Aussendungsgottesdienst für die Sternsinger in Kempen

Sternsinger : Kempener Kinder bringen den Segen

In der Kempener Propsteikirche sendete Propst Thomas Eicker bei einem Gottesdienst am Freitagmittag die Sternsinger aus. Bis zum 6. Januar werden sie im Stadtgebiet unterwegs sein und um Spenden für Kinder bitten.

Im gut gefüllten Kirchenschiff von St. Marien glitzern die goldenen Kronen und es schimmert der Samt. Es ist mal wieder soweit. Die Sternsinger und ihre Begleiter werden zwischen dem 28. Dezember und 5. Januar durch die Straßen Kempens ziehen. Beim Aussendungsgottesdienst begrüßte Propst Thomas Eicker die „vielen prominenten Leute“, Könige und Königinnen, Hirten und Sternträger als „Botinnen und Boten des Friedens und der Menschlichkeit“.

Mit dabei sind auch Menschen mit einer Behinderung, die in Kempener Einrichtungen der Lebenshilfe des Kreises Viersen wohnen. Dieter Kammel (53), bekleidet mit einem Fellumhang und einer Krone, hat schon „viele Male“ als Sternsinger mitgemacht, „weil ist ihm Spaß macht“. „Es gibt viele nette Leute, aber manchmal macht man auch blöde Erfahrungen“, sagt er. Seine Mitbewohner Nina Ruch (25) und Malte Rumpel (41) gehen zum ersten Mal mit. Sie sind noch unsicher, gespannt, was sie erwartet.

Stephanie Vogt aus St. Josef ist mit ihren Kindern Henry (9) und Piet (7) und deren Freunden dabei: „Wir sind aus einer ehemaligen Kommuniongruppe entstanden“, sagt sie. Sie alle werden den Menschen, die ihnen die Türe öffnen, ein Lied singen und einen Segensgruß überbringen. Dann schreiben sie den traditionellen Segensspruch 20*C+M+B+19 mit Kreide an die Haustür oder Hauswand. Wer das nicht möchte, kann alternativ auch einen Aufkleber bekommen. Dann wird um eine Spende gebeten. Jede Gemeinde unterstützt dabei, wie schon seit vielen Jahren, ihr jeweils eigenes Hilfsprojekt für Kinder in allen Teilen der Welt. Von den Spenden im Bezirk von St. Josef wird die Missionsstation der Oblaten-Gemeinschaft in Okatana/Namibia und das Aids-Beratungszentrum Tonateni in Oshakati unterstützt. Vor allem mit den Spenden aus Kempen wird die Finanzierung einer Suppenküche sichergestellt, in der rund 300 Aids-Waisen versorgt werden.

Die Sternsinger in St. Marien sammeln für das Patenschaftsprojekt „Centro Thomas a Kempis“ in Pedro II, Brasilien. Das öffentliche Schulsystem ist dort schlecht. Mit den Spenden wird Kindern der in Armut lebenden Landarbeiter und Kleinbauernfamilien der Besuch einer Ganztagsschule ermöglicht. Die Sternsinger in Christ-König sammeln für das Kinderhaus Árbol de la Esperanza in Quito/Ecuador. Das Kinderhaus, das die gebürtige Kempenerin Angela Aretz leitet, bietet misshandelten Jungen eine Heimat und Betreuung bis zum Einstieg ins Berufsleben.

Die Sternsingeraktion ist im Wesentlichen getragen von den vielen ehrenamtlichen Helfern und Organisatoren. Für St. Marien sind dies Ingrid Platen, Barbara Saitner- Holtemeyer und Sabine Goertsches. Sie haben die Sternsinger mit Kostümen und dem notwendigen Equipment ausgestattet. Hinzu kommt ein kleiner Leitfaden, damit auch die Neuen wissen, was zu tun ist. In diesem Jahr sind es für den Bezirk St. Marien rund 60 Sternsinger – eine gute Beteiligung. „Das wechselt immer“, sagt Barbara Saitner-Holtemeyer. Und die Spendenbereitschaft in Kempen sei ungebrochen hoch, stellt sie erfreut fest.

Die aktuelle Aktion Dreikönigssingen steht unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“ und stellt Kinder mit Behinderungen in den Mittelpunkt. Die Aktion Dreikönigssingen gilt als die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Organisiert wird sie vom Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland mit Sitz in Aachen zusammen mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit Beginn im Jahr 1959 haben die Sternsinger rund eine Milliarde Euro gesammelt. Allein im vergangenen Jahr gab es mit mehr als 48 Millionen Euro das höchste Sammelergebnis der Geschichte.

In Kempen beenden Dankgottesdienste in den drei Kirchen die diesjährige Sternsingeraktion: Am Sonntag, 6. Januar, um 9.30 Uhr in St. Marien. In Christ-König und St. Josef finden die Gottesdienste jeweils um 11.30 Uhr statt. Dort können auch noch Segenssprüche in Aufklebeform abgeholt werden – falls jemand beim Besuch der Sternsinger nicht zu Hause war.

Im Bezirk von Christ-König im Hagelkreuz konnten in diesem Jahr nicht alle Sammelbezirke besetzt werden. Wer in jedem Fall den Besuch der Sternsinger wünscht, möge sich rechtzeitig im Pfarrbüro (Telefon: 02152 4908) melden.