Betriebsrat zur Werksschließung bei De Beukelaer in Kempen

Nach der Entscheidung : De Beukelaer: Viel Arbeit für den Betriebsrat

Nach der endgültigen Entscheidung, das Kempener Werk zu schließen, geht es darum, dass die 270 Beschäftigten nicht ins Leere fallen. Die Agentur für Arbeit hat einen Mitarbeiter abgeordnet.

Die Entscheidung, das Kempener Werk von de Beukelaer zu schließen, ist seit Dienstag endgültig. Die Mitarbeiter, die zwischen Hoffen und Bangen schwebten, haben Gewissheit: Ihre berufliche Zukunft liegt nicht bei de Beukelaer. Es sei denn, sie nehmen das Angebot an, in das Werk in Kahla zu wechseln. Aber die Zahl derjenigen, die sich für die Variante entscheiden, dürfte überschaubar sein. Die Frist läuft bis Ende September.

Detlef Büschges, Vorsitzender des Betriebsrats im Kempener Werk von Griesson-de Beukelaer, spricht von einem Kompromiss, den die Arbeitnehmervertretung mit der Geschäftsführung ausgehandelt habe: „Da müssen beide Seiten Abstriche machen, das geht nicht anders.“ Die Verhandlungen wurden begleitet von einem Arbeitsrichter aus Hamm. Die Atmosphäre bezeichnet Büschges als fair: „Wir haben auf Augenhöhe verhandelt und sind vernünftig miteinander umgegangen.“

In den nächsten Wochen und Monaten wird der Betriebsrat alle Hände voll zu tun haben. „Wir müssen für viele Menschen eine Menge abklären und darauf achten, dass sie nicht ins Leere fallen“, betont Büschges. Viele Mitarbeiten seien über 50 Jahre alt, die Lücke zur Rente sei jedoch nicht so einfach zu überwinden. Das müsse über den Sozialplan aufgefangen werden.

Die Stimmung bei den 270 Mitarbeitern sei durchwachsen, sagt Büschges. Sie wollten wissen, wie es für sie weitergeht: „Das ist für fast jeden eine individuelle Rechnung.“ Die Geschäftsleitung hat verschiedene Angebote gemacht: eine Abfindung mit einer zusätzlichen Freiwilligenprämie, für rentennahe Jahrgänge eine Altersabfindung plus Freiwilligenprämie. Eine weiterer Baustein des Freiwilligenprogramms ist der Eintritt in eine Transfergesellschaft. Welche das sein wird, soll demnächst entschieden werden. Sie beschäftigt einen Mitarbeiter für maximal zwölf Monate, organisiert Qualifizierungen und Umschulungen und hilft bei Jobsuche und Bewerbungsprozess. Auch die Agentur für Arbeit greift den Mitarbeitern unter die Arme, ein Vertreter berät sie vor Ort im Werk. Wechselbereit in Richtung Thüringen sei kaum jemand. „Es ist keine leichte Entscheidung, seinen Lebensmittelpunkt von Kempen nach Thüringen zu verlegen“, sagt Büschges.

Der Betriebsrat ist übrigens nach vor der Ansicht, dass man das Kempener Werk hätte erhalten können. „Wir als Arbeitnehmervertreter hatten aber letztendlich keinen Einfluss mehr auf die Entscheidung der Geschäftsführung, obwohl wir daran geglaubt und darum gekämpft haben.“ Die Kapazitäten in Kempen seien definitiv da gewesen, die Entscheidung der Geschäftsführung im November vergangenen Jahres, erinnert sich Büschges noch gut, habe ihn damals wie aus heiterem Himmel getroffen.

Wie geht es für den Vorsitzenden des Betriebsrats persönlich weiter? Detlef Büschges ist heute 63 Jahre alt und wird den Prozess bis zur Schließung, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung, definitiv bis zum Ende begleiten: „Ich kann doch die Kollegen jetzt nicht im Stich lassen“, betont der St. Huberter.

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