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Corona: Mobiles Diagnose-Zentrum in Kempen erstmals im Einsatz

Corona : Mobiles Diagnose-Zentrum nimmt den Betrieb auf – erster Standort war Kempen

Am Dienstag startete die rollende Untersuchungseinrichtung in Kempen. Sie fährt alle Kommunen im Kreis Viersen an. Nächster Halt ist in Viersen.

Die Schlange der wartenden Autos war auf der Schorndorfer Straße in Kempen schon vor der Öffnung des neuen mobilen Corona-Untersuchungszentrums lang. Rund um das ehemalige Arnoldgelände am Kempener Bahnhof ging zeitweise verkehrstechnisch fast gar nichts mehr, bevor das Diagnosezentrum gegen 13 Uhr am Dienstag den Betrieb aufnahm. Kurzfristig hatte der Kreis Viersen am Montagabend den Standort auf den Parkplatz auf dem Gelände von Kerzen Engels gegenüber dem Standort der Bundespolizei festgelegt. Eigentümer Thomas Engels hatte zuvor seine Zustimmung gegeben. Mitarbeiter der im benachbarten Arnoldhaus ansässigen hausärztlichen Gemeinschaftspraxis waren in Vollschutz im Einsatz, um denjenigen, die entweder zu Fuß oder mit dem Auto erschienen waren, einen Abstrich im Mund zu entnehmen.

Die beiden Ärzte Dr. Arnd Berson und Margot Kops hatten jede Menge zu tun. Denn bis zum Vormittag hatten Arztpraxen beim Kreis mehr als 200 Patienten zum Corona-Test angemeldet. Mit dem mobilen Diagnosezentrum, auf das sich Kreisverwaltung und Kassenärztliche Vereinigung im Vorfeld verständigt hatten, will man die örtlichen Arztpraxen bei den Tests entlasten.

„Wir wollen mit dem mobilen Diagnosezentrum den Bürgern im Kreisgebiet entgegenkommen“, erklärte Kreisgesundheitsdezernentin Katarina Esser, die sich am Dienstagmittag in Kempen über den Ablauf der Aktion informierte.

Möglich gemacht hat das Vorhaben auch der Willicher Unternehmer Heinz-Josef Bermes. Er hatte in Absprache mit Kreisbrandmeister Rainer Höckels einen ausrangierten Container der Duisburger Feuerwehr beschafft und für das Diagnosezentrum herrichten lassen. Für Bermes, der sein Logistikunternehmen im Gewerbegebiet Münchheide in Willich hat, war die Aktion Ehrensache. Seit 42 Jahren ist er Mitglied im Löschzug Anrath der Freiwilligen Feuerwehr und hilft seit Jahren der Wehr, wenn sie Hilfe benötigt. Auf seinem Gelände sind Sonderfahrzeuge der Feuerwehr geparkt, mit seinen eigenen Tankwagen hat er schon bei Bränden und während der extremen Trockenheit in den Sommermonaten ausgeholfen, um Wasser zu Einsatzstellen der Feuerwehr zu transportieren. „Wenn andere Menschen sich jetzt ehrenamtlich in der Krise einsetzen, dann mache ich das selbstverständlich auch“, sagte Bermes. Über Kosten seiner speziellen Hilfsaktion wollte er nicht reden. Den Container hat er kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Am Mittwoch fanden die Abstriche unter eigens aufgestellten roten Partyzelten statt. Die Tests sollen möglichst nicht in geschlossenen Räumen stattfinden, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten. Autofahrer konnten im Wagen sitzen bleiben. Durchs offene Seitenfenster entnahm Dr. Berson die Speichelprobe.

Zunächst sind drei Standorte geplant, an denen das mobile Diagnosezentrum in den kommenden Wochen Station macht. Neben Kempen gibt es Testaktionen in Viersen und Nettetal. Kritik hatte es bereits aus Willich gegeben, weil für die zweitgrößte Stadt im Kreis kein eigener Untersuchungsstandort vorgesehen ist. Man werde die Lage in der Corona-Krise abwarten und gegebenenfalls über weitere Standorte entscheiden, so Dezernentin Esser.

Wichtig: Die Tests sind jeweils in der Zeit zwischen 13 und 16 Uhr möglich. Personen, die sich testen lassen wollen, benötigen eine Überweisung ihres Hausarztes und müssen von diesem für den Abstrich angemeldet sein. Das Testergebnis wird nach einer Untersuchung in einem Labor zunächst dem Hausarzt mitgeteilt. Der informiert seinen Patienten, fällt der Test positiv aus, informiert der Hausarzt das Kreisgesundheitsamt.