Stadt Kempen: Blitzmarathon: Fahren unter Kontrolle

Stadt Kempen : Blitzmarathon: Fahren unter Kontrolle

Zum nunmehr sechsten Mal fand landesweit der 24-Stunden-Blitzmarathon statt. Auch im Kempener Stadtgebiet gab es einige Kontrollpunkte. Erstmals konnten Bürger bei einer Abstimmung Messstellen aussuchen.

Kaum ist der Mannschaftswagen der Polizei am Krefelder Weg in Kempen vorgefahren und gegenüber der Einfahrt von Gut Heimendahl eingeparkt, beginnt die Arbeit. Die Messstelle wird aufgebaut. "Eigentlich sah der Plan die Hülser Straße vor. Aber dort haben wir derzeit eine Baustelle mit Sperrung. Daher macht eine Messung in diesem Bereich wenig Sinn", erklärt Hauptkommissar Klaus Gisbertz, der den Einsatz leitet. Statt wie geplant gegenüber der Feuerwehr an der Hülser Straße hat sich die Polizei beim gestrigen Blitzmarathon für den Krefelder Weg als Kontrollpunkt entschieden.

70 Stundenkilometer sind auf der Landstraße, die Kempen mit Tönisvorst und Krefeld verbindet, in Höhe von Gut Heimendahl erlaubt. Oberkommissarin Katrin Hinrichs steht mittlerweile hinter dem aufgebauten Messgerät. Immer wenn ein Fahrzeug den vorab anvisierten und entsprechend eingestellten Punkt erreicht, drücken ihre Finger den Schalter. Ein kurzer Signalton erklingt und auf dem digitalen Display leuchtet in Rot die entsprechend gemessene Geschwindigkeit auf. Geblitzt wird ab 84 Stundenkilometern, vorher bleibt alles noch im grünen Bereich.

Doch es scheint, als würde allein das Wissen um den 24-Stunden-Blitzmarathon die Autofahrer an diesem Nachmittag zum vorschriftsmäßigen Fahren anhalten. Die höchste Geschwindigkeit, die auf dem Display des Messgerätes aufleuchtet, ist 82 Stundenkilometer. Viele Autofahrer liegen sogar weit darunter. 65 und 68 Stundenkilometer sind des öfteren auf dem Display zu lesen. "Natürlich wird vom gegenüberliegenden Verkehr auch gewarnt. Das ist immer so", sagt Katrin Hinrichs.

An der zuvor gemessenen Stelle an der Oedter Straße gab es im Verlauf des Vormittags gerade einmal zwei Verwarngelder. 50 Stundenkilometer sind dort erlaubt, zwei Autofahrer waren mit ihren Fahrzeugen mit bis zu 15 Stundenkilometer zu schnell unterwegs. Wer bis zu 20 Stundenkilometer mit seinem Auto zu schnell ist, den erwartet ein Verwarngeld. Alles, was darüber liegt, fällt in den Bußgeldbereich und bringt neben einer entsprechenden höheren Geldstrafe auch Punkte in der so genannten Verkehrssünderkartei in Flensburg ein.

Am Krefelder Weg bleibt es indes ruhig und Hauptkommissar Dietmar Borgs muss die Polizei-Anhaltekelle nicht schwingen. Etwas anderes fällt den Polizisten allerdings immer wieder auf und das ist der zu geringe Sicherheitsabstand, mit dem manche Autofahrer mit ihren Wagen unterwegs sind. "Manchmal scheint es, als würde der Hintermann im Kofferraum des vorausfahrenden Autos mitfahren wollen", sagt Borgs und deutet auf ein Fahrzeug, das Richtung Kempen fährt und dem Vordermann dabei nahezu an der Stoßstange hängt.

"Vielleicht fahren sie bei dir schneller", meint Katrin Hinrichs lächelnd, als sie von Polizeikommissar Florian Haack am Messgerät abgelöst wird. Aber auch beim Kollegen Haack hat es kein Autofahrer besonders eilig. An diesem Nachmittag läuft der gesamte Verkehr vorschriftsmäßig. Kein Autofahrer ist zu schnell, wie die Messungen ergeben. Fazit für die Polizisten: Die Autofahrer fahren in den Stunden des Blitzmarathons eindeutig vorsichtiger.

(tref)
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