Kempen: Archäologen melden erstaunliche Funde

Kempen : Archäologen melden erstaunliche Funde

Weiterhin wird auf dem Vorplatz des Kulturforums heftig gegraben, gemessen und katalogisiert. Martin Vollmer-König vom Amt für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) stellte am Montagabend dem Bau- und Denkmalausschuss den jetzigen Ergebnisstand vor.

Der Technische Beigeordnete Stephan Kahl gab zu, dass das Bauamt von den Funden überrascht war. Der Archäologe sagte dagegen aus seiner Erfahrung, dass solche Funde in der Nähe von Klöstern nicht unüblich sind. "Das was man oben sieht, hat Fortsetzung im Untergrund, das vergisst man oft."

Historisches Kartenmaterial zeigt einen Garten am Kloster, aber es zeigt sich, dass dort auch eine Bebauung zur Straße hin vorhanden war. Die Archäologen gehen von vier Phasen zur Klärung des Alters der Funde aus. Einige scheinen aus dem 16. Jahrhundert zu stamme, andere aus der Zeit zwischen 16. Jahrhundert und der nachfolgenden dritten Phase aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Den vierten Zeitabschnitt vermuten die Forscher um 1740. Entlang eines Mauerrestes zeigen sich viele Brunnen, ein Indiz dafür, dass hier hauswirtschaftliche oder handwerkliche Tätigkeiten verrichtet wurden, für die das Wasser gebraucht wurde. Zunächst unscheinbare Funde führen bei Grabungen in die Tiefe zu immer neuen Entdeckungen, berichtete er.

So findet sich in einem Keller aus dem 16. Jahrhundert eine Lichtnische an der Treppe. Andere Mauerreste weisen darauf hin, dass es hier einen Wehrturm ähnlich wie dem St. Huberter Berfes gab. Komplett erhalten fanden die Archäologen einen Krug. Da lässt es sich nur spekulieren, ob hier einst ein Schatz vergraben war und der Krug deshalb so gut ins Erdreich eingelassen war. Michael Rumphorst (Grüne) wollte wissen, was mit den Fundstücken nun passiert. Zunächst wird alles untersucht und dokumentiert, so Vollmar-König. Und: "Über den Berfes müsste man nachdenken, das ist noch zu früh." Hermann Mechle (SPD) fragte, ob man trotzdem mit dem Zeitrahmen für die Errichtung des Klosterhofs hinkommt. Sowohl Kahl als auch Vollmer-König waren sich sicher, dass die Arbeiten bald abgeschlossen sind und sich keine Verzögerung ergibt.

(sr)