene E-Mail-Adresse, das komplette Office-Paket steht jedem zur Verfügung, und der Schulträger hat allen Schülern, denen ein entsprechendes Medium fehlte, einen Laptop zur Verfügung gestellt. Dazu kommen das hauseigene Corona-Schnelltestzentrum und die gute Versorgung mit Masken.   

Bei den Anmeldezahlen hat das Berufskolleg durch Corona keinen Einbruch. Die Nachfrage ist nach wie vor stark. Nach der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse startete die Schullaufbahnberatung – corona-bedingt als digitales Angebot. „Die Anmeldezahlen sind sehr gut. Wobei wir noch keine genauen Zahlen nennen können, da die Anmeldung noch läuft“, sagt Liepold.

Auch im dualen System der Berufsausbildung sieht alles normal aus. Betriebe wollen ausbilden und melden ihre Azubis an. Die Vielfalt der Bildungsgänge und der damit einhergehenden Abschlüsse machen das Berufskolleg zu einem attraktiven Schulangebot, das aktuell von knapp 3000 Schülern genutzt wird. 182 Pädagogen sind im Einsatz, die jeden Schüler auch in der aktuellen schwierigen Situation erreichen.