Baugebiet "Auf dem Zanger" in Kempen-St. Hubert: Im Eilverfahren wies das Oberverwaltungsgericht die Klage der Anwohner zurück.

St. Hubert : Auf dem Zanger: Sieg für die Stadt

Im Eilverfahren wies das Oberverwaltungsgericht die Klage der Anwohner zurück. Ein Erfolg im Hauptverfahren scheint damit sehr wahrscheinlich. Die Entscheidung fällt voraussichtlich in gut einem Jahr. 

Ein Ehepaar, das an der Straße „Auf dem Zanger“ in St. Hubert wohnt und vor dem Oberverwaltungsgericht gegen die Umsetzung des Bebauungsplans geklagt hat, musste eine Schlappe einstecken. In einem Eilverfahren bekam die Stadt Kempen in allen Punkten Recht. Das teilte der Erste Beigeordnete Hans Ferber mit. Die Erschließung und der Bau können nun also plangemäß losgehen.

Die Stadtverwaltung war überrascht über die schnelle Entscheidung, den Bescheid über den Eilantrag hatte man erst in rund drei Monaten erwartet. In rund einem Jahr, meint Ferber, werde das Hauptverfahren entschieden. „Aller Erfahrung nach werden die Entscheide aus dem Eilverfahren bestätigt“, sagt der Beigeordnete und Jurist. Im vorläufigen Bescheid seien alle von der Gegenseite vorgebrachten Argumente abgelehnt worden. Da ging es um den zu erwartenden Verkehrslärm. Die Anwohner hatten sich geärgert, dass die Stadt die Beeinträchtigungen als „zumutbar“ bezeichnet habe. Dezibelmessungen hingegen hätten zum Ergebnis geführt, dass der zulässige Höchstwert deutlich unterschritten werde. 

Von Anwohnern geäußerte Kritik an der von der Stadt geplanten Erschließung teilt das Oberverwaltungsgericht ebenso nicht. Bedenken gab es auch, dass es nicht bei den geplanten rund 100 Wohneinheiten bleibt, sondern dass rund 30 dazukommen. „Die Planung ist nicht parzellenscharf, sondern bezieht sich auf die gesamte Fläche“, sagt Ferber. Wie genau später die Bebauung aussehe, stehe auf einem anderen Blatt: „Da gibt es genug Spielraum, um genauere Zuschnitte zu machen.“

Kanal- und Versorgungsleitungen werden gelegt. Foto: Heiner Deckers

Es spricht also vieles dafür, dass das Neubaugebiet wie geplant entstehen kann. Die Häuslebauer können – eine Bestätigung des Eilbescheids vorausgesetzt – aufatmen und sich auf ihr neues Zuhause freuen. Im Juli haben bereits die Erschließungsarbeiten begonnen. Interessenten, die gern dort bauen würden, gibt es genug. Mehr als 300 potenzielle Käufer stehen bereits auf der Liste, die das Amt für Liegenschaften angelegt hat.

Die Stadt hat sich durch die Klage nicht von ihrer Planung abbringen lassen und war guter Dinge, sich vor Gericht durchzusetzen. Die Kläger hatten stets betont, dass sie das Neubaugebiet nicht verhindern wollen. Sie wollten nur nicht die Hauptlast des Verkehrs tragen. Dem hat die Stadt Rechnung getragen, indem sie Flächen für eine eigenständige Baustraße von der Aldekerker Straße aus pachtete. Über die soll in den nächsten Monaten der Baustellenverkehr abgewickelt werden. Die Stadt will jetzt mit der Vermarktung der Flächen, die sich in ihrem Besitz befinden, beginnen. Zunächst muss das Baugebiet vollständig erschlossen werden. Abwasserkanäle und Versorgungsleitungen müssen gelegt werden. Das Bauunternehmen Tecklenburg, das sich auch „Auf dem Zanger“ engagiert, steht ebenfalls in den Startlöchern. „Das kann jetzt schnell losgehen“, mutmaßt Ferber.

Die aktuelle Kontroverse um das Neubaugebiet „Auf dem Zanger“ erinnert in vielen Punkten an den Rechtsstreit, den die Stadt im Vorfeld der Errichtung des Pflegewohnheims „Am Beyertzhof“ führen musste und in allen Instanzen gewann. Der „Beyertzhof“ liegt in unmittelbarer Nähe der Straße „Auf dem Zanger“.

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