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Stadt Kempen: Comedy-Nacht bot nur Mittelmaß

Stadt Kempen : Comedy-Nacht bot nur Mittelmaß

Die Premiere der Veranstaltung im Rahmen der Kempener Kulturreihe "Comedy & Kabarett" enttäuschte. Das Publikum war wenig begeistert. Einige Zuschauer verließen in der Pause das St. Huberter Forum.

Die Premiere der Veranstaltung im Rahmen der Kempener Kulturreihe "Comedy & Kabarett" enttäuschte. Das Publikum war wenig begeistert. Einige Zuschauer verließen in der Pause das St. Huberter Forum.

Eine solche Comedy-Nacht braucht Kempen nun wirklich nicht. Die Premiere einer Show mit einem Moderator und drei Comedians am Montag- und Dienstagabend im St. Huberter Forum blieb allenfalls auf Mittelmaßniveau.

Christopher Köhler führte durch das Programm. Er nennt sich Comedy-Zauberer und wollte mit seiner Show die gängigen Magieraufführungen veralbern. Allerdings gelang dies nur mäßig. Die Tricks, die er zeigte, konnten einem kaum ein Lächeln abringen. Und da der Funke zum Publikum nicht so richtig übersprang, forderte er mit - gefühlt - jedem dritten Satz die Begeisterung der Besucher. Richtiger Glanzpunkt des Abends war da Anna aus dem Publikum, die er für einen Zaubertrick nicht ganz freiwillig auf die Bühne holte. Anna stahl dem Künstler mit ihrem Charme und bodenständigen spontanen Humor doch glatt die Show.

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Auf Kreuzfahrtschiffe entführte der Mainzer Michael Eller die Zuschauer. Schon 46 Mal sei er mit so einem Schiff gereist, erzählte er. Zwar war die eine oder andere Beobachtung des Kreuzfahrtpublikums gut überspitzt formuliert, aber es blieb dann doch meist bei ziemlich platten Witzen. Die Serie "Traumschiff" und ähnliches ließen grüßen. Und irgendwie wunderte man sich nicht, dass der Mann seinen Lebensunterhalt mit Auftritten auf solchen Schiffen bestreitet. Amüsement auf Massenniveau, wo das Publikum noch nicht einmal weglaufen kann. Was ein Teil der Besucher am Montagabend im Forum aber tat, denn einige Plätze blieben nach der Pause leer.

Gut, dass es wenigstens noch Olaf Bossi und Roberto Capitoni am Montagabend gab. Die machten den Abend dann wenigstens teilweise zum Vergnügen. Bossi besang in bester Liedermachermanier einfachen Alltag. Ein Morgen ohne Kaffee, der zur hilflosen Suche nach dem schwarzen Gebräu wird und am Ende bei der Polizei aufhört. Köstlich war auch der Gesang auf die Frau, die ständig Schuhe braucht: der altbekannte Seufzer des Mannes, der mit drei Paaren auskommt, während sie tausend hat. Manchen geplagten Eltern schien Bossi mit einem Schlaflied für sein Kind aus dem Herzen zu singen. Denn während das Kind noch munter ist, fallen Papa langsam die Augen zu. Herrlich brachte Bossi diese Lieder immer mit einem Augenzwinkern, aber stets sehr liebevoll beobachtet.

Roberto Capitoni war für den eigentlich geplanten Matthias Jung eingesprungen. Wie Bossi ist er Halbitaliener, aber auch noch Schwabe. Er war mit seinen kleinen Szenen so etwas wie ein Wirbelwind im Programm. Er nahm Mafia-Bosse in den gängigen Filmen auf die Schippe und drohte dem Publikum, er hätte genug Beton dabei, um es irgendwo zu versenken. Apropos Filme: Die könnte man doch auch einmal rückwärts spielen. Dann würden Kate Winslett und Leonardo di Caprio auch erfolgreich von der "Titanic" gerettet. Capitoni spielte da gelungen mit der Fantasie seiner Zuhörer. Denn schließlich kennt jeder die Szenen, die er beschreibt.

Am Ende gab es zwar Applaus, aber keinesfalls mit viel Begeisterung für das Gesehene und Gehörte. Wahrscheinlich waren Akteure wie auch Publikum froh, dass keiner eine Zugabe forderte.

INFO: Nächstes Kabarett Montag, 4. Juni und Dienstag, 5. Juni René Steinberg mit dem Programm "Irres ist Menschlich - Selbstironie für Alle!". Beginn jeweils um 20 Uhr im St. Huberter Forum. Karten im Kulturforum Franziskanerkloster, Burgstraße 19, Telefon 02152/ 917264 oder per e-mail unter "mailto:kartenverkauf@kempen.de"

(sr)