Kreis Viersen: Backlin ist butterweich

Kreis Viersen: Backlin ist butterweich

Freunde des zartweißen Gemüses können sich freuen: Der erste heimische Spargel ist da. Auf dem St. Huberter Spargelhof Goetzens, aber auch in weiteren Betrieben im Kreisgebiet ist die Saison gestartet.

St. Hubert "Butterzarter Spargel", schwärmt Karl Goetzens. Er muss wissen, wie der erste frische Spargel schmeckt, schließlich baut er ihn auf seinen Feldern in St. Hubert an und kam schon rund eine Woche vor dem offiziellen Start der Spargelsaison in den Genuss der langen weißen Stangen. "Wir hatten den Geschmack bereits auf der Zunge liegen, und meine Frau Anni meinte morgens zu mir, geh doch mal gucken", erinnert sich der Spargelbauer. Das war am 25. März.

So landeten eineinhalb Kilo, klassisch zubereitet mit Sauce Hollandaise, Schinken und Kartoffeln, auf dem Sonntagmittagstisch der Familie Goetzens. Am 31. März konnte Goetzens dann offiziell den Start der Spargelsaison einläuten. Es waren genügend Stangen zum Stechen da. "Wir sind damit acht Tage früher am Start als im vergangenen Jahr", berichtet er.

Folienmanagement auf dem Feld

Schon im Dezember zog der Landwirt die schwarz-weiße Doppelfolie über die Spargelwälle und setzte die Bügel für die spätere transparente Folie. Während des Frostes Anfang dieses Jahres kam die transparente Folie zum Einsatz. Dazu erhielten die Wälle die Restwärme aus dem hofeigenen Blockheizkraftwerk. Ohne diese Hilfen gäbe es den ersten heimischen Spargel nämlich noch lange nicht.

"Momentan betreiben wir ein Folienmanagement. Ohne Folie geht nichts", sagt Goetzens. Wären die transparenten Folien nicht im Einsatz, so würden die zarten Spargelköpfchen befrieren, denn in den letzten Tagen gab es in den Nächsten immer mal wieder Bodenfrost. Auf der anderen Seite wird es unter diesen Folien, wenn die Sonne scheint, sehr warm. Eigentlich zu warm für den Spargel. Er möchte dann seinen Kopf öffnen und schon in die vegetative Phase wechseln. Für den Spargelbauern heißt dies, immer auf Draht zu sein und schnell zu stechen. Weil der Spargel aber so schnell wächst, ist kein Rostansatz gegeben. Die langen Stangen sind schneeweiß und so auch ein Genuss fürs Auge. Dazu kommt: Sie sind butterweich und haben eine zarte Schale. "Den Spargel kann man lutschen, so extrem zart ist er", meint der Fachmann.

Allerdings braucht der erste Spargel, weil er so zart ist, in diesem Jahr etwas mehr Würze in Form von Salz bei der Zubereitung. Goetzens setzt dabei seit Jahren auf die Spargelsorte Backlin. Schöne weiße Stangen, geschlossene Köpfe und auch über die Ernteperioden hinweg bleiben die Stangen anhaltend dick.

Wie es mit der weiteren Spargel-ernte aussehen wird, kann Goetzens nicht vorhersagen. "Das ist wie eine Lotterie. Es hängt vom Wetter ab. Sicherlich wird der Spargel im Juni knapper werden. Die größte Menge ist dann schon weg, wenn er weiter so gut wächst", sagt Goetzens. Auch wenn er seit Jahren Spargel anbaut, übergegessen hat er ihn sich nicht. "Mittags mit Sauce Hollandaise und Abends als Schinkenröllchen mit einem Glas Weißwein. Köstlich!"

Übrigens, auch die ersten heimischen Erdbeeren aus den Treibhäusern von Goetzens gibt es seit dieser Woche. Allerdings ist die Ausbeute hier noch klein. Frage des Tages

(tref)