Amprion baut neue Strommasten

Kempen : Amprion baut neue, höhere Strommasten

Der Stromnetzbetreiber Amprion plant derzeit nicht nur die künftige unterirdische Stromautobahn von den Windkraftanlagen an der Nordsee in den Süden, das Unternehmen erhöht auch die Leistungskapazität auf den bestehenden Freileitungen.

Beides sind allerdings völlig unterschiedliche Projekte, wie Claas Hammes von der Unternehmenskommunikation der Firma Amprion jetzt in der Sitzung des Kempener Planungsausschusses erläuterte. Amprion plant den Netzausbau auf diversen Freileitungsstrecken. Dabei soll die Kapazität von derzeit 220 auf künftig 380 Kilovolt erhöht werden. Dazu werden zum einen die vorhandenen Strommasten umgerüstet. An einigen Stellen werden sie aber auch durch neue, wesentlich höhere Masten ersetzt.

Das Kempener Stadtgebiet ist im Ortsteil Tönisberg durch Bauvorhaben auf der Freileitungstrasse Niederrhein/West – Osterath betroffen. Auf rund 900 Metern, unmittelbar an der südöstlichen Grenze zu Hüls, werden die bestehenden fünf Strommasten durch drei neue, höhere ersetzt. Die alten Masten sind rund 36 Meter hoch, die neuen haben eine Höhe von fast 70 Meter. Auch auf St. Töniser Gebiet werden auf derselben Trasse Masten ausgetauscht. Amprion will das Planfeststellungsverfahren im Herbst 2019 bei der Bezirksregierung beantragen. Dann haben sowohl die von der Trasse betroffenen Kommunen als auch Bürger Gelegenheit, sich genauer zu informieren und Stellung zu nehmen. Aus Sicht der Stadt Kempen ergeben sich aus dem Vorhaben aber wohl keine Probleme, wenn auf der bestehenden Trasse Masten ausgetauscht werden.

Bei dem anderen Amprion-Projekt, der unterirdischen Stromautobahn, ist noch keine Entscheidung gefallen. Es gibt mehrere Varianten, die auch das Kempener Stadtgebiet tangieren. Eine soll westlich, eine andere östlich um die Bebauung herumführen. Dazu gab es kürzlich auch eine Bürgerinformation im St. Huberter Forum. Bei Stadtverwaltung und Politik in Kempen wird eine östliche Trassenführung bevorzugt. Eine Variante im Westen würde möglicherweise die Planungen für das neue Baugebiet beeinträchtigen.

Amprion wird für die unterirdische Stromautobahn nun die örtlichen Gegebenheiten untersuchen. Über die endgültige Trasse entscheidet die Bundesnetzagentur. Das erforderliche Planfeststellungsverfahren könnte in der zweiten Hälfte 2020 beginnen. 2023 soll dann feststehen, wo genau die Stromtrasse verlaufen wird. Ziel von Amprion ist es, 2025 die hiesige Verbindung in Betrieb nehmen zu können.

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