1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Kreis Viersen: Arbeitsvermittlung für Flüchtlinge

Kreis Viersen : Arbeitsvermittlung für Flüchtlinge

Die Arbeitsagentur Krefeld-Kreis Viersen hat eine Vermittlerin eingestellt, die sich nur um Flüchtlinge kümmert. Myryam Sayedi kennt die Probleme, sie ist selber 2010 als Flüchtling aus dem Iran gekommen.

Um Flüchtlinge mit Bleibeperspektive über die Chancen und Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt zu informieren und eine möglichst schnelle Integration in Arbeit zu unterstützen, hat die Agentur für Arbeit Krefeld-Kreis Viersen jetzt mit Maryam Sayedi aus dem Iran eine zusätzliche Arbeitsvermittlerin eingestellt.

Die wachsende Anzahl Asylbewerbern und geduldeten Flüchtlingen stellt auch die Agentur vor besondere Herausforderungen. Zwar sind zunächst jeweils die Fragen zum Asyl- und Aufenthaltsrecht sowie der Unterbringung der Menschen zu klären, aber schnell geht es dann auch um die Frage: Wie kann man Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren? Daher hat der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit im Juli beschlossen, aus seiner so genannten arbeitsmarktpolitischen Interventionsreserve bundesweit Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro bereitzustellen, um den Arbeitsagenturen eine Handlungsspielraum für Maßnahmen der Arbeitsförderung zu ermöglichen. "Die Chance zur Beschäftigung von Frau Sayedi als Arbeitsvermittlerin speziell für Flüchtlinge ist für unsere Arbeitsagentur und die Flüchtlinge in Krefeld und im Kreis Viersen ein Glücksfall", so Dirk Strangfeld, Leiter der Agentur für Arbeit. "Frau Sayedi kennt die Situation und ist selber Ende 2010 als Flüchtling aus dem Iran zu uns gekommen. Sie kennt also die großen Herausforderungen, vor denen die Flüchtlinge bei Ihrer Ankunft in Deutschland und auf ihrem weiteren Weg stehen, ganz persönlich. Und sie weiß aus eigener Erfahrung, wie der Weg in den Arbeitsmarkt gelingt" so Strangfeld weiter.

  • Kreis Viersen : Weniger Arbeitslose im Kreis Viersen
  • Die Grefrather Feuerwehr löschte das brennende
    Einsatz für die Feuerwehr Grefrath : Wohnmobil gerät in Brand: 57-Jähriger schwer verletzt
  • Das „Spielbrett“ von „Istanbul“ besteht aus
    Brettspielclub Niederrhein in Kempen : Brettspiele als echtes Event erleben

"Die größte Hürde ist die Sprache", weiß Maryam Sayedi. Auch in diesem Punkt war ihr persönlicher Werdegang von Vorteil, denn bereits im Iran hatte sie Deutsch studiert und konnte ihre Sprachkenntnisse in Deutschland schnell erweitern. Das gelang auch durch Mitarbeit in einem Freiwilligendienst, die Maryam Sayedi in der Zeit ihres Asyl-Anerkennungsverfahrens für die Diakonie in Lebach im Saarland geleistet hat.

Nach der Anerkennung hat sie dann bereits erste berufliche Erfahrungen in der Arbeit für Flüchtlinge für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Düsseldorf und bei der Caritas gesammelt. "Es geht aber auch darum, dass die mitgebrachten beruflichen Qualifikationen anerkannt werden. Ein weiterer Aspekt meiner Arbeit mit den Flüchtlingen wird es außerdem sein festzustellen, welche ergänzenden Qualifikationen noch benötigt werden und den Weg in die Arbeit eröffnen können." Unterstützt wird sie dabei von allen Arbeitsvermittlern der Arbeitsagentur.

"Die Integration der Flüchtlinge ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur gelingen kann, wenn alle Beteiligten nach ihren Möglichkeiten daran mitwirken. Ich sehe mit höchsten Respekt, wie die Stadt Krefeld und der Kreis Viersen mit seine Städten und Gemeinden die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge organisieren", sagt Strangfeld.

Dazu komme der engagierte Einsatz der sozialen Organisationen und vieler freiwilliger Helfer. Mit der Beschäftigung von Sayedi für die besondere Betreuung der Flüchtlinge bei der Beratung zu Arbeit und Ausbildung und der Integration in den Arbeitsmarkt möchte man als Arbeitsagentur noch einen zusätzlichen Beitrag zur Unterstützung leisten.

(RP)