1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Stadt Kempen: Birke als Symbol für die Sternenkinder

Stadt Kempen : Birke als Symbol für die Sternenkinder

Die Gestaltung des Grabfeldes für die Bestattungen der Tot- und Fehlgeburten auf dem Kempener Friedhof hat ihren Abschluss gefunden. Zwei Bänke und eine Birke sind dazu gekommen.

Die kleinen eingemeißelten und farblich getönten Sterne in den Granitblöcken fallen sofort ins Auge. Sie zeichnen die beiden Bänke, die aus jeweils zwei schwedischen Granitsteinen und Lerchenholzsitzflächen bestehen, aus. Spiegeln sie doch die Sterne des großen Gedenksteins wieder, der mitten auf dem Grabfeld für die Bestattungen der Tot- und Fehlgeburten auf dem Kempener Friedhof steht. Und damit ist die Verbundenheit der Bänke mit dem Stein deutlich.

Seit einigen Tagen hat das besondere Grabfeld nun auch eine Sitzgelegenheit für Menschen, die hier inne halten wollen. "Betroffene brauchen Menschen die ihnen helfen, aber auch einen Ort für das Kind, das sie gespürt haben, aber nie in den Armen halten konnten. Einen Ort zum Verweilen", sagte Kempens Bürgermeister Volker Rübo am Freitag bei der Gedenkstunde zur Abschlussgestaltung des Grabfeldes. Und das ist nun durch die beiden Bänke, die rechts und links des Gedenksteines stehen, gegeben. Wie auch schon beim Stein haben der Kempener Steinbildhauer Manfred Messing und der St. Huberter Künstler Jürgen Pankarz hier erneut Hand in Hand gearbeitet. Dazu bereichert eine dreistämmige Birke das Grabfeld, die gemeinsam von der Katholischen Frauengemeinschaft und der Evangelischen Frauenhilfe gespendet wurde. "Diese Birke soll ein Symbol für die Sternenkinderfamilien sein. Ein Stamm, der von zwei Stämmen eingerahmt wird und zeigt, du gehörst zu uns, du gehörst in unsere Mitte", erklärte Barbara Drissen-Köhler von der Frauengemeinschaft. Die Birke ist dabei auch das Zeichen des Neubeginns und ein Symbol für die Liebe. Als einen mit Fingerspitzengefühl gestalteten Platz bezeichnete Sylvia Bolz, die Krankenhausseelsorgerin des Hospitals zum Heiligen Geist, die nun abgeschlossene Gesamtkonzeption. "Trauer ist etwas sehr persönliches und ich durfte erleben wie die Trauer hier einen Ort und eine Form gefunden hat. Die Eltern sind froh über dieses Angebot", sagte sie.

Das Grabfeld ist ein Platz der Erinnerung geworden, wo Tränen nicht versteckt werden müssen. Botz berichtet in diesem Zusammenhang von Frauengruppen, mit denen sie das Grabfeld besuchte, in denen Frauen Fehlgeburten erlebt hatten und die heute noch daran leiden, dass sie nicht wissen, wo ihr Kind ist. Sie selber beerdigte seit dem Jahr 2009 insgesamt 261 Tot- und Fehlgeburten auf dem Grabfeld. "Eltern, die vor der Trauer davon laufen, sich den Fragen nicht stellen, die Tränen nicht weinen und die Wut nicht herausbrüllen, die laufen Gefahr ins Bodenlosen zu fallen und unterzugehen. Es ist wichtig, dass wir diesen schön gestalteten Ort haben", sagte Botz zum Abschluss. FRAGE DES TAGES

(tref)