CDU will Pläne für Burg in Kempen forcieren

Kempen : CDU: Bürger sollen bei der Burg mitreden

Die Kempener CDU möchte bereits jetzt über eine künftige Nutzung der Burg diskutieren. Den Bau eines Altenheims am Schmeddersweg lehnt man ab. Wohnungsbau und Schulsanierung sollen beschleunigt werden.

Der Kempener Stadtrat hat vor einer Woche beschlossen, die Burg vom bisherigen Eigentümer, dem Kreis Viersen, zu kaufen. Als Kaufpreis wurden zwischen Stadt und Kreis 205.500 Euro vereinbart. Die Kreisvolkshochschule (VHS) soll als Ankermieter die erste Etage belegen. Im Erdgeschoss sollen das Standesamt mit Trauzimmer und ein gastronomischer Betrieb untergebracht werden.

Die CDU-Stadtratsfraktion hat sich jetzt bei ihrer Frühjahrsklausurtagung in Straelen auch mit dem Thema Burg beschäftigt. Obwohl das Kreisarchiv erst im Laufe des Jahres 2021 aus der Burg in den geplanten Neubau nach Viersen-Dülken umziehen wird, wollen sich die Christdemokraten schon jetzt mit der künftigen Nutzung des Denkmals befassen. In die Überlegungen wollen sie die Bürger einbeziehen. „Wir sind für ein transparentes Verfahren“, betonte am Dienstag der CDU-Fraktionsvorsitzende Wilfried Bogedain bei einem Pressegespräch. Aus Sicht der CDU ist es dabei wichtig, den Bedarf und den Inhalt einer Gastronomie fachlich zu bewerten. Den Christdemokraten schwebt ferner vor, in der zweiten Etage der Burg Versammlungsräume für Vereine einzurichten. Dies müsse nun ebenso geprüft werden, wie auch die Kosten für eine Sanierung des Gebäudes verlässlich ermittelt werden sollen. Zu den Kosten: Vor geraumer Zeit hatte die von der Stadt beauftragte Assmann-Gruppe eine mögliche Sanierung – grob geschätzt – mit rund zehn Millionen Euro beziffert. Die CDU bildet eine Arbeitsgruppe, die möglichst bald einen eigenen Planungsvorschlag vorlegen soll. Der soll dann mit Bürgern öffentlich diskutiert werden.

Nicht nur die Zukunft der Kempener Burg war Thema bei der CDU-Tagung. Zentral ging es um den „Dauerbrenner“ neuen Wohnraum schaffen. Dabei hat die Union selbstverständlich das geplante Stadtquartier im Kempener Westen im Blick. Hier soll es in dem großen Gebiet kleinteilige Bauabschnitte geben. Dabei macht die CDU Dampf und will, dass die Planungen für einen ersten Abschnitt mit rund 400 Wohneinheiten nun zügig auf den Weg gebracht werden. Dabei soll es eine Mischung von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern geben. Die Mietwohnungen sollen bezahlbar sein. Dazu hat die CDU-Fraktion bereits mit Michael Aach, Vorstand der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) für den Kreis Viersen, gesprochen. Dabei hat die GWG in Aussicht gestellt, im Kempener Westen insgesamt bis zu 200 Wohnungen zu bauen.

Die CDU spricht sich für eine durchgehende Straßenverbindung vom nördlichen bis südlichen Kempener Außenring aus. Damit ist keine weitläufige Westumgehung gemeint, sondern eine Straße, die ziemlich nah am geplanten Stadtquartier verläuft und bestehende Straßen wie Oedter Straße, Birkenallee oder Berliner Allee entlasten soll.

In den CDU-Planungen spielt dagegen ein neues Altenheim im Kempener Westen keine Rolle. Den am Schmeddersweg geplanten Ersatzneubau für das Von-Broichhausen-Stift lehnt man ab. „Der Standort ist denkbar ungeeignet“, sagte Bogedain. Zudem: Ein Neubau im vorgezogenen Verfahren würde dazu führen, dass die Bewohner über mehrere Jahre in einer Großbaustelle leben müssten. Als Alternativ-Standort schlägt die Union eine Grünfläche an der Vorster Straße am Beginn des East-Cambridgeshire-Parks oder im Bereich Kleingartenanlage Steinpfad vor.

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