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Bürgermeisterkandidaten für Grefrath  Stefan Schumeckers (CDU)

Bürgermeisterkandidaten für Grefrath Stefan Schumeckers (CDU) : Bauen, Feuerwehr und Heimat

Ein Architekt möchte Chef im Grefrather Rathaus werden. Sein Wohnsitz, der Strufenhof, ist ständig im Umbau.

Schon sein Opa hatte den dringenden Wunsch, Bürgermeister von Grefrath zu werden. Das hat nicht geklappt. Nun schickt sich sein Enkel Stefan Schumeckers an, das Vermächtnis des Großvaters zu erfüllen und als Chef in das Grefrather Rathaus einzuziehen. Das ist in diesem Fall aber kein lang gehegter Plan, sondern eine ebenso kurzfristige wie gut überlegte Entscheidung.

Beruflich ist er – noch, wenn es nach seinem Willen geht – bei der Viersener Feuerwehr und dort unter anderem verantwortlich für die Ausbildung des Nachwuchses, etwa im Bereich Strahlenschutz und Gefahrgut. Für die Stadt Viersen ist er außerdem als Koordinator für das Gebäudemanagement zuständig. So war er an der Planung der Süchtelner Feuerwache beteiligt.

Nach einer Maurerlehre hat Schumeckers Architektur studiert. Bauen und gestalten wollte er – und das in Verbindung mit seinem großen Hobby von Kindesbeinen an – der Feuerwehr. „Dafür war ich von klein auf begeistert“, sagt er. Sein Vater habe ihn mitgenommen, wann immer das möglich war. Er mauerte sogar eifrig am kleinen Spritzenhäuschen im Freilichtmuseum Dorenburg mit. „Das war eine Kombination von Bauen und Feuerwehr, für mich die absolute Verknüpfung.“

Als wir Stefan Schumeckers trafen, kam er gerade von einem 24-Stunden-Dienst aus Viersen zurück, mit dem Fahrrad, das macht ungefähr 14 Kilometer. Das macht er, um den Kopf frei zu bekommen, außerdem hält das fit. Er wählt das Fahrrad, wann immer das möglich ist.

Hobbys hat Stefan Schumeckers auch: die Freiwillige Feuerwehr (wen wundert’s?) und den heimischen Strufenhof, der sich in einem permanenten Zustand des Umbaus befindet. Hier lebt er mit seiner Familie (Frau und zwei Töchter) und seinen Eltern, die eine Wohnung mit separatem Zugang haben. Landwirtschaft wird hier allerdings nicht betrieben. Einen Trakt hat er an den Bügelclub vermietet, an einem Teich hoffen Mitglieder des Angelvereins auf den großen Fang. Für zwei brachliegende Flächen interessiert sich der Wasser- und Bodenverband.

Den Hof und sein Umfeld pflegt Stefan Schumeckers minutiös, wie der Besucher unschwer erkennt: „Hier ist immer etwas zu tun, und ich bin sehr ortsverbunden“, sagt er. Aber Politik, ab September vielleicht sogar als Bürgermeister? „Ich war bisher politisch noch nicht aktiv, aber sehr interessiert.“ Er sei aber von mehreren Seiten gefragt worden, ob er sich das nicht vorstellen könnte. Konnte er: „Das verknüpft meine Interessen Bauen, Feuerwehr und Heimat.“

Schumeckers kam mit der CDU ins Gespräch, ließ sich aber Zeit mit einer Entscheidung. Weniger wegen der Aufgabenstellung („das kann ich, ich kann etwas für meine Heimat tun, ich kenne die Menschen hier und ihre Bedürfnisse“) als vielmehr wegen der Aussicht, der Feuerwehr den Rücken zu kehren (jedenfalls in seiner jetzigen Funktion). Sollte Schumeckers sich bei der Wahl durchsetzen, will er mit allen Mitteln danach trachten, die Anfahrtzeiten des Rettungsdienstes zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Er sei praktisch veranlagt, sagt Schumeckers über sich selber, habe den Lkw-Führerschein und außerdem den Kettensägenschein. Überhaupt fände er es sehr reizvoll, wenn Grefrath einmal einen Architekten als Bürgermeister hätte. Wenn er durch die Grefrather Straßen gehe, fielen ihm oft verschenkte Ressourcen ins Auge, etwa die Industriebrache an der Mülhausener Straße oder das ehemalige Kasernengelände in Vinkrath. „Man müsste Ideen entwickeln, um diese Lücken endlich zu schließen.“ Zum Beispiel mit Wohnbebauung, fügt er hinzu.

Neben der Feuerwehr und dem Gebäudemanagement hat Schumeckers ein drittes Standbein: sein Sachverständigenbüro auf dem heimatlichen Strufenhof. In dieser Eigenschaft hat er an zahlreichen Grefrather Gebäuden mitgeplant, kennt sie zumindest sehr gut, und das teilweise bis in ihre tiefen baulichen Eingeweide.

Was hat ihn genau bewogen, sich letztendlich als CDU-Kandidat für die Kommunalwahl aufstellen zu lassen? Vielleicht war es die Vision, als Bürgermeister 2026 die Landesgartenschau eröffnen zu können.