Stadt Kempen: Andreas Fischer stellt J. S. Bach in den Mittelpunkt

Stadt Kempen : Andreas Fischer stellt J. S. Bach in den Mittelpunkt

Was bei zahlreichen Orgelkonzerten bereits Standard ist, hatte nun auch in der Kempener Paterskirche Premiere: Mittels Beamer und großer Leinwand konnte ein in beachtlicher Zahl erschienenes Publikum das Orgelspiel des in Hamburg wirkenden Andreas Fischer auch optisch verfolgen.

Ute Gremmel-Geuchen dankte für die technisch versierten Helfer, die diese willkommene Neuerung möglich machten. Dann stellte sie den Solisten des Abends vor - er ist Kantor und Organist an St. Katharinen, einer der Hamburger Hauptkirchen. Dort initiierte er den Wiederaufbau der einst berühmten und von Bach bewunderten Barockorgel, der im Jahre 2013 vollendet werden konnte. Neben seiner Arbeit verfolgt der Kirchenmusikdirektor, der in München bei Franz Lehrndorfer (Orgel), Gitti Pirner (Klavier), Roderich Kreile (Chorleitung) und Hans-Martin Schneidt (Dirigieren) ausgebildet wurde, eine internationale Karriere als Organist und Cembalist.

Sein Programm für Kempen hatte Fischer optimal auf die wunderschöne König-Orgel zugeschnitten. Nicolaus Bruhns (1665-1697), Schüler Buxtehudes und Organist in Husum, machte den Anfang mit einem der lediglich fünf Orgelwerke, die zu komponieren dem schon 31-jährig Verstorbenen vergönnt waren. Drei dieser fünf Werke sind uns übrigens durch Johann Sebastian Bachs Abschriften erhalten. Das von vielstimmiger Kontrapunktik geprägte "Präludium in G" enthält eine fünfstimmige und eine sechsstimmige Fuge, diese sogar mit Doppelpedal. Die komplizierte Konzeption wusste der Interpret dank bester Technik und überlegter Registrierung gut nachvollziehbar darzustellen.

Auch die zweite der sechs Triosonaten (c-Moll, BWV 526) Johann Sebastian Bachs, die wegen ihres erheblichen spieltechnischen Anspruchs von allen Organisten mit großem Respekt betrachtet werden, konnte überzeugen. Fischer gelang mit brillanter, hörbar auch am Klavier geschulter Spielfertigkeit und der wiederum reichen Farbpalette eine faszinierende Wiedergabe. - Das einsätzige "Concerto in C" BWV 595 (nach einer kompositorischen Vorlage des Prinzen Johann Ernst von Sachsen-Weimar) - ebenfalls von Bach - bestach durch seine eingängige Melodik und die flinken Manualwechsel, die auf der Leinwand gut zu verfolgen waren.

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Mit der abwechslungsreich interpretierten Partita diverse sopra "Christ, der du bist der helle Tag" BWV 766 beendete der Gast seine fesselnde Präsentation ganz unterschiedlicher Tonschöpfungen des Thomaskantors, um zum Schluss Wolfgang Amadeus Mozart die Ehre zu geben. Dessen gewichtigste Orgelkomposition, die "Fantasie f-Moll für ein Orgelwerk in einer Uhr" KV 608, hatte in Fischer einen hoch kompetenten, dabei liebevoll alle Facetten auslotenden Interpreten.

Reicher, dankbarer Beifall.

(oehm)
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