Kempen: CDU: Berger und Optendrenk

Kempen: CDU: Berger und Optendrenk

Kempener Parteichefin Eva Theuerkauf scheiterte gestern mit ihrer Bewerbung um eine Landtagskandidatur. Sie unterlag ihrem Kreisvorsitzenden Marcus Optendrenk mit 167 zu 394 Stimmen. Stefan Bergers Wahl war eindeutig.

kempen/oedt Es war "ein imposanter Anblick", den Versammlungsleiter Uwe Schummer (MdB) von der Bühne in den Saal genoss: 564 von rund 3100 Parteimitgliedern füllten gestern Abend die Albert-Mooren-Halle in Oedt, um selbst ihre beiden Kandidaten im Kreis Viersen für die vorgezogene Landtagswahl am 13. Mai zu bestimmen. "Keine Delegierte, sondern Demokratie pur", fand Schummer.

Während im Wahlkreis Viersen I Dr. Stefan Berger (42) aus Schwalmtal unangefochten mit 512 von 565 Stimmen erneut für den Landtag aufgestellt wurde, traten für den Wahlkreis II des nicht mehr kandidierenden, bald 70-jährigen Christian Weisbrich zwei Politiker an. Es gewann mit 394 Stimmen der langjährige, soeben erst bestätigte Kreisparteivorsitzende Dr. Marcus Optendrenk (42) aus Nettetal. Die Kempener Parteichefin Eva Theuerkauf (49) erhielt 167 Voten. Alle drei nutzten ihre persönliche Bewerbung auch als Mut machende, mobilisierende Wahlkampfreden.

Berger, bereits seit Juni 2000 im Landtag, erklärte das rot-grüne "Minderheitsexperiment" für gescheitert, kritisierte SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als "Schuldenkönigin" und hob die konstruktive Mitarbeit der CDU für die Sekundarschule und damit einen dauerhaften Schulfrieden hervor. Er versprach: "Ich bin ihr Dienstleister in Düsseldorf."

Optendrenk überzeugte die große Mehrheit mit seiner klaren, kämpferischen Rede. Als "Geheimnis guter Politik" hob er Bürgernähe, Fairness und Teamgeist hervor: "Die Bürgerpartei im Kreis Viersen ist die CDU." Er wolle seine Kontakte im Land und zu den niederländischen Nachbarn sowie sein Wissen nutzen, damit der Kreis "Motor dieser Wachstumsregion" werde.

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Weisbrich förderte Theuerkauf

Eva Theuerkauf dankte dem bisherigen MdL Christian Weisbrich für seine Förderung und seine Aufforderung zu ihrer Bewerbung. Für sie sei die Region "ein Stück Herzensangelegenheit". Die Unternehmerin stellte ihre wirtschaftliche Erfahrung in der Geschäftsleitung ihrer drei Gärtnereifamilienbetriebe heraus: "Praxis schade nur demjenigen, der sie nicht hat." Eine weitere Neuverschuldung von NRW werde sie nicht mitmachen: "Wir können nicht nur Schulden hinterlassen." Theuerkauf wandte sich gegen den aktuell diskutierten Solidaritätszuschlag: Entweder Finanzhilfe für alle oder abschaffen.

Der siegreiche Optendrenk, Jurist und Historiker, ist seit Oktober 2003 Kreisvorsitzender der CDU. Für den Lobbericher sprachen seine parlamentarische Erfahrung und sein politisches Gewicht in Düsseldorf. Er gilt auf Landes- und Bundesebene als ausgezeichnet vernetzt, ist profunder Kenner der Finanz- und der (Verkehrs-)Infrastrukturpolitik. Die Mittelständlerin Theuerkauf führt seit eineinhalb Jahren den CDU-Ortsverband Kempen und ist Mitglied im Stadtrat seit 2009.

(RP/rl)
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