1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Bürgerinitiative meldet sich in Sachen "Aqua Sol" zu Wort.

Kempen : „Aqua Sol“: Initiative fordert Umdenken

Vor der Ratssitzung am kommenden Dienstag hat sich die Sprecherin der Bürgerinitiative zum Erhalt des 50-Meter-Sportbeckens zu Wort gemeldet. Sie fordert eine öffentliche Diskussion und Umplanung.

Vor der Ratssitzung am kommenden Dienstag, 3. Juli, hat sich noch einmal die Bürgerinitiative zum Erhalt des 50-Meter-Sportbeckens im Kempener „Aqua Sol“ zu Wort gemeldet. Wie am Mittwoch berichtet, hat der Kempener Jürgen Allermann einen Bürgerantrag an den Stadtrat gestellt, dass dieser sich mit dem Thema beschäftigt. Er forder, dass das Sportbecken beim Neubau des Hallenbades erhalten bleibt. Die Sprecherin der Bürgerinitiative, Dagmar Marxen, fordert Politik, Verwaltung und Stadtwerke auf, bei der Umbauplanung noch einmal von vorne zu beginnen.

Allzu sehr stehe der Aspekt der Wirtschaftlichkeit für den Badbetrieb im Vordergrund, kritisiert sie. Die Erklärung der Stadtwerke, die Sauna- und Wasserwelt „Aqua Sol“ auch in den kommenden Jahrzehnten für die Kunden sowie den Schul- und Schwimmsport zu erhalten, zieht Dagmar Marxen in Zweifel. Das täten die Stadtwerke mit der Entscheidung, das 50-Meter-Becken aufzugeben, gerade nicht, meint sie. Und weiter: „Ob und in welchem Umfang das Bad zu erhalten ist, kann einzig und allein von den Bürgern beziehungsweise von den politischen Vertretern entschieden werden.“ Dafür sei „eine vorgelagerte öffentliche Diskussion darüber notwendig, ob und was die Bürger sich in ihrem Kempen leisten wollen“. Diese Diskussion müsse am Anfang und nicht am Ende der Überlegungen stehen.

Dagmar Marxen fordert Gehör für die Interessen der nicht im Schwimmsport organisierten Nutzer des Badezentrums. Die Stimme der Bürgerinitiative dürfe „nicht bereits im Keim erstickt werden“, betont sie. Die Politik wird aufgefordert, eine Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung des Bürgerinteresses zuzulassen und die Umsetzung der Pläne zumindest bis zur Ratssitzung zu stoppen. „Alle Ratsmitglieder müssen sich später einmal fragen lassen, warum sie den Bürgerwillen nicht wenigstens im Ansatz erforscht haben. Sie waren es, die untätig einer Verkleinerung der Sport- und Freizeitmöglichkeiten wenigstens stillschweigend zugestimmt haben. Die im Aufsichtsrat der Stadtwerke vertretenen Ratsmitglieder sollten den Mut haben, ihre Vorentscheidung zu überdenken, und eine breite, durch die Mehrheit der Kempener getragene Entscheidungsfindung nicht zu verhindern“, so Dagmar Marxen in ihrer Stellungnahme. „Alle sollten besonnen und nicht unter Zeitdruck handeln“, ergänzt sie. Argumente der Stadtwerke, es seien bereits hohe Planungskosten entstanden, lässt sie nicht gelten.