Kempen: Andere Formen der Bestattung sind gefragt

Kempen: Andere Formen der Bestattung sind gefragt

Zunehmend wünschen sich die Menschen andere Formen zur Bestattung eines Angehörigen oder Freundes. Grund für den Kempener Bestatter Stephan Wolters und seine Frau Heike Wolters-Judisch, selbst auch seit Ende November geprüfte Bestatterin, ein Bestattungshaus zu planen. Das Haus soll den Trauernden eine angenehme Atmosphäre bieten und vor allem auch Zeit geben, Abschied zu nehmen. So gibt es Abschiedsräume, die ganz verschiedene, angenehme Umgebungen in ihrer Dekoration bieten.

Bei Dekoration und Wahl von Kerzen geht das Ehepaar Wolters auf die Wünsche der Hinterbliebenen ein. Da bis zur Bestattung oder Einäscherung laut Gesetz acht Tage Zeit sind, haben auch die Angehörigen Zeit für ihre Verabschiedung. "Es besteht keine Eile", so Wolters. Das Ehepaar versteht sich dabei als Helfer der Angehörigen. Nicht nur was die Formulare betrifft, sondern auch bei der Gestaltung der Trauerfeier. Auch hier werden Wünsche berücksichtigt. Ebenso was die Kleidung des Verstorbenen im Sarg betrifft. "Es darf die Wohlfühlkleidung oder Lieblingsdecke oder ein Kissen sein", so Wolters. Musikauswahl, Blumendekoration, fast alles was gewünscht wird, ist erlaubt. Dazu ist ein Café geplant, nicht nur für den Beerdigungscafé, sondern auch als Ruhepunkt. Gleiches gilt für die Grünanlage rundherum. Ein Platz, um sich zu sammeln, vielleicht einmal ganz still für sich zu sein. Und das Ehepaar Wolters denkt auch bei der Gestaltung der Kapelle weiter. Dieser Raum dürfte durchaus als für. Veranstaltungspunkt rund ums Thema Trauer dienen.

Das Krefelder Architekturbüro Schmitz-Rudolph hat einen modernen, funktionsorientierten Bau geplant. Gekennzeichnet durch viele Fensterbänder, die Licht in die Räume lassen. Die einzelnen Bereiche trennen sich durch unterschiedlichen Dachhöhen, sind aber gleichzeitig durch großzügige Gänge miteinander verbunden. Hinter dem Ehepaar liegt ein langer Weg, um ihre Planungen zu verwirklichen. Schon 2006 haben sie angefangen, zu planen und Ideen zusammen zu tragen. Nun liegt aber auch aus dem zuständigen Ausschuss im Rat die Zustimmung vor.

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Noch in diesem Jahres soll es losgehen mit den Bauarbeiten. Bei parkähnlich gestalteten Grabfeldern befürchtet Wolters, der selbst Friedhofsgärtnermeister ist, dass diese verwaisen. Er tendiert zu Urnengemeinschaftsgräbern auf den vorhandenen Grabflächen.

(sr)
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