An der Niers hat sich eine Menge getan

Neues von der Niers: Die Niers heute: Biotope und Fische

Die „Perspektiven für Oedt“ weisen mit Informationstafeln auf eine einzigartige Entwicklung hin. Mehrere Sponsoren haben das ermöglicht. Die ersten Radfahrer haben davon bereits Gebrauch gemacht.

Den etwa 20 Idealisten, die derzeit ehrenamtlich für die „Perspektiven“ arbeiten, geht es vor allem darum, mit kleinen oder größeren Aktionen die Wohn- und Lebensqualität in Oedt zu verbessern. Dazu gehören auch die Naherholung und die Wasserqualität der Niers mit ihrer Fauna und Flora gehören. Aktuell geht es um Informationen, denn an den drei Bänken, die entlang der Niers auf Oedter Gebiet stehen, wurden jetzt jeweils unterschiedliche Info-Tafeln installiert.

„Als ich Kind war, war das hier eine fiese Brühe und eine Kloake“, sagt der 69-jährige Perspektiv-Sprecher Georg Fasselt. Er steht mit einer Gruppe an einer dieser drei Tafeln, etwa hundert Meter hinter dem Oedter Bootsanlegersteg. Die Tafeln sollen die Spaziergänger darauf hinweisen, wie sich das Gewässer mit seinen Uferzonen im Laufe der Zeit entwickelt hat. Es wird unter anderem daran erinnert, dass früher durch den Ausbau und durch die Begradigung der Niers viele Lebensräume an diesem Gewässer verloren gegangen waren. Die einst vorhandenen Feuchtgebiete trockneten aus. So langsam wurde dann in den 1990er-Jahren mit dem naturnahen Rückbau begonnen. „Mittlerweile ist hier viel Einzigartiges entstanden, gibt es zahlreiche Biotope, fühlt sich der Eisvogel hier ebenso heimisch wie zahlreiche Fischarten, ich habe hier schon Hechte schwimmen sehen“, schwärmte Fasselt. Dazu würden aber auch, zum Leidwesen einiger Landwirte, die Biber oder die Bisamratte gehören.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Oedter Altenzentrum drei Metallbänke gestiftet, die die „Perspektiven“ im Abstand von etwa 400 Metern an den Uferböschungen aufstellten. Monika Dether hatte den Vorschlag gemacht, dort an den Bänken Hinweise auf die Veränderungen der Niers zu geben. Umgesetzt hatte dies dann Maren Rose Hessler, die dem Nabu Grefrath angehört, außerdem bei den Perspektiven und in der Künstler-Gruppe „Bunte Gans“ mitmacht.

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Gerade fährt eine große Radfahr-Kolonne an der Niers entlang, informiert sich im Vorbeifahren kurz über das, was jetzt da los ist. Zum Außentermin gekommen waren die Sponsoren, die die drei Info-Tafeln finanziert hatten. Der Niersverband war durch Margit Heinz vertreten, die Sparkasse Krefeld durch den Oedter Filialleiter Andreas Kinast, die Gemeinde durch Wirtschaftsförderer Jens Ernesti und die Gemeindewerke durch Geschäftsführer Erik Ix. Fotograf Franz Miertz war ebenfalls dabei. Er hatte zahlreiche Aufnahmen gemacht, die neben den textlichen Erläuterungen zu sehen sind. Diese zeigen die derzeitige Pflanzen- und Tierwelt von den Kopfweiden bis zu den Totholzbereichen, vom „Austernfischer“ bis zu Libellen und Schmetterlingen. Die Info-Tafeln beschäftigen sich mit unterschiedlichen Themen. „Die Niers und ihre Landschaft“ ist das eine, „Auf Entdeckertour am Niersufer“ und „Tiere im und am Wasser“ sind die anderen Schwerpunkte.

„Hier ist es richtig schön geworden, Oedt wächst und gedeiht und stiehlt quasi den Grefrathern die Schau“, sagt Fasselt und verweist auf einige der nächsten Projekte der „Perspektiven für Oedt“: „Wir werden das gerade am Oedter Bergweg neu entstehende Repair-Café der Evangelischen Kirchengemeinde begleiten und unterstützen.“ Erneut werden die Perspektiven zum Abschluss des Oedter Martinszuges am 17. November das Feuerwerk an der Burg Uda zünden.

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