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Stadt Kempen: Auf dem Obstbaum des Lebens

Stadt Kempen : Auf dem Obstbaum des Lebens

Frauen-Frühstücksbuffet und Kabarett mit Monika Blankenberg anlässlich des Internationalen Frauentages im Restaurant Ela.

Auch wenn sich die Gleichstellungsbeauftragte Ute Ripkens sehr freute, dass alle drei Termine für das traditionelle Frauenfrühstück anlässlich des Weltfrauentages am 8. März mit jeweils 85 Teilnehmerinnen voll ausgebucht waren, gab sie doch bei ihrer Begrüßung am Samstag zu, dass sie ein wenig frustriert sei. Denn beim Vorbereiten ihrer Begrüßungsworte war ihr aufgefallen, dass auch nach all den Jahren, die sie im Amt ist, immer noch die gleichen Themen vorherrschen. Immer noch gebe es nicht den gleichen Lohn für Frauen und Männer für die selbe Arbeit. Auf dem Land fehlten zunehmend Hebammen. Viel hätte sich nicht geändert. Sie wünschte sich ausdrücklich mehr Frauen in der Politik. Aber auch jede Einzelne im Publikum forderte sie auf, sich für Frauenrechte stark zu machen.

Für den amüsanten Teil des Vormittags sorgte in diesem Jahr Monika Blankenberg. Sie präsentierte ihr Programm "Altern ist nichts für Feiglinge Vol. II", Das Ganze war eine bunte Mischung aus Gesellschaftssatire und politischem Kabarett. Sie ging aber auch mit den ganz normalen Alltagsproblemen, vor allem reiferer Frauen um. Damit traf sie beim Publikum voll ins Schwarze. Mehrmals gab es zwischendurch Applaus oder auch zustimmendes Nicken und Gemurmel an den Tischen.

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Gleich zu Beginn verglich sie das Leben mit einem Obstbaum. Die Jüngeren sitzen noch auf dürren Ästen, dann kommt die Reife, schließlich die Überreife und am Ende wird man wurmstichig. So will sie nicht enden. Sie habe etwas anderes vor. Denn sie wolle für Frauenrechte eintreten und wehre sich dagegen, verbiestert zu sein.

Den Männern traute sie nicht viel zu. Die würden ja meinen, Frauen bekämen die Kinder im Galopp und dann ginge alles wieder wie zuvor. Damit kam sie auch auf das Thema des Alterns. "Ich altere jetzt hauptberuflich!", sagte sie. Und wurde dann ganz philosophisch. Zeit sei doch ein luftiges Gebilde, meinte sie. Und so veränderten sich auch Beziehungen. Insgesamt sei das Leben eine Mutprobe. Sie sei jetzt schon in dem Alter, wo sie als Frau unsichtbar sei, stellte sie an anderer Stelle im Programm fest.

Dann ging es rasant durch alle möglichen Themen. Der Unsegen moderner Telefone, die ohne Rücksicht auf andere lautstark bedient werden. Der Hormonwechsel der Frauen oder auch die Schwierigkeiten mit den Religionen waren Themen. So beklagte sie, dass manche Menschen den Kopf wohl nur zur "Hohlraumversiegelung" hätten. Das war nicht nur ein Seitenhieb auf Frauen mit Tatoos und Schönheitsoperationen, sondern ebenso auf die Politik. Und schon war sie im Eiltempo bei der Schwierigkeit, den richtigen Büstenhalter zu finden, angekommen. Die Spiegel in den Umkleidekabinen gingen mit der Käuferin nicht gerade freundlich um. Ganz zum Schluss gab es noch einmal eine wunderschöne Geschichte über Oma Anna, die mit viel Humor die Beschwernisse des Alterns angeht.

(sr)