Stadt Kempen: Ausflugstipps für das Pfingstwochenende

Stadt Kempen : Ausflugstipps für das Pfingstwochenende

Ein Besuch im Freilichtmuseum Dorenburg lohnt sich immer. Am Wochenende lockt neben Einblicken in die Geschichte des Niederrheins die Deutsche Bügelmeisterschaft. Außerdem: Marias Haar, Windmühle, Fußball und mehr.

Einen Tag der offenen Tür gibt es am Pfingstwochenende auf dem Grefrather Flugplatz Nierhorst nicht mehr. Nach dem Unglück bei der Love Parade in Duisburg sind die Vorschriften so streng geworden, dass die beiden Vereine - der Segelclub Grenzland und die Motorfluggruppe Grenzland - eine solche Großveranstaltung nicht mehr finanzieren können. Trotzdem lohnt sich am kommenden Wochenende ein Besuch im Niershorst.

Den Flugplatz selber darf man zwar nicht betreten, ein Programm ist auch nicht vorgesehen. Im Eingangsbereich stehen jedoch von 10 Uhr bis Sonnenuntergang zwei Flugzeuge, die man sich anschauen und fotografieren kann, in die man sich sogar hineinsetzen darf. Bei Bedarf können spontan vor Ort Rundflüge gebucht werden. Ganz Mutige können sich für einen Fallschirm-Tandemsprung entscheiden.

Eine ganz besondere Attraktion wartet Pfingstsonntag nach Sonnenuntergang auf die Besucher. Dann leuchtet nämlich der Himmel über dem Flugplatz - Pfingstfeuerwerk ist angesagt. Veranstalter ist ist die Agentur X Magic, das Ganze findet im Rahmen eines Workshops für Feuerwerker statt.

Auf der Bügelbahn im Freilichtmuseum Dorenburg finden von Freitag bis Sonntag die Internationalen Deutschen Bügelmeisterschaften statt. Gespielt wird an allen Tagen ab 10 Uhr. Die Siegerehrung findet voraussichtlich Montag um 16 Uhr statt. Mehr als 100 Bügler sind am Wochenende am Start. Dabei werden auch die Nationalen Deutschen Meister ermittelt. Mit dem Titel eines Internationalen Deutschen Meisters durfte sich bislang kein Deutscher schmücken, Diese Titel wanderten bislang stets in die Niederlande. Das dürfte bei der 30. Auflage der Turniers nicht anders sein.

Einen Besuch wert ist das Freilichtmuseum Dorenburg in Grefrath, das an beiden Pfingsttagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist, aber nicht nur für Freunde des gepflegten Bügel-Spiels. Dort werden Kultur und Geschichte des Niederrheins lebendig. In der Dorenburg selber, den Hofanlagen und Fachwerkhäusern erleben die Besucher, wie dort in früherer Zeit gelebt, gewohnt und gearbeitet wurde.

Man sieht im Museum verschiedene historische Facetten: Architektur und Landschaft sowie die Traditionen, Wirtschafts- und Lebensweisen der Menschen aus der Region. Im Spielzeugmuseum sieht man Spielzeug aus drei Jahrhunderten, darunter auch heutzutage längst vergessene Dinge. Noch bis Ende des Monats läuft die Sonderausstellung "Kopfsache - Zur Kulturgeschichte der Haare".

Um Haare geht es auch im Kempener Kramermuseum, aber um das "Haar der Maria" (Sonntag, 11 bis 17 Uhr). Mindestens seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts galt Kempen als Wallfahrtsort, der damals weit bedeutender als Kevelaer war. Die Ausstellung bleibt nicht beim Marienkult stehen, sondern zeigt auch auf, wie die Stadtgeschichte weitergegangen ist. Kempen wurde zum Zentrum der Reformation, bis die Gegenreformation die Stadt für lange Zeit in Stillstand versetzte.

Am Pfingstmontag, 10.30 bis 17 Uhr, öffnet der Heimatverein Tönisberg die Bockwindmühle auf dem Mühlenberg. Der Pfingstmontag ist der Deutsche Mühlentag, es werden Führungen mit Erläuterungen zur Mühle angeboten. Die Mühle ist seit 1913 nicht mehr in Betrieb. Ebenso stellt der Heimatverein an der seine 17. Ausgabe der "Tönisberger Heimatblätter" vor. Zur Stärkung der Mühlenbesucher gibt es beim Tag der offenen Tür Mühlenbrot mit Schmalz oder Norderneyer Schinken oder Würstchen und dazu Kaffee oder andere Getränke und am Nachmittag Kuchen.

Wer in alten Gebäuden Geschichte atmen möchte, der ist in Oedt richtig. Dort lädt der Heimatverein von 11 bis 17 Uhr zur Besichtigung von Burg Uda ein. Vor 700 Jahren wurde sie erstmals als "castrum ude" erwähnt. Gebaut wurde die Burg wohl um das Jahr 1300 durch Luf III. von Kleve. Die Burg Uda war eine kurkölnische Landesburg und eine Grenzfestung gegenüber den Herzogtümern Jülich und Geldern.

Die wechselvolle Geschichte der Burg Uda endet im Dreißigjährigen Krieg. Im Jahr 1642 erobern Truppen aus Hessen die Burg. Im April 1643 wurde sie zerstört. Damit hatte sie ihre Berechtigung als Festung verloren. Allerdings wurde das Gebäude damals nicht vollständig zerstört. Vielmehr wurden die Überreste bis zum Jahre 1757 noch als Amtshaus genutzt. Auch waren hier immer wieder Soldaten einquartiert. Das geht aus alten Unterlagen hervor. Danach veranlassten französische Offiziere, dass die Burgmauern abgetragen wurden.

Zum Schluss dann noch ein sportlicher Tipp: Thomasstadt Kempen und der VfL Tönisberg präsentieren Samstag und Sonntag den ganzen Tag über den internationalen OKI-U 10-Cup mit Mannschaften von europäischen Top-Vereinen wie Bayern München, FC Liverpool oder Juventus Turin. Insgesamt sind bei diesem Turnier 96 Teams am Start.

(RP)
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