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Birgit Braun kümmert sich in Kempen um Gleichstellung und Inklusion

Erste hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte in Kempen : Birgit Braun kümmert sich um Gleichstellung und Inklusion

Im Personalausschuss des Stadtrates stellte sich die Nachfolgerin von Ute Ripkens vor. Birgit Braun will auch Ansprechpartnerin für die Bürger sein.

Mit viel Leidenschaft und vielen guten und neuen Ideen stellte sich Birgit Braun im Personalausschuss des Stadtrates als neue Gleichstellungsbeauftragte der Verwaltung den Politikern vor und bekam dafür von allen Parteien viel Applaus, Lob und Anerkennung. Sie nahm auch sehr gerne das Angebot zu einem Austausch mit den Fraktionen an. Am 1. April übernahm Birgit Braun die Aufgaben von Ute Ripkens und ist jetzt die erste hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. „Ich habe mich riesig gefreut, dass mir diese Aufgabe übertragen wurde“, sagte die 1970 in Detmold geborene Verwaltungsangestellte. Vom Teutoburger Wald kam sie 1975 mit ihrer Familie zunächst nach Hüls. Seit 1998 wohnt sie in Kempen. Von 1989 bis 1992 absolvierte sie eine Ausbildung bei der Verwaltung und besuchte die Fachschule für öffentliche Verwaltung in Düsseldorf. 

Bei der Stadtverwaltung Kempen arbeitete sie in verschiedenen Ämtern: „Da habe ich für meine jetzige Aufgabe viel mitnehmen können.“ Als Sachbearbeiterin habe sie tiefe Einblicke in die Kempener Gesellschaft bekommen: „Die Lebensbedingungen und Chancen der Menschen sind hier sehr unterschiedlich. Ich war teilweise frustriert, weil ich nur verwalten, aber keine Impulse setzen konnte.“

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Zuletzt war sie sechs Jahre im Personalamt und in der Bauaufsicht tätig. Bereits während ihrer Zeit in der Fachschule habe sie sich für das Thema Gleichstellung interessiert und habe das Seminar bürgernahe Verwaltung gewählt: „Es gibt viele bekannte und neue Gründe, sich in der Gleichstellung zu engagieren. Es ist schön, dass ich jetzt konzeptionell arbeiten und eigene Ideen einbringen kann.“

Wichtig sei ihr auch, Jugendliche anzusprechen: „Ich möchte gerne einen Infoabend für Schülerinnen von Politikerinnen und Ratsfrauen durchführen. Denn ich glaube, dass sich junge Mädchen nicht überwinden können oder sich trauen, sich der Materie anzunehmen. Man sieht in den Medien, dass dies auch nicht unbedingt die erste Idee der Mädchen ist, sich in der Politik zu engagieren.“

In den kommenden Wochen und Monaten will sich Birgit Braun mit verschiedenen Gruppen und Verbänden austauschen: „Das ist in den vergangenen Jahren viel zu kurz gekommen. Viele Kontakte sind eingeschlafen, weil die Arbeit innerhalb der Verwaltung einfach sehr zeitaufwändig war.“

Auch die Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Viersen will sie wieder aufnehmen: „Ich war schon bei Frau Cuylen und habe von unserem Bürgermeister bereits grünes Licht bekommen, dass wir im Kreisgremium wieder mitarbeiten wollen.“

Birgit Braun will auch Ansprechpartnerin für die Bürger sein: „Wir werden demnächst publik machen, dass Frauen in Krisensituationen ganz unkompliziert bei uns im Rathaus eine erste Hilfestellung bekommen können.“ Ab August ist sie in der Verwaltung auch für das Thema Inklusion zuständig: „Hier sind wir noch am Anfang und müssen ein Konzept erarbeiten.“ Falls im Standesamt Not am Mann oder an der Frau ist, kann sie dort aushelfen und Ehen schließen.

Da die bisherige stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Andrea Weiss nicht mehr zur Verfügung steht, will die Verwaltung eine Nachfolgerin durch ein Interessen-Bekundungsverfahren suchen. Bürgermeister Christoph Dellmans (parteilos) dankte Ute Ripkens und Andrea Weiss: „Beide haben in der Vergangenheit im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch intern sehr viel geleistet.“