Stadt Kempen: Buga-Planer entwickeln Königshütte-See

Stadt Kempen: Buga-Planer entwickeln Königshütte-See

Die Stadt Kempen will das renommierte Büro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten mit einem Konzept für die künftige Nutzung des Baggersees am Ortsrand von St. Hubert betrauen. Erste Ideen haben die Planer schon.

Die künftige Entwicklung des Areals an der Königshütte zu einem Naherholungsgebiet ist eines der wichtigsten Projekte der Kempener Stadtplanung der nächsten Zeit. Bereits seit Jahren gibt es Ideen, wie der Baggersee nach dem Ende der Auskiesung gestaltet und für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden kann. Auch die Kempener Stadtplaner hatten sich bereits so ihre Gedanken gemacht, erste Skizzen sollen bereits vor Jahren erstellt, dann aber wieder verworfen worden beziehungsweise in der Schublade verschwunden sein. Damals gab es unter anderem Vorstellungen, das Gelände an Scheifes- und Königshütte nach der Auskiesung in einen großen Freizeitpark umzugestalten. Ein Hotel sollte entstehen, in dem Touristen, die den Park besuchen wollten, untergebracht werden sollten. Diese Pläne sind weitgehend Makulatur. Geblieben ist die Idee, den See in ein attraktives Naherholungsgebiet zu verwandeln. Geblieben ist auch der Plan, dort ein Hotel zu bauen.

Mit dem Ende der Auskiesung soll nun zügig ein Konzept entwickelt werden, das als Grundlage dienen kann, das Gelände um den Baggersee behutsam umzugestalten. Die Stadt hat nach einem internen Auswahlverfahren das renommierte Bonner Landschaftsarchitekturbüro RMP Stephan Lenzen ausgewählt. Der Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz hat am Montagabend in nicht-öffentlicher Sitzung entschieden, die Spezialisten mit der Erstellung einer so genannten Freiraum- und Nutzungskonzeption zu beauftragen.

RMP hat viel Erfahrung mit der Umgestaltung von ehemaligen Baggerseen, Tagebaubereichen oder anderen Wasserflächen. Das seit mehr als 60 Jahren bestehende Büro hat zuletzt an so renommierten Projekten wie der Bundesgartenschau (Buga) in Koblenz oder der Internationalen Garten-Schau (IGS) in Hamburg mitgewirkt. Auch die Rekultivierung des Tagebaus Inden (Indesee) wird von RMP derzeit geplant. Wie die Projektleiterin Diplom-Ingenieurin Annette Gerardi im Kempener Planungsausschuss erläuterte, haben die Landschaftsarchitekten bereits erste Ideen zu dem Königshütte-Projekt. Für Kempens Technischen Dezernenten Stephan Kahl ist es wichtig, dass die Eigentümer und Nutzer der Flächen sowie die beteiligten Behörden von Anfang an in das Planungsverfahren einbezogen werden.

RMP will in mehreren Schritten vorgehen, zunächst eine Bestandsaufnahme erarbeiten, dann ein erstes mögliches Nutzungskonzept und auch das Beteiligungsverfahren moderierend begleiten. Das endgültige Konzept soll einen Maßnahmenkatalog und vor allem einen Kostenplan enthalten. Landschaftsarchitektin Gerardi deutete im Ausschuss an, dass die Umsetzung des Konzeptes auch stufenweise erfolgen könnte.

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Erste Ideen für eine behutsame Erschließung des Geländes gibt es. So könnten Wanderwege am Ufer entlang geführt werden. Auch eine Kunstmeile und ein Naturschutzlehrpfad sind denkbar. Die bereits bestehenden Wassersportaktivitäten des Segel- und Surf-Clubs sollen durch weitere Sport-und Freizeitangebote ergänzt werden. Eine Bade-nutzung wird es dagegen nicht geben. Der Baggersee mit bis zu 30 Meter Tiefe und steil abfallendem unbefestigtem Ufer sei für Schwimmer zu gefährlich, erklärte Bürgermeister Volker Rübo im Ausschuss.

Die Politik hat bereits erste Wünsche an die Planer: Die CDU möchte beispielsweise ihre Hotelpläne ins Konzept eingearbeitet sehen, Grüne und SPD wollen den Auskiesungsunternehmer an den Planungskosten beteiligen. Der hat ohnehin die Verpflichtung, das Gelände zu rekultivieren, betonte Planungsdezernent Kahl.

Es wird etwa sechs bis neun Monate dauern, bis das Konzept für die künftige Nutzung des Königshütte-Sees als Naherholungsgebiet fertig gestellt ist. Die Politik hat im Haushalt für dieses Jahr 50 000 Euro für Planungskosten bereit gestellt.

(RP)
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