Gemeinde Grefrath: Carolin Kebekus, die "Alphapussy": WM-Trauma und Hipster-Eltern

Gemeinde Grefrath : Carolin Kebekus, die "Alphapussy": WM-Trauma und Hipster-Eltern

Die "Alphapussy" polarisiert wie kaum ein anderer Comedian. Das Bekenntnis des Abends: Sie hat Angst vor Helene Fischer.

Sie ist die Alphapussy: Carolin Kebekus gastierte jetzt mit ihrem gleichnamigen Bühnenproramm im ausverkauften Grefrather EisSport & EventPark. Ihr Auftritt wird in einem kurzen Vorspann als "Rückkehr der Frau, die das Land entzweit" angekündigt. Die 37-Jährige polarisiert wie kaum ein anderer Comedian: Die einen finden sie unschlagbar komisch, anderen ist ihr Humor zu deftig.

Auch in ihrem aktuellen Programm nimmt sie kein Blatt vor den Mund: So schildert sie bis ins kleinste Detail, wie sie sich nach übermäßigem Bierkonsum in eine Biogasanlage verwandele, mit allen Konsequenzen: "Normalerweise reden Frauen nicht darüber, dass sie pupsen - ich tue dies quasi für alle Frauen." Zu Beginn des zweistündigen Programms entschuldigt sich Carolin Kebekus zunächst beim Publikum, dass sie Grefrath vorher nicht kannte, obwohl sie gefühlt schon überall gewesen sei: "Ich wusste nicht, dass es Euch gibt", so die Komikerin vor den 3000 Besuchern. "Aber Grefrath ist ja eine große Stadt. Ich meine, es sind alle da, oder?" Sie spüre jedoch eine gute Verbindung zu den Anwesenden, eine gute Energie. Dies sei nicht immer so, so zum Beispiel bei ihrer letzten Tour, als sie in München gastierte. So habe man nichts mit ihrem Wunsch nach einem Weg-Bier anfangen können, das sie als einzigen Künstler-Wunsch in den Backstage-Bereich orderte und mit dem sie traditionell ihren Auftrittsabend beende.

Im ersten Teil ihres Programms beschäftigt sich Kebekus nahezu ausschließlich mit dem Thema Alkohol: Es gebe sclmshließlich immer Anlässe zum Trinken, im Karneval ebenso wie während der Fußballsaison, als Fan des 1. FC Köln ebenso wie während der Weltmeisterschaft. Trotzdem habe sie Angst davor, dass Deutschland letztere erneut gewinnen könnte. Der Grund: Die anschließende Fan-Party im Jahr 2014 in Berlin: "Eigentlich was es der schönste Moment, bis Podolski mit dem Pokal auf der Fanmeile erschien. Und dann kam sie... Helene Fischer." Dabei habe sie nichts gegen die Sängerin, habe eher Angst vor ihr. "Da stimmt doch was nicht: Sie ist immer und überall, im Fernsehen, in der Werbung, und immer geht es ihr gut. Da kann doch was nicht stimmen." Zugleich verstehe sie den Schlager-Hype nicht, zumal, wenn er junge Menschen erfasse: "Teenager hören Schlager auf der Straße, ohne auf's Maul zu kriegen", wundert sich Kebekus. "Die Musikrichtung ist doch nur was für alle, die bereits mit dem Leben abgeschlossen haben." Ihr Urteil ist hart: "Wir müssen sagen: Aus den Jugendlichen, die in den 90ern geboren wurden, ist einfach nichts geworden." Sie erinnert sich an die Partys ihrer Jugend, zu denen es gehörte, dass am Ende alles kaputt war und am besten noch die Polizei gekommen sei. Heute sei es schwierig für junge Leute, den Eltern etwas "Krasses" entgegen zu setzen: "Schlimm, wenn Dein Vater Hipster ist, einen Bart und tätowierte Arme hat und mit dem Longboard zur Arbeit fährt."

(eva)
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