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Stadt Kempen: Chinesen interessiert Altstadtplanung

Stadt Kempen : Chinesen interessiert Altstadtplanung

Eine Delegation aus der chinesischen Stadt Ningbo war jetzt in Kempen zu Gast. Sie zeigten sich sehr angetan von den Erläuterungen, die ihnen Bürgermeister Rübo und Denkmalreferent Schaaf zur Altstadtsanierung gaben.

Die Stadt Kempen ist ja immer stolz auf die gelungene Altstadtsanierung und dass diese oft als Modellprojekt für Städteplaner zitiert wird. Aber nun ist dies sogar ins Reich der Mitte vorgedrungen. Eine 20-köpfige Delegation aus China war jetzt die Kempen, um sich hier über "Schutz und Nutzung der Altstadt" zu informieren. Sie kamen aus Ningbo, der Partnerstadt von Aachen. Ningbo ist mit sechs Millionen Einwohnern eine der zweitwichtigsten Städte der Provinz Zhèjiang.

Bürgermeister Volker Rübo begrüßte die Gäste im Ratssaal. Er wies darauf hin, dass genau an diesem Platz vor 50 Jahren die Entscheidung zur Altstadtsanierung gefallen sei. Kempen sei glücklicherweise in der Bausubstanz vom Zweiten Weltkrieg ziemlich verschont geblieben, aber die Wohnverhältnisse in den engen Gassen der Stadt waren schlecht, so der Bürgermeister. Mehr als 25 Jahre habe sich die Sanierung hingezogen. Entstanden sei eine lebendige Altstadt. Diese stelle auch für Unternehmen einen wichtigen Standortfaktor dar. Unternehmen, die sich hier ansiedeln wollen, profitieren von der Lebensqualität in der Stadt, die sie ihren Mitarbeitern anbieten können.

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Sehr interessiert folgten die Chinesen dem Vortrag von Karl-Josef Schaaff, dem Leiter des Denkmalamts. Er zeigte anhand von Bildern die Entwicklung der vergangenen 50 Jahre. Die Mischung aus Wohnbebauung im Innenstadtbereich gekoppelt mit einem lebhaften Geschäftsleben und Freizeitangebot sowie die Ansiedlung von Gewerbe im Rund um die Stadt mache das Idealtypische der Sanierung aus, so Schaaff. Von Anfang an habe die Grundidee bestanden, kein "Freilichtmuseum", sondern eine lebendige Altstadt zu schaffen. Ausdrücklich lobte er die gute Zusammenarbeit von Stadt und Bürgern.

Auf Nachfrage der Besucher bestätigten er und Rübo, dass dies zwar manche lange Diskussion gefordert habe, aber im Endeffekt immer in beiderseitigem Einvernehmen geschah. Wie lange solche Entwicklungen denn dauerten, wollten die Chinesen wissen. Passendes Beispiel waren da der Klosterhof, dessen Planungen zehn Jahre in Anspruch nahmen oder jetzt das Neubauprojekt an der Peterstraße, wo nach zwei Jahren eine Lösung gefunden wurde. Im Anschluss unternahmen die Besucher einen Rundgang durch die Altstadt, wobei Schaaff noch einmal die Grundzüge seines Vortrages erläuterte. Die Besucher bedauerten, dass in ihrer Stadt aufgrund der Holzbauweise alte Gebäude so nicht mehr genutzt werden könnten wie in Kempen.

(RP)