Stadt Kempen: Aus Liebe zur Geschichte

Stadt Kempen: Aus Liebe zur Geschichte

In Kempen hat sich der Verein der Freunde und Förderer des Kreisarchivs Viersen gegründet. Er will der Institution in der Kempener Burg finanziell unter die Arme greifen. Privatleute und Firmen können beitreten.

Dem Kreisarchivar Dr. Gerhard Rehm möchte der Verein der Freunde und Förderer des Kreisarchivs Viersen in der Kempener Burg nicht ins Handwerk pfuschen. Das sagt der 1. Vorsitzende des jetzt neu gegründeten Vereins, Dr. Wilhelm Stratmann. Der Kempener, der das Museum Schloss Rheydt in Mönchengladbach leitet, weiß aus eigener Erfahrung zu gut, was kulturelle und historische Einrichtungen ohne einen Förderverein wären. "Wir wollen dem Archiv und dem Archivar Möglichkeiten finanzieller Art an die Hand geben für Dinge, die er sonst nicht machen könnte", sagt Stratmann.

Annähernd 1000 Nutzer hat das Archiv des Kreises in der Kempener Burg pro Jahr. Überwiegend sind es Privatleute, die die umfangreichen Bestände nutzen, um Familienforschung zu betreiben. Allein 30 000 Bücher und rund 2000 Urkunden (ab dem 13. Jahrhundert) aus den kreisangehörigen Städten und Gemeinden mit Ausnahme der Stadt Viersen und der Stadt Willich (nach 1969) bewahrt das Archiv auf. Rund vier Kilometer Akten sind es nach Angaben von Kreisarchivar Rehm.

Der ist froh, dass es einen Förderverein gibt. Um keine Zweifel aufkommen zu lassen betont er, dass der Verein nicht der Versuch sei, dass der Kreis Geld sparen könne. Das Archiv sei eine Pflichtaufgabe. Aber es gebe Dinge, die ein Verein einfacher bewerkstelligen könne als eine Verwaltung. Wenn rasch Geld bereit gestellt werden müsse, um eine wertvolle Urkunde zu beschaffen oder eine Postkartensammlung, könne der Verein helfen, nennt Rehm Beispiele.

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Stratmann sieht als weitere Aufgabe des Vereins, das Archiv und seine Aufgaben bekannter zu machen. Er kann sich vorstellen, dass der Verein die Herausgabe von Flyern unterstützt oder eine Archiv-Homepage fördert. Ferner sieht er den Verein als eine Institution, die den Netzwerk-Gedanken historisch Interessierter im Kreisgebiet bündeln und fördern kann. Rehm schließt nicht aus, dass der Verein — vergleichbar der Praxis von Kreisheimatbünden in anderen Kreisen — Druckkostenzuschüsse für historische Arbeiten gewährt, die Themen aus dem Kreis behandeln, oder die Restaurierung wertvoller Handschriften unterstützt..

Ideen gib es viele, die die derzeit 15 Mitglieder haben, doch zunächst muss der Verein Geld beschaffen. Privatleute und Firmen können dem Verein beitreten. Auch an der Mitgliedschaft von Heimat- und Geschichtsvereinen ist der Verein interessiert. "Unser Ziel ist es, in den nächsten ein bis zwei Jahren 100 Mitglieder zu bekommen", sagt Stratmann. Frage des Tages

(RP)
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