Aktueller Stand der Sanierung der Straßen rund um den Blatendoop in Kempen

Rund um den Blatendoop : Altes Wohnviertel wird modernisiert

Im Kempener Wohnviertel rund um den Blatendoop ist bautechnisch derzeit Ruhe eingezogen. Im Frühjahr gehen die Arbeiten zur Modernisierung der Straßen weiter. Die Stadt investiert mehr als vier Millionen Euro.

Der Gehweg an der St.-Peter-Allee lässt so manchen Anwohner strahlen. Wo sonst ein 90 Meter langer Weg mit roter Asche das Bild bestimmte, sind es nun Betonpflastersteine, die unabhängig vom Wetter für eine problemlose Begehbarkeit der Strecke sorgen. Diese neue Pflasterung von einer Breite von 2,40 Meter ist derzeit das einzig Sichtbare, was im Nachhinein an die Baustelle erinnert, die bis vor einigen Wochen im Wohngebiet rund um den Blatendoop im Kempener Süden noch existierte. Alle anderen Arbeiten des ersten Bauabschnittes in diesem Bereich sind zwar ebenfalls gelaufen, aber da sie unter der Erde liegen, ist von ihnen nichts zu erkennen.

Schadenstechnisch gibt es nichts zu beklagen, was sich insbesondere auf die Linden an der St.-Peter-Allee bezieht. „Dort ist im Bereich der Hausanschlüsse ein so genanntes Liner-Verfahren eingesetzt worden, damit es keine Schäden am Wurzelwerk der Linden gab“, erklärt Torsten Schröder, Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Kempen, beim Ortstermin mit unserer Zeitung. Bei dieser grabenlosen Rohrsanierung wurden in die jeweiligen Hausanschlüsse Innenrohre eingezogen. „Das ist nun sozusagen ein Kanal im Kanal. Die Verkleinerung von fünf Millimeter spielt dabei keine Rolle“, erklärt Karl-Heinz Schmitz, verantwortlicher Mitarbeiter des Tiefbauamts für das Großprojekt.

Insgesamt liegen jetzt die ersten 95 Meter neuer Mischwasserkanal unter der St.-Peter-Allee sowie 295 Meter am Blatendoop in dem Teilbereich zwischen Vorster Straße und St.-Peter-Allee. Dazu kommen 60 Meter beziehungsweise 90 Meter Hausanschlüsse für die beiden Straßen. Die Stadtwerke Kempen nutzten die Tiefbauarbeiten und ließen an der St.-Peter-Allee eine neue Stromleitung mit verlegen.

Der Mischwasserkanal wurde insgesamt vergrößert. Im Blatendoop beträgt der Durchmesser nun 80 statt 60 Zentimeter und an der St.-Peter-Allee sind es Rohre mit 60 Zentimeter statt wie bislang 40 Zentimeter Durchmesser. Die Tiefbauarbeiten begannen im Frühjahr 2018 und endeten im Herbst 2019. „Wir liegen im Zeitplan. Bislang gab es keine Verzögerungen, und alles ist gut gelaufen“, sagt Torsten Schröder.

Fertig ist die Stadt Kempen in diesem Wohngebiet aber noch lange nicht. Mischwasserkanal und Hausanschlüsse werden in dem Wohnviertel auch in den anderen Straßen saniert. „Im späten Frühjahr 2020 beginnen wir mit den sechs Stichstraßen am Blatendoop. Insgesamt sind 280 Meter Kanal und 420 Meter Kanal für die Hausanschlüsse zu legen“, erklärt Karl-Heinz Schmitz. Auch hier gilt: Der Kanal aus den 50er-Jahren ist in die Jahre gekommen. Allerdings werden hier die Kanaldurchmesser nicht vergrößert. Die Anwohner der Stichstraßen können sich aber auf neue Gehwege freuen, und auch die Asphaltdecke der Straße wird erneuert.

Im kommenden Jahr beginnen zudem die Tiefbauarbeiten an der Saarstraße zwischen St.-Peter-Allee und der Eupener Straße. 165 Meter Mischwasserkanal mit einem Durchmesser von 60 Zentimeter – derzeit haben die Rohre einen Durchmesser von 40 Zentimeter – und 150 Hausanschlüsse müssen hier ausgetauscht werden. Der restliche Teil der Saarstraße zwischen Eupener Straße und Memelstraße folgt dann im Jahr 2021 mit 490 Meter Kanal, ebenfalls in einer vergrößerten Variante, und 220 Hausanschlüssen.

Bislang sind keine weiteren Arbeiten der Stadtwerkefür neue Stromleitungen geplant, was sich aber ändern könnte, wenn bei den Tiefbauarbeiten festgestellt wird, dass etwas nicht in Ordnung sein sollte. Wenn alle Tiefbauarbeiten abgeschlossen sind, sollen der Blatendoop und die St.-Peter-Allee neu ashaltiert werden. „Die Oberflächenschutzschicht ist der letzte Arbeitsgang im Jahr 2022. Vorher macht es aufgrund der Baufahrzeuge keinen Sinn“, sagt Schmitz.

Das gesamte Bauprojekt soll 2023 komplett abgeschlossen sein. Das Gesamtkostenvolumen beläuft sich für die Kanalarbeiten auf 1,6 Millionen Euro. Der Straßenbau schlägt mit 1,8 Millionen Euro zu Buche. „Dann haben die Anwohner für die nächsten 50 Jahre wieder Ruhe“, sagt Schröder.

Der Tiefbauamtsleiter lobt die gute Zusammenarbeit mit den Anwohnern und den ausführenden Firmen. Die Kommunikation habe gestimmt, und Absprachen hinsichtlich parkender Autos, Nutzung der eigenen Hauseinfahrten und dergleichen wurden auf unkomplizierte Art und Weise vor Ort geklärt. „Ich glaube, die Bauarbeiter sind alle zwei Kilogramm schwerer geworden, so gut war hier die Versorgung von Seiten der Anwohner mit Kuchen und Kaffee“, meint Schröder mit einem Lächeln.