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Stadt Kempen: Briefmarken als neues Hobby entdeckt

Stadt Kempen : Briefmarken als neues Hobby entdeckt

In der Astrid-Lindgren-Grundschule in Kempen haben die Briefmarken Einzug gehalten. Seit Beginn dieses Schuljahres gibt es für Viertklässler eine Briefmarken-AG. Unterstützt wird die vom Kempener Sammler Klaus Wollersheim.

Die beiden großen Metallkoffer, die Klaus Wollersheim in den Klassenraum trägt, lassen die 14 Viertklässler der Astrid-Lindgren-Grundschule in Kempen strahlen. "Super, unsere Briefmarken-Schatztruhe", ruft der zehnjährige Cornelius, während Wollersheim in seiner Funktion als Regionalvertreter Linker Niederrhein für die Jungen Briefmarkenfreunde die beiden Koffer auf die Schultische stellt. Er öffnet die "Briefmarken-Wühlkiste", wie er sie nennt. Die eben noch vor Aufregung zappelnden Schüler werden ganz ruhig. Bedächtig greifen Hände in die Kisten, immer auf der Suche nach der passenden Briefmarke. Cornelius interessiert sich für Marken, die mit Fußball und Deutschland zu tun haben. Die beiden zehnjährigen Schüler Alexander und Daniel halten dagegen nach Briefmarken rund um das Pferd Ausschau.

"Mit den Briefmarken muss man vorsichtig umgehen. Wir wollen sie ja nicht beschädigen. Und was ich selbst nicht sammle, sammelt vielleicht ein anderer und der möchte auch keine beschädigte Marke haben", sagt Kamil. Der Neunjährige ist auf der Suche nach Comic-Briefmarken und solchen, die berühmte Persönlichkeiten zeigen. Das Stadtbild, das er gerade gefunden hat, zeigt er dagegen Hannah. Denn die Neunjährige sammelt Landschaften und Stadtbilder.

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"Briefmarken sind klasse. Es gibt so schöne Bilder und jede Marke erzählt einem etwas", meint Hannah, die mit geübtem Blick auf die von Kamil entdeckte Marke feststellt, dass sie schon in ihrem Sammelalbum hat. Allerdings wäre sie etwas für das Tauschalbum. Der neunjährige Jan ist derweil mit dem Briefmarkenkatalog beschäftigt, in dem er eine bestimmte Marke nachschlägt. Und der zehnjährige Denis hantiert mit Lupe und Pinzette über einer Dinosaurier-Briefmarke.

Seit Beginn des laufenden Schuljahres gibt es an der Astrid-Lindgren-Grundschule eine ungewöhnliche Arbeitsgemeinschaft (AG) für die beiden vierten Schuljahre. "Rund um die Briefmarke" heißt es jeden Montag in der sechsten Stunde. "Klaus Wollersheim hat uns im vergangenen Jahr über den Fördervereinvorsitzenden Christoph Gutjahr angesprochen, ob wir Interesse an einer solchen AG hätten", erinnert sich Schulleiterin Sabine Stammen. Auch wenn man zunächst etwas skeptisch war, wie eine Briefmarken-AG angenommen werden würde, so entschloss man sich doch, den Versuch zu wagen. 14 Viertklässler sind mit Begeisterung bei der Sache und bei der Grundschule hofft man inzwischen, dass Wollersheim auch im nächsten Schuljahr mit dem Angebot fortfährt.

Philatelist Wollersheim möchte junge Menschen für das Hobby Briefmarke begeistern und das gelingt ihm hervorragend. "Die Schüler haben schon den richtigen Umgang mit Briefmarken gelernt und mittlerweile hat jeder sein persönliches Sammelgebiet, auf dem gearbeitet wird", sagt Wollersheim. Er orientiert sich bei der Briefmarken-AG am Lehrplan der Schule. Beim Thema Bundesländer hat er entsprechende Arbeitsblätter vorbereitet, die eine Ergänzung darstellten. "Wir haben so unter anderem die Wappen der Bundesländer auf den Briefmarken zugeordnet", erklärt der Fachmann.

Heute hält der neunjährige Daniel einen kleinen Vortrag, was eine Briefmarke samt Poststempel alles verrät. Viel zu schnell ist die Schulstunde rum. Aber alle freuen sich auf Donnerstag, denn dann ist der erste große Tauschtag angesagt, an dem sie teilnehmen wollen.

(tref)