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Stadt Kempen: Bewegungsbad soll im Sommer öffnen

Stadt Kempen : Bewegungsbad soll im Sommer öffnen

Das Rehabilitationsbad im Kempener Krankenhaus bleibt zunächst weiter geschlossen. Eine Reparatur der Wasseraufbereitungsanlage hat bislang nicht stattgefunden. Nun soll sie in den nächsten Wochen erfolgen.

"Alles wird gut" - so könnte die Botschaft lauten. Gemeint ist damit die Frage, wann das Bewegungsbad im Kempener Krankenhaus wieder für den Publikumsverkehr zur Verfügung steht. RP-Leser hatten die Redaktion in den vergangenen Tagen mehrfach darauf hingewiesen, dass der Betrieb des Schwimmbades noch nicht wieder aufgenommen worden sei. Und tatsächlich: Das kleine Hallenbad im Hospital zum Heiligen Geist an der Von-Broichhausen-Allee ist weiterhin geschlossen.

Das hörte sich Mitte September vorigen Jahres noch ganz anders an: Damals verkündete Philipp Wachowiak, frisch gewählter Vorsitzender eines Vereins, der das nötige Geld für die Reparatur der defekten Wasseraufbereitungsanlage beschaffen sollte, das Schwimmbad werde bald wieder für den Gesundheitssport zur Verfügung stehen. Monatelang war in vielen Gesprächen mit der Leitung des Krankenhauses nach einem Weg gesucht worden, Geld für die Reparatur zu beschaffen und den Badebetrieb organisatorisch auf neue Beine zu stellen.

Philipp Wachowiak ging damals von wenigen Wochen aus bis zur Wiedereröffnung. Doch daraus wurde, wie man jetzt weiß, nichts. "Wir planen die Wiedereröffnung des Bewegungsbades - voraussichtlich wird das nach den Sommerferien sein. Wir freuen uns, das Bewegungsbad dann wieder vor allem für Nutzergruppen, die nicht zu unseren Patienten gehören, zugänglich zu machen", erklärte der Geschäftsführer des Hospitals zum Heiligen Geist, Thomas Paßers, jetzt auf Anfrage der Rheinischen Post. Zu Hintergründen der doch nicht unerheblichen Zeitverzögerung sagte er nichts.

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Nach Informationen der Rheinischen Post trifft aber weder Paßers noch irgendeinen anderen Verantwortlicher des Krankenhauses eine Schuld an der zeitlichen Verzögerung. Das Krankenhaus hatte seinerzeit seine Bereitschaft signalisiert, das Bad sanieren zu lassen, wenn sich Sponsoren finden würden, die das Geld für die notwendige Reparatur der Wasseraufbereitungsanlage - etwa 80.000 Euro - bereit stellen. Die Klinikleitung freute sich, als sich Kempener Bürger fanden, die über einen gemeinnützigen Verein die nötigen Finanzmittel beschaffen wollten. Außerdem sollte der neu gegründete Verein die Nutzung des Bades organisieren und dessen kostendeckenden Betrieb sicherstellen.

Was der Vorsitzende dieses Vereins, Philipp Wachowiak, zum damaligen Zeitpunkt allerdings nicht einkalkuliert hatte: Es dauert immer seine Zeit, bis ein Verein von den Finanzbehörden als gemeinnützig anerkannt ist. Ein entsprechender Antrag soll nach RP-Informationen zunächst zwei Monate unbearbeitet beim Kempener Finanzamt liegen geblieben sein, bevor er an die Finanzdirektion nach Düsseldorf zur Entscheidung weitergeleitet wurde. Im Januar erhielten die Vereinsverantwortlichen dann den sehnlichst erwarteten Bescheid über die Gemeinnützigkeit. Letztere ist unabdingbar, um beispielsweise Sponsoren Spendenquittungen ausstellen zu können.

Nun steht der Verein, der den etwas sperrigen Titel "Warmwasser-Bewegungsbad Kempen e.V." (kurz: WWBBK) trägt, in den Startlöchern. Unterstützung gibt es bereits von mehreren Seiten. Etliche Kempener Bürger wollen mithelfen, das notwendige Kapital einzusammeln. Die Geschäftsführung des Krankenhauses soll dem Vernehmen nach bereit sein, im Vorgriff auf die zu erwartende Finanzierung durch den Verein die defekte Anlage reparieren zu lassen. "Wir sind Herrn Paßers für sein Engagement und sein Entgegenkommen in der Sache sehr dankbar", heißt es aus dem Verein.

Nicht nur die betroffenen Selbsthilfegruppen, Behindertensportgruppen und Sportvereine, die das einzige Warmwasser-Bewegungsbad im Kreis Viersen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten so sehr schätzen gelernt haben, können aufatmen. In den vergangenen Monaten saßen die Vereinsmitglieder, die das Bad im Krankenhaus früher für ihre Gesundheitskurse nutzten, nämlich im wahren Sinne des Wortes auf dem Trockenen. Ein Ausweichen auf andere Schwimmbäder, etwa das Kempener "Aqua Sol", war nicht möglich, weil es dort an Kapazitäten fürs Training fehlte.

Freuen können sich auch die zahlreichen vereinsungebundenen Rheuma- oder Rückenkranken, Senioren oder Eltern von Kleinkindern, wenn das Hallenbad im Krankenhaus mit dem wohl temperierten warmen Wasser - wie angekündigt - nach den Sommerferien wieder zur Verfügung steht.

(RP)