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Bauzaun auf dem Buttermarkt in Kempen wird zum Kunstwerk

Kempen : Der Bauzaun wird zum Kunstwerk

Der Buttermarkt hat sein erstes Graffito auf Zeit erhalten: Auf 17 Meter Länge des Zauns haben Teilnehmer der Ferienprogramme der städtischen Jugendeinrichtungen die Skyline der Stadt gesprüht.

Bis zur vorigen Woche war es nur eine grüne Baustellenbegrenzung. Jetzt ist es ein Kunstwerk. Die Rede ist vom Bauzaun auf dem Buttermarkt, der das ehemalige Gebäude mit der Hausnummer 10 abschirmt. Der für den Abriss und die weiteren Arbeiten aufgestellte 30 Meter lange Zaun zeigt nun auf 17 Metern die Skyline von Kempen. Mühle, Burg, Kuhtor und Kirchen sind als schwarze Silhouetten entstanden.

Über dem Ganzen zieht sich der in Grüntönen gehaltene Schriftzug „Kempen“, wobei es scheint, als wäre jeder einzelne Buchstabe lebendig. Wer für das Werk verantwortlich ist, kann jeder Passant direkt erkennen. In einem satten Brombeerton sind die um vielfach kleineren Schriftzüge „Campus“, „Calimero“, „Mounty“ und „Stadt Kempen“ zu lesen. Wobei es sich bei den ersten drei Namen um die Jugendfreizeiteinrichtungen der Stadt Kempen handelt. Und genau aus diesen Einrichtungen kamen die Sprayer im Alter von 14 Jahren bis Mitte 20.

Das Graffitiprojekt ist ein kostenfreier Workshop der städtischen Jugendtreffs. „Wegen Corona ist dieses Jahr alles etwas anders. Wir hatten die Idee, einen solchen Workshop anzubieten, da Graffitisprayen seit Langem bei uns ein Thema ist“, sagt Jonas Straeten, Einrichtungsleiter des Calimero. Vor fünf Jahren ging das offizielle Sprayen mit der Straßenbahn an der Skateranlage los. Die Jugendlichen gestalten die Waggons in einer der Lackierhallen der Stadtwerke Krefeld. Danach wurde an unterschiedlichen Objekten, auch über den Einzugsbereich der Stadt Kempen hinaus, gesprayt.

Als die Bauzäune am Buttermarkt aufgestellt wurden, erschienen sie den Graffiti-Künstlern als ideale Fläche. Es gab Rücksprachen mit der Stadt sowie den Eigentümern und der Baugesellschaft. Alle gaben ihr Okay dazu, und der Workshop unter Anleitung erfahrener Sprayer konnte starten. Für den Buttermarkt als Zentrum Kempens erschien es angebracht, auch auf die Thomasstadt anzuspielen. Die Entwürfe waren so ansprechend, dass die sieben Workshop-Teilnehmer mit dem Grundieren der grünen Wände begannen.

Einen Tag später ging es mit dem Sprayen los, frei Hand nach den Skizzen. Auch bei den Bürgern kommt die Arbeit gut an. „Schon während wir gearbeitet haben, sind wir von etlichen Menschen angesprochen worden. Wir haben ein durchweg positives Feedback erhalten“, freut sich Straeten. Nun soll es weitergehen, denn auch der restliche grüne Bauzaun soll sich in ein Graffitikunstwerk verwandeln. Mit welchen Motiven, steht derzeit allerdings noch nicht fest. Eins ist aber sicher: An Ideen und Umsetzungsbegeisterung mangelt es den Sprayern nicht.