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Corona-Schutzverordnung erschwert Kita-Eingewöhnung in Kempen

Kita-Eingewöhnung in Kempen : Corona erschwert Kita-Eingewöhnung

Für die ganz Kleinen beginnt eine spannende Zeit: Sie dürfen endlich in den Kindergarten. Doch in Zeiten der Corona-Schutzverordnung ist das alles gar nicht so einfach mit der Eingewöhnung.

Laura Baumert zieht Noah liebevoll zurück an den Tisch: „Wir frühstücken hier“, sagt die 31-jährige Gruppenleiterin der Bienchen in der evangelischen Kita St.-Peter-Allee in Kempen. Noah ist gerade zwei geworden. Für ihn ist alles neu, und auch für die Erzieherinnen ist es eine komische Zeit, denn es gibt viele Regeln, die sie während der Corona-Pandemie nun strikt einhalten müssen. „Für die Kinder sind wir zunächst einmal fremd, und dann tragen wir gerade auch noch Maske, das ist wirklich nicht einfach für die Kleinen“, sagt Anne Burgtorff, ebenfalls Erzieherin in der Gruppe. Dadurch würden sie nur die Augen sehen, ein Lächeln würde unter der Maske verborgen bleiben.

Seit vergangenem Montag hat die Kita nach den Sommerferien wieder geöffnet, und sieben neue Kinder zwischen ein und zwei Jahren kommen in die Bienchen-Gruppe. Es gilt ein grundsätzliches Betretungsverbot für die Einrichtung für die Eltern. Einzige Ausnahme: die Eingewöhnung. Alexander Ellrich ist in der Leseecke, natürlich auch mit Maske, während Tochter Ida mit den anderen Kindern am Frühstückstisch sitzt. Nach den ersten fünf Tagen sagt der Kempener: „Am Anfang brauchte sie schon die halbe Stunde, um warm zu werden, jetzt klappt es schon ganz gut.“

Die Erzieher (v. li.) Anne Burgtorff, Alexander Ellrich und Natalie Krafczyck versuchen, trotz Masken zu lächeln. Foto: Norbert Prümen

Die Kinder müssen ihr Frühstück und eine Wasserflasche gerade selbst mitbringen. Wegen Corona kann es derzeit kein Buffet geben. Den Abstand zu halten, ist zwischen den Erzieherinnen und den Kleinen nahezu unmöglich. „Gerade die Kleinen brauchen den Körperkontakt, sie kommen immer wieder und schmiegen sich an“, sagt Sarah Grallert, ebenfalls Erzieherin in der Kita.

Die Eingewöhnung findet in diesem Jahr unter besonderen Vorkehrungen statt: Abstand halten, Masken tragen, Hände waschen, desinfizieren. Auch die „Schnuppertage“ vor den Ferien fielen aus. So konnten Eltern und Kind die Einrichtung und Gruppe im Vorfeld nicht besuchen und erste Kontakte knüpfen. „Deshalb haben wir jetzt sogenannte Aufnahmegespräche“, erklärt Anne Burgtorff. Hier erfahren die Erzieherinnen die Vorlieben, Abneigungen, Probleme oder Rituale des neues Kindes von den Eltern.

Die erste Woche geht zu Ende, und die Kinder fühlen sich wohl: Ida entdeckt den Nebenraum, Noah holt die Autos aus der Kiste, während seine Mutter Natalie Krafczyk kurz nach Hause kann: „Man muss den Tag etwas planen, ich habe auch noch Homeoffice“, sagt die zweifache Mutter. Sie freut sich, dass es mit ihrem Sohn schon so gut läuft und es nächste Woche im Regelbetrieb wieder weitergeht, dennoch sagt die Kempenerin: „Es wird ein anderes Kita-Jahr werden, ich gehe davon aus, dass es coronabedingt immer mal wieder zu Unterbrechungen kommen wird.“

Um noch mehr Abstand zu gewährleisten, findet die Eingewöhnung auch in zwei Gruppen statt. So kommen die Ersten von 8 bis 9 Uhr und anschließend die Nächsten wieder für eine Stunde. Auch für die Eltern gibt es unterschiedliche Räume im Haus, wo sie sich in der Zeit aufhalten können.

Auf die nächste Woche freuen sich die Erzieherinnen, jedoch sind auch Ängste da: „Wenn dann alle wieder aufeinandertreffen und die Gruppen sich mischen, das kann auch nach hinten losgehen“, fürchtet Sarah Grallert. Auf der anderen Seite können dann Geschwisterkinder wieder draußen miteinander spielen und die Kleinen, wenn sie sich allein fühlen, bei dem großen Bruder oder der Schwester in der anderen Gruppe kurz „Hallo“ sagen.

Was aber bleibt: Die Eltern müssen weiterhin draußen bleiben, die Kinder essen nur gruppenweise zu Mittag, und das Frühstück soll zu Hause zubereitet werden. Die Maske und die strengen Hygienevorschriften bleiben ebenfalls Bestandteil des neuen Kita-Jahres. Das Absperrband auf dem Außengelände wird ab kommender Woche verschwinden. Gibt das ein Stück Normalität zurück? Das ist schwer zu beantworten.