Andreas Rebers gastierte im St. Huberter Forum

Kabarett : Mit bissigen Kommentaren aufs Weltgeschehen geblickt

Der Kabarettist Andreas Rebers gastierte mit seinem aktuellen Programm im St. Huberter Forum. Sein Auftritt erinnerte an Hanns Dieter Hüsch.

Eher unscheinbar kommt der Kabarettist Andreas Rebers auf die Bühne im St. Huberter Forum. „Ich helfe gerne” heißt sein Programm. Gleichzeitig kündigt er an, dass er an diesen Abenden auf jegliche Empathie verzichten will. Stimmt, in den nächsten zwei Stunden wird er seinen Besuchern wie auch den großen und kleinen Gestalten in der Welt ordentlich die Leviten lesen. Dies aber in einer derart humorvollen, intelligenten Art, dass man ihm gar nicht böse sein kann, sondern sich vielmehr amüsiert, wie er mit geschärftem Blick alles Mögliche entdeckt und mit viel Spaß an seinem Tun kommentiert.

Rebers kommt wie ein Pfarrer daher. Der Synthesizer ist mit einem Gobelin, der röhrende Hirsche im Wald zeigt, geziert und erinnert so nicht nur an einen Altar, sondern lässt auch Erinnerungen an Hanns Dieter Hüsch aufkommen, der ähnlich bescheiden an seinem Tasteninstrument saß. Und da Rebers nun einmal in die Rolle eines Pfarrers geschlüpft ist, kümmert er sich direkt einmal um die Rolle der Kirchenoberen in Deutschland. Ob der oberste Katholik Kardinal Marx oder sein protestantisches Pendant Bedfort-Strohm, keiner von beiden scheine zu den wirklich wichtigen Fragen konkret Stellung nehmen zu wollen, meint der Kabarettist. Und er macht gleich eine passende Handbewegung, die kaum merklich auf Missbrauchsfälle in der Kirche hinweist. Diese Bewegung, wie alle Gesten und seine Mimik, setzt er immer wieder ein – sparsam und bedacht. Ursachen und Wirkung hätten keinen Zusammenhang mehr, stellt er fest.

Schnell wechselt er zu den Volksparteien. Ob es diese denn überhaupt noch gebe, fragt er sich und die Besucher. Hier gelte, dass die, die die dicksten Bretter vor dem Kopf haben, am wenigsten ein Blatt vor den Mund nehmen würden. Und schon ist er da, der Seitenhieb auf den Jungsozialisten Kevin Kühnert. Bevor der enteignen wolle, solle er doch erst einmal wie jeder kleine Mann auf der Straße arbeiten gehen. Dann würde er besser wissen, was die Bürger empfinden. Damit ist Rebers direkt bei den Eliten des Landes. Die würden doch viel lieber unter sich bleiben und ihr eigenes Süppchen kochen. Wenn es dann tatsächlich mal Anklagen gegen die Großen aus Industrie und Bankenwelt gibt, sind diese schnell und lautlos wieder erledigt. Was macht der Rechtsstaat aus dem Land, fragt sich da Rebers.

Immer wieder verfällt er in einen Ton, der von Sprache und begleitender Gestik an Adolf Hitler erinnert. Das fällt ihm zum Beispiel auch bei der Eitelkeit von Juristen oder dem Wunsch mancher ein, die gerne wieder heim ins Reich wollen. Und so mahnt er zum Schluss in einem schon fast philosophischen Vortrag, sich Misstrauen und Ungehorsam zu bewahren. Das Leben solle man als Witz begreifen, dessen unvermeidbare letzte Pointe der Tod sei.

 Nächste und letzte Veranstaltung in der Reihe „Comedy & Kabarett” in dieser Saison ist Montag, 17. Juni, und Dienstag, 18. Juni, jeweils ab 20 Uhr, im Forum St. Hubert. Dann gastiert Liza Kos mit dem Programm „Was glaubt ich, wer ich bin?” Karten gibt es an der Kasse des Kulturforums Franziskanerkloster, Kempen, Burgstraße 19, Telefon: 02152 917-4120 oder per E-Mail an: kartenverkauf@kempen.de