Arbeitskreis Asyl und Menschenrechte lobt den Kempener Stadtrat

Kempen: Arbeitskreis lobt Haltung des Kempener Stadtrates

Die Bereitschaft des Stadtrates, aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufzunehmen, findet Zustimmung.

Im Vorfeld der so genannten Totenlesung zum Gedenken an die Zehntausenden von Geflüchteten, die bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen sind, hat sich der Kempener „Arbeitskreis Asyl und Menschenrechte“ lobend über das Verhalten der Kempener Kommunalpolitik geäußert. Der Stadtrat hatte in seiner letzten Sitzung vor Weihnachten unter anderem einmütig dem Antrag des Vorsitzenden des Arbeitskreises, Michael Stoffels, zugestimmt, dass die Stadt Kempen sich zu einem „sicheren Hafen“ für Flüchtlinge erklärt. Am kommenden Samstag, 12. Januar, soll mit einer zwölf Stunden langen Lesung in der Zeit von 6 bis 18 Uhr im Gemeindezentrum der evangelischen Thomaskirche in Kempen (Wachtendonker Straße) der vielen Opfer der Flüchtlingswelle auf dem Mittelmeer gedacht werden. Mitglieder des Arbeitskreises werden dann Namen der Toten aus einem Buch, das die niederländische Organisation „United für Intercultural Action“ herausgegeben hat, vorlesen.

Die Lesung ist ein Versuch, Namen und Erwähnung der unbekannt gebliebenen Toten gegen deren politisch erwünschtes Vergessen zu setzen, meint Michael Stoffels. Der Kempener engagiert sich seit vielen Jahren für Flüchtlinge, ist Mitglied im Flüchtlingsrat NRW. Mit dem Beschluss des Kempener Stadtrates wird zumindest sichergestellt, dass bis zu 15 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer zusätzlich aufgenommen werden und die Stadt die Kosten dafür trägt, falls mit dem Arbeitskreis private Unterbringungsmöglichkeiten organisiert werden können. Schon jetzt habe sich eine Familie bereit erklärt, im Falle des Falles einen Flüchtling bei sich aufzunehmen, berichtet Stoffels. Im Bedarfsfall hofft der Arbeitskreis auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung.

Zugleich will der Arbeitskreis seine Bemühungen verstärken, mit Hilfe weiterer kommunaler Asyl-Initiativen auch die anderen Städte und Gemeinden im Kreis Viersen dazu zu bewegen, sich dem Beispiel von Kempen anzuschließen.

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„Leider erfährt die Initiative keine Unterstützung durch den Landrat“, erklärt Stoffels. Dieser habe einen Offenen Brief der Asyl-Initiativen aus dem Kreis Viersen, dieser war vom Kempener Arbeitskreis auf den Weg gebracht worden, nicht zur Kenntnis genommen. Der Landrat hatte auf die Zuständigkeit der Bundesregierung in der Flüchtlingsfrage verwiesen. In anderen Kommunen, vor allem in Großstädten, und vom Deutschen Städtetag sei die Initiative wesentlich ernster genommen worden, betont Stoffels.

Der Kempener „Arbeitskreis Asyl und Menschenrechte“ hofft nun auf möglichst viele Besucher, die zu der Lesung am Samstag kommen. Die Kempener Ortsgruppe der Gefangenenhilfsorganisation „Amnesty International“ beteiligt sich mit der Ausstellung „Menschen auf der Flucht“ an der Aktion.

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