Besuch bei der Probe des Chores "duodecim" aus Kempen

Kempener Chor „duodecim“ : Ensemble probt für den großen Auftritt

Der Kempener Chor „duodecim“ studiert derzeit die Stücke für das Adventskonzert in der Kempener Paterskirche am 1. Dezember ein. Zu den Proben treffen sich die Sängerinnen regelmäßig im Saal des Marienheims in St. Hubert.

Mit zwölf Sängerinnen ging es los. Daher der Name des Kempener Chors „duodecim“, abgeleitet von der lateinischen Bezeichnung für die Zahl Zwölf. Mittlerweile sind es 17 Sängerinnen. Doch der Name ist geblieben. Denn unter ihm hat sich ein Ensemble junger Frauen etabliert, das von der in St. Hubert lebenden Schulmusikerin Claudia Zonker (54) geleitet wird. Der Chor trifft sich etwa alle drei Wochen und probt dann sehr intensiv im Marienheim in St. Hubert – aktuell für ein großes Konzert in der Paterskirche. Am Sonntag, 1. Dezember, findet dort in der Reihe der Kempener Orgelkonzerte das traditionelle Konzert zum 1. Advent gemeinsam mit der Kempener Organistin Ute Gremmel-Geuchen an der König-Orgel statt.

Chorleiterin Claudia Zonker kennt viele der jungen Sängerinnen seit deren Kindheit. Denn am Kempener Gymnasium Thomaeum absolvierte sie im Rahmen ihrer Lehrerausbildung ihre Refendariat. Von 1999 bis 2006 leitete sie dort den Mädchenchor der Chorakademie Kempen. Dann wurden ihre drei Kinder geboren. „Ich dachte das war es“, erinnert sich Claudia Zonker. Doch immer wieder meldeten sich „ihre“ Ehemaligen, besonders wenn ein gesanglicher Auftritt für eine Hochzeit einstudiert wurde.

Mittlerweile absolvierten die meisten ihre Studien, kehrten so langsam wieder nach Kempen und in die Umgebung zurück. „2016 da waren auf einmal zwölf am Start“, erzählt die Musikerin. Zu ihren Ehemaligen waren weitere gute Sängerinnen hinzugestoßen, etwa aus dem nicht mehr existierenden Jugendchor von St. Josef.

Claudia Zonker wagte es, mit diesem Ensemble ein Projekt zu starten. Im Sommer 2017 gestalteten sie unter dem Titel „Nordlichter“ eine Serenade in der Kempener Propsteikirche. Vor ausverkauftem Haus, mit großem Erfolg. Das setzte sich auch in den folgenden Konzerten fort. „Wir wissen gar nicht, wie uns geschieht“, sagt Claudia Zonker bescheiden.

Markenzeichen der Konzerte ist neben dem reinen, makellosen Klang die besondere Ausgestaltung durch Bewegung, Licht- und Projektinstallationen. Die Sängerinnen treten elegant auf, tragen ein langes dunkelblaues Kleid und einen hellen Blazer. Was den Chor, der an keine Institution angebunden ist, so besonders macht, ist die private, fast familiäre Atmosphäre. „Auch fühlt sich jeder für das Gelingen der Projekte verantwortlich“, so die Chorleiterin – was ihr die Arbeit natürlich sehr erleichtere. Einzelner Frauen spielen Instrumente, wie Querflöte oder Geige, die auch im Konzert zum Einsatz kommen können.

Und was bietet der Chor beim Konzert am 1. Advent in der Kempener Paterskirche? „Wir singen tatsächlich Adventliches, nichts Weihnachtliches“, verrät Claudia Zonker. Es gibt Musik von Bach, Mendelssohn, Rutter, „immer an der Bibel entlang“.

Jetzt aber ist Probenzeit. Der Chor beginnt sich einzusingen, stimmt die ersten Klänge an: man darf sich freuen.

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