CDU Kempen wählte ihre Kandidaten für die Wahlbezirke zur Kommunalwahl 2020

CDU-Mitgliederversammlung : Aufbruchstimmung bei Kempens CDU

Die Christdemokraten haben ihr Personal gewählt, mit dem sie in die Kommunalwahl im Herbst ziehen wollen. Parteivorsitzender und Bürgermeisterkandidat Philipp Kraft betonte die Abgrenzung von der AfD.

„Wir können Kempen“ – mit diesem Slogan umschreibt der Parteivorsitzende und Bürgermeisterkandidat der Kempener CDU die Aufbruchstimmung, die bei den Christdemokraten herrscht. Selbstbewusst und mit breiter Brust geht die CDU in den Wahlkampf zu den bevorstehenden Kommunalwahlen am 13. September. Zuletzt hatten die CDU-Kandidaten alle 20 Wahlbezirke für die Stadtratswahl und die drei Wahlbezirke für die Kreistagswahl direkt geholt. Seit 70 Jahren stellt die Union den Kempener Bürgermeister.

Das Selbstbewusstsein zeigte sich auch bei der Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes am Mittwochabend im Kempener Kolpinghaus, 108 stimmberechtigte Mitglieder, darunter allein 22 Kandidaten für die Bezirke und weitere Bewerber für einen Platz auf der Reserveliste. 440 stimmberechtigte Mitglieder hat die CDU aktuell in Kempen. Dass auch die Kandidaten für die Reserveliste bestimmt werden mussten, hat vor allem formale Gründe. Die Reserveliste kam bei den vorigen Wahl gar nicht zum Tragen, weil die CDU eben alle Bezirke direkt geholt hatte.

Parteichef und Bürgermeisterkandidat Philipp Kraft lässt sich in seinem Kurs nicht beirren. Er will alle Parteimitglieder in die Vorbereitungen der Kommunalwahl einbeziehen. Die Schwerpunktthemen für den Wahlkampf sollen mit der Basis bei einem internen Workshop am Samstag, 7. März, diskutiert und festgelegt werden. Weitere Veranstaltungen, auch der Ratsfraktion mit Vereinen und Verbänden, soll es geben. Den Auftakt macht die Ratsfraktion mit dem Sport-Dialog am 21. April. Dazu sind Vertreter der Kempener Sportvereine ins Kolpinghaus eingeladen. Auch zu anderen Themenfeldern will die Ratsfraktion mit Interessengruppen ins Gespräch kommen. Die Junge Union bringt sich mit eigenen Ideen und Veranstaltungen in den Prozess ein. Das eigentliche Wahlprogramm will der Parteivorstand dann im Juni vorstellen.

Ziel bleibt laut Kraft, wieder alle Wahlbezirke zu holen. Der Parteichef lässt sich auch angesichts der politischen Großwetterlage nicht aus der Ruhe bringen. Die jüngsten Äußerungen des Kempener SPD-Vorsitzenden Stefan Kiwitz mit dem Versuch, CDU und FDP in Kempen in die rechte Ecke zu drängen, wies Kraft bei der Mitgliederversammlung entschieden zurück. Das sei eine Unverschämtheit gewesen, meinte er. Man werde die AfD nicht ignorieren. „Wir werden sie stellen“, betonte Kraft. Er sei überzeugt, dass auch Wertkonservative in der CDU eine Heimat hätten – auch in Kempen. „Ich bin überzeugt, dass wir auch diese Wähler erreichen“, sagte Kraft.

Er forderte die Mitglieder auf, mit Blick auf die Wahlen ihre Netzwerke zu aktivieren. „Denn die Kommunalwahl wird kein Selbstläufer“, betonte Kraft. Die Wahl im September sei für die Stadt Kempen auch eine Richtungsentscheidung. SPD und Grüne wollten den Linksruck, das müsse aus Sicht der Christdemokraten verhindert werden.

Wie geschlossen die CDU in der Thomasstadt derzeit auftritt, zeigte sich in der Tatsache, dass es nur in einem Wahlbezirk 3100 (Kita „Hoppetosse“ in Alt-Kempen) zwei Bewerber gab: Bei der Wahl setzte sich Ratsherr und Parteigeschäftsführer Heinz-Willi Schmitz gegen seinen Mitbewerber um diesen Bezirk, Martin von Hassel, deutlich durch. Eindrucksvoll waren die Voten für Peter-Josef Coenen (Kempen-Land) und Maximilian Thelen (Tönisberg), die beiden 101 von 108 möglichen Stimmen erhielten. Aber auch der größte Teil der anderen Kandidaten bekam deutliche Zustimmungswerte. Am Ende rangierte Ute Gremmel-Geuchen – sie tritt im Bezirk 3130 (Kempener Altstadt) erstmals an. Die Musikerin, Vorsitzende der Kempener Stolperstein-Initiative und ehemalige Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft, die erst seit 2017 der CDU angehört, erhielt 72 von 108 möglichen Stimmen.

Die drei nominierten CDU-Kandidaten für die Kreistagswahl am 13. September, Peter Fischer, Heile Höltken und Niklas Hell, müssen erst noch beim CDU-Kreisparteitag am 28. März in der Albert-Mooren-Halle in Oedt bestätigt werden. Ihre Aufstellung gilt indes als sicher. Peter Fischer ist Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, Heike Höltken gehört ebenfalls schon jetzt dem Viersener Kreistag an. Niklas Hell, der vor einiger Zeit von Grefrath nach Kempen umgezogen ist, ist auf Kreisebene über die Junge Union in der CDU gut vernetzt.

Auch um die Plätze im Kempener Ratssaal geht es bei der Kommunalwahl am 13. September. Derzeit hat die CDU 20 Stadtverordnete. Foto: Norbert Prümen

Unter den Kempener CDU-Parteimitgliedern, die die Versammlung aufmerksam verfolgten, waren  Bürgermeister Volker Rübo und einige Ratsmitglieder, die nicht mehr antreten, wie Vize-Bürgermeister Otto Birkmann, der ehemalige langjährige Fraktionsvorsitzende Wilfried Bogedain und die frühere Parteivorsitzende Rita Ulschmid.