Kempen: Christoph Pasch lud ins offene Atelier ein

Kempen: Christoph Pasch lud ins offene Atelier ein

Gemeinsam ist Christoph Pasch, Armin Korsmeier und Fossi, dem Gabelkünstler, die Konzentration auf plastische Kunst. Als Hausherr Pasch ins offene Atelier auf den Brammenhof in Kempen-Unterweiden einlud, zeigten er und seine Mitstreiter zugleich höchst unterschiedliche Ansätze.

Pasch ist Bildhauer und Kunstgießer in einer Person. Korsmeier bevorzugt kleinere Formate in der konträren Auseinandersetzung mit informeller und figürlicher Formensprache, während Fossi, der Gabelkönig, die Ehrfurcht vor dem Schmuckhandwerk vergangener Zeiten zelebriert.

Vom Guss bis zum Patinieren

"Als ich das Atelier hier aufgemacht habe, kam mein Vater noch jede Woche", erzählt der 59-jährige Pasch. Er erkennt eine wichtige Aufgabe darin, Werke des vor 25 Jahren verstorbenen Bildhauers Clemens Pasch werkgetreu und fachgerecht in Bronze umzusetzen. Anders als die meisten Bronzegießer führt Pasch alle Arbeitsschritte vom Guss bis zum Ziselieren und Patinieren aus. Die Arbeit ist sichtbares Bindeglied im künstlerischen Schaffen von Vater und Sohn. Denn Pasch gießt auch eigene Entwürfe sowohl für gegenständliche Objekte wie auch in der Auseinandersetzung mit natürlichen Fundstücken in abstrakter Anmutung.

  • Kempen : Die Baustelle Bahnstraße dauert länger

Korsmeier erschafft in Stein, Bronze, Wachs und Mischtechniken Spannungen organischer Flächen Der 49-jährige akademische Bildhauer greift seine Themen gerne in Varianten auf, um immer neue Facetten auszuloten. Er fühlt sich der Bildhauerei der 60er und 70er Jahre verwandt, widmet sich aber vereinzelt auch einer verhalten klassischen Körpergestaltung.

Wer sich im Fundus von Fossi, dem Gabelkönig, umsieht, versteht den zum Künstlernamen umgewandelten Spitznamen, über den der bürgerliche Name in Vergessenheit geriet. Fossis Leidenschaft gilt dem Ausgraben von Fossilien und der Fertigung von Schmuck aus altem Silberbesteck. Am Blasebalg mit Handbetrieb arbeitet er wie seine Vorgänger vor vielen Jahrhunderten und zeigt eine Vorliebe für mittelalterliche Ornamente und Formen. Sein Schaffen ist auch eine Verneigung vor der hohen Wertigkeit des alten Schmuckhandwerks.

(RP)
Mehr von RP ONLINE