CDU entscheidet bis zum Jahresende über eigenen Kandidaten für Kempener Spitzenamt

Rübo-Nachfolge : Bürgermeisterkandidat: CDU-Chef ist entspannt

Nach den Ferien will der CDU-Vorstand um Philipp Kraft das weitere Verfahren diskutieren. Bis Ende des Jahres sollen die Mitglieder bei einer Parteiversammlung über einen Kandidaten für die Rübo-Nachfolge entscheiden.

Philipp Kraft ist bei diesem Thema nach wie vor entspannt: Der Vorsitzende der Kempener CDU sieht für seine Partei keine Notwendigkeit, beim Thema Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahlen im kommenden Jahr in Hektik zu verfallen. Auch die Tatsache, dass SPD und Grüne bereits im März mit dem langjährigen Stadtsprecher Christoph Dellmans einen gemeinsamen Kandidaten für die Nachfolge von Bürgermeister Volker Rübo (CDU) – er tritt 2020 nicht mehr zur Wiederwahl an – nominiert haben, hat Kraft und seine Parteifreunde bisher nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Wir bleiben bei unserem verabredeten Fahrplan“, betonte Kraft noch einmal am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion.

Dieser Fahrplan sieht vor, dass sich der CDU-Parteivorstand nach den Ferien zusammensetzt, um über einen geeigneten Bewerber für das Spitzenamt im Rathaus zu beraten. Einen eigenen Kandidaten haben die Christdemokraten bislang nicht – zumindest ist ein solcher offiziell nicht bekannt. Philipp Kraft hat bislang stets offen gelassen, ob er selbst für diese Aufgabe zur Verfügung stehen würde. Dem 45 Jahre alten Personalmanager beim Weltkonzern 3M am Europastandort in Neuss trauen aber viele Parteifreunde zu, die Kempener Stadtverwaltung zu leiten.

Gemutmaßt wurde zuletzt aber auch, ob die CDU möglicherweise eine Frau ins Rennen um das Spitzenamt schicken wird. Zuletzt wurde desöfteren bemängelt, dass zu wenig Frauen im Rathaus in Leitungsfunktionen seien. Eine Bürgermeisterin wäre da eine mögliche Alternative.

Wichtig ist für die CDU, dass sie über einen Bürgermeister – oder eine Bürgermeisterin – ihren Anspruch als erste Kraft in Kempen sichert. Nach dem Ersten Weltkrieg war Kempen stets eine Hochburg der Christdemokraten, die Partei stellte stets den ehrenamtlichen und später auch hauptamtlichen Bürgermeister. Auch in der Verwaltungsspitze gab die CDU den Ton an.

Diese Führungsposition möchte die Union auch weiterhin einnehmen. Parteichef Kraft weiß, dass es viele Aufgaben zur Weiterentwicklung der Stadt gibt, die auf eine Umsetzung warten. Kritiker werfen der Stadtverwaltung immer wieder vor, zu wenig gestalterisches Potenzial an den Tag zu legen. In den vergangenen Jahren habe es zu viel Stillstand statt Fortschritt gegeben. Der neue Bürgermeister oder die neue Bürgermeisterin müssten vor allem den Willen zum Gestalten mitbringen. Er oder sie müsste in der Lage sein, die Stadtmitarbeiter neu zu motivieren und mit ihnen kreative Lösungen für eine künftige Stadtentwicklung zu erarbeiten. Eine Aufgabe, die auch einen Mann wie Philipp Kraft reizen könnte.

Er lässt sich bei diesem Thema nicht in die Karten schauen. „Es bleibt dabei: Diese zentrale Personalentscheidung treffen die Mitglieder in der zweiten Jahreshälfte“, sagt der CDU-Parteivorsitzende.