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Annelore Otten aus Oedt wurde 90 Jahre alt

Runder Geburtstag in Oedt : Aus Danzig an den Niederrhein

Annelore Otten kam als Vertriebene nach Oedt. Am Sonntag wurde sie 90 Jahre alt. Ihren Jubeltag feierte sie ganz im Kreise ihrer Familie.

(barni) Annelore Otten hat am Sonntag ihren 90. Geburtstag im Kreise ihrer Familie gefeiert. Als Vertriebene kam sie aus Danzig an den Niederrhein, fühlte sich in Oedt aber schon bald sehr wohl. Heute kann sie es ja zugeben: „In diesem Dorf möchte ich nicht begraben werden“, hatte sie damals gedacht, als sie zum ersten Mal in ihrer neuen Heimat war. Ihre Heimatstadt Danzig im heutigen Polen hat sie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zweimal besucht.

Annelore Otten hat einige Schicksalsschläge verkraften müssen: Sie ist seit 1991 Witwe und ihre beiden Töchter sind an Krebs gestorben. Aber sie hat noch ihre beiden Söhne; einer lebt in Krefeld, der andere in Oedt. Beide besuchen ihre Mutter regelmäßig. Zur Familie gehören außerdem der Enkelsohn und die Enkeltochter, die beide in Krefeld wohnen.

Gearbeitet hatte die Altersjubilarin viele Jahre als Hemdenbüglerin in Süchteln. Erst seit einigen Monaten lebt sie im Evangelischen Altenzentrum an der Oststraße in Oedt. Ihre Wohnung an der Johann-Gastes-Straße gab sie auf Anraten ihres Sohnes auf. Im Altenheim fühlt sich die Seniorin sehr wohl. Das liegt auch daran, dass eine Freundin dort schon seit einiger Zeit lebt. Gemeinsam unternimmt man regelmäßig Spaziergänge. Annelore Otten ist noch ziemlich gut zu Fuß unterwegs. Sie war noch nie im Leben ernsthaft erkrankt. „Ich habe immer gerne gehäkelt und gestrickt – und Kreuzworträtsel gelöst“, verrät die rüstige Seniorin. Und Rätsel löst sie immer noch gerne. „Mir geht es wirklich noch ganz gut, auch wenn ich morgens fünf und abends drei Pillekes schlucken muss“, sagt die Altersjubilarin.