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Am 17. Mai öffnet das Kramer-Museum Kempen mit „Barocken Klosterarbeiten"

Interview mit Kempens Kulturamtsleiterin Elisabeth Friese : Zum Neustart barocke Klosterarbeiten

Am 17. Mai, dem Internationalen Museumstag, will das Städtische Kramer-Museum in Kempen wieder öffnen. Erstmals gezeigt wird die Ausstellung „Barocke Klosterarbeiten – ein Fenster zum Paradies“.

Vor sieben Wochen schloss das Städtische Kramer-Museum wie alle Museen landesweit zum Schutz vor der Verbreitung des Sars-CoV-2-Virus seine Türen und begab sich in Quarantäne. Die für den 22. März geplante Ausstellung „Barocke Klosterarbeiten – ein Fenster zum Paradies“ mit Arbeiten aus der Sammlung von Monika Lennartz musste verschoben werden. Doch hinter den geschützten Mauern des Museums wurden Pläne geschmiedet und fleißig gearbeitet, wie Kulturamtsleiterin Elisabeth Friese berichten kann.

Wie weit waren Sie mit der Ausstellung „Barocke Klosterarbeiten“, als die Schließung beschlossen wurde?

Elisabeth Friese Die Debatten zur Schließung der Museen, Bibliotheken und Schulen liefen ja schon eine Weile vorher, so dass wir vorgewarnt waren und mit dem Aufbau noch nicht begonnen hatten. Die Ausstellung „Barocke Klosterarbeiten“ mit Objekten aus der Sammlung von Monika Lennartz ist eine kleine, feine Präsentation, deren Aufbau nicht länger als eine Woche dauert. Frau Lennartz kommt – unter Einhaltung der Hygienevorschriften – in diesen Tagen ins Haus, um die Ausstellung vorzubereiten.

Wie sehen Ihre Pläne für die Wiedereröffnung, die ja nun seitens der Landesregierung möglich ist, aus?

Friese Wir werden am Sonntag, 17. Mai, dem Internationalen Museumstag, wieder öffnen. Dann wird auch die Ausstellung „Barocke Klosterarbeiten“ zu sehen sein. Wir eröffnen die Schau um 11.30 Uhr.

Wie werden Sie die vorgegebenen Hygienemaßnahmen in die Wirklichkeit eines Museumsbesuches umsetzen?

Friese Die Besucher müssen – wie überall in der Öffentlichkeit – einen Mundschutz tragen, um das Museum betreten zu können. Sie müssen sich registrieren lassen, also sich namentlich in eine Liste eintragen. Desinfektionsmittel werden wir bereitstellen, und ein „Spuckschutz“ für die Kasse ist auch schon in Planung. Ich werde versuchen, einige Einmalschutzmasken zu bekommen, um den Besuchern, die ihre Maske vergessen, aushelfen zu können, aber eigentlich ist das Mitnehmen der Maske ja eine Selbstverständlichkeit. Zur Einführung in die Ausstellung, die wir in der Paterskirche machen, sind maximal 25 Menschen zugelassen. Die Ausstellung, die ursprünglich ausschließlich in der ehemaligen Klosterpforte des Museums stattfinden sollte, werden wir in den Gang hinein entzerren. In dem kleinen Raum dürfen sich zeitgleich und mit dem bekannten Abstand von zwei Metern vier Besucher aufhalten. Allgemein gilt: Die Besucher dürfen sich überall aufhalten und bewegen, aber mit dem nötigen Abstand. Das alles ist ja für uns alle so neu und auch ein wenig schräg.

Sie und Ihre Mitarbeiter haben während der Zeit der Schließung weitergearbeitet. Wie sah das aus? Welche Arbeiten konnten Sie in dieser ruhigen Zeit tun?

Friese Wir haben in Wechselschichten gearbeitet, so dass einige Kollegen immer im Homeoffice, die anderen vor Ort waren. Unser Museum erfüllt eine ganz Reihe von Funktionen, hier finden auch zahlreiche Veranstaltungen statt. Wir haben schon vor längerer Zeit begonnen, mit der Förderung des Landschaftsverbands Rheinland und der Sparkassenstiftung Kreis Viersen ein neues Lichtkonzept im ganzen Museum zu installieren. Und unsere Techniker waren begeistert, dass sie nun in Ruhe die Vitrinen der Paterskirche für eine neue Präsentation der sakralen Objekte mit LED ausstatten können, arbeiten konnten, das sind ja knifflige Arbeiten. Das sieht sehr schön aus. Coronabedingt kam der Dimmer verspätet an. Die werden nämlich in China hergestellt. Da merkte man, wie abhängig wir von diesem Land sind. Außerdem überlegen wir, wie wir die Objekte im Sakralmuseum anders präsentieren können. Das wird bis zum 17. Mai aber noch nicht fertig sein.

Welche neuen Pläne haben Sie für die Zeit nach Corona?

Friese Ich stelle mir vor, auf die Homepage der Stadt regelmäßig ein „Objekt der Woche“ oder des Monats zu platzieren, wobei ein Werk aus der Sammlung oder auch ein Objekt, das noch nicht zu sehen war, vorgestellt wird. So eine Art Appetithäppchen. Aber jetzt geben wir mit den „Barocken Klosterarbeiten“ ein erstes Lebenszeichen.