Schulen in Kempen: Brandbriefe der Elternschaft

Schulen in Kempen : Brandbriefe der Elternschaft

Im Fachausschuss kritisierte Ute Gremmel-Geuchen für die Stadtschulpflegschaft den baulichen Zustand der Schulgebäude und die schleppende Sanierung. Dezernent Klee warb angesichts der vielen Probleme um Verständnis.

"Es hakt bei der Schulsanierung, die Eltern sind verärgert." Auf diese ebenso kurze wie eindeutige Formel brachte es Ute Gremmel-Geuchen. Die Vorsitzende der Schulpflegschaft des Gymnasiums Thomaeum und der Kempener Stadtschulpflegschaft machte in der Sitzung des Schulausschusses am Donnerstagabend deutlich, was der Elternschaft in der Thomasstadt seit geraumer Zeit mächtig stinkt.

Es ist der Stillstand bei den Vorhaben zur Sanierung der Schulgebäude. Immer wieder erhalten die Schulleitungen neue Hiobsbotschaften über bauliche oder technische Probleme in den teilweise überalterten Gebäuden. Jüngstes Beispiel: Am Mittwoch ließ die Stadt - wie berichtet - die Zweifachturnhalle an der Straelener Straße bis auf Weiteres sperren, weil Techniker bei einem Ortstermin von Schulverwaltungs- und Hochbauamt gravierende Mängel an der Sicherheitsbeleuchtung in der Halle festgestellt hatten.

Im Klartext: Die Notbeleuchtung ist defekt, also darf die Halle weder für den Schul- noch für den Vereinssport genutzt werden. Ein Fall von vielen aus der jüngsten Vergangenheit, die den Schulleitungen und den Eltern sauer aufstoßen.

Ute Gremmel-Geuchen kritisierte unter anderem den recht schleppenden Fortgang bei den Planungen für die Sanierung der weiterführenden Schulen (Stichwort: Schulcampus Kempen). Das Projekt - insbesondere die Schaffung neuer Räume für die zu erwartende Oberstufe der Gesamtschule - sei "in weite Ferne gerückt", hatte die Stadtschulpflegschaft bereits Mitte November vergangenen Jahres in einem Brief an den Bürgermeister und die Vorsitzenden der Kempener Stadtratsfraktionen geschrieben.

"Der Erhalt gewisser Standards an unseren Schulen, aber besonders eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung unserer Schulen ist so nicht möglich." Diese Aussage aus dem Schreiben vom November hat nach Ansicht der Elternvertretung auch heute noch Bestand. Immerhin entsteht schon bald mit der Rückkehr von G 8 zu G 9 für die beiden Gymnasien ein zusätzliches Raumproblem.

Der Brandbrief der Elternvertretung hatte zu einem Gespräch mit Bürgermeister und Schuldezernent Ende Januar geführt. Dort seien mehrere Punkte besprochen worden. Doch aus Sicht der Stadtschulpflegschaft hat sich seitdem nur sehr wenig bewegt. Und die Elternvertretung legte Ende April mit einem zweiten Schreiben an die gleichen Adressaten wie im November nach. Diesmal wurde gleich "Mängelliste" beigefügt. Sie enthält die technischen und baulichen Probleme in den Grundschulen.

Schuldezernent Michael Klee zeigte für die Kritik der Elternvertretung im Schulausschuss großes Verständnis. Aber er warb seinerseits auch um Verständnis, dass die Problembeseitigung doch einige Zeit dauere. Beim Projekt "Schulcampus Kempen", so erklärte Klee, hakt es unter anderem deshalb, weil die zuständige Architektin, die für dieses Vorhaben im Hochbauamt zuständig ist und es koordinieren soll, längerfristig erkrankt sei.

Andere, ebenfalls drängende Projekte wie der Kita-Ausbau würden das Personal im Hochbauamt binden. Und dann gäbe es immer wieder kurzfristig Probleme wie jetzt mit der Beleuchtung in der Sporthalle Straelener Straße, die dringlicher seien und behoben werden müssten.

Dezernent Klee erklärte, dass er sich mit seinem Kollegen Marcus Beyer, dem neuen Technischen Beigeordneten, in der kommenden Woche bei einer internen Klausur dem Thema Schulsanierung widmen wolle. "Der Berg an Problemen ist riesig", meinte Klee mit Blick auf die anstehenden Aufgaben.

(RP)