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Ab Samstag gilt Maskenpflicht in Innenstädten von Kempen und Tönisvorst

Kreis Viersen bereitet sich auf Gefährdungsstufe 2 vor : Maskenpflicht in Kempen und Tönisvorst

Ab Samstag müssen Passanten in den Zentren von Kempen, St. Tönis und Vorst Mund-Nasen-Bedeckungen tragen. Am Freitag wurde der Inzidenz-Wert von 50 überschritten. Ab Dienstag gelten noch schärfere Corona-Reglen.

Wer die Zentren von Kempen, St. Tönis und Vorst besucht (oder dort wohnt), muss ab Samstag auch auf den Straßen eine Maske tragen. Das haben die beiden Städte am Freitagvormittag zusammen mit dem Kreis Viersen beschlossen. Grund dafür ist der Corona-Inzidenz-Wert: Dieser war in der Nacht zu Donnerstag im Kreis Viersen auf 45 Corona-Infizierte pro 100.000 Einwohner gestiegen – und hat damit den Schwellenwert von 35 überschritten. Also müssen die Kommunen schärfere Regeln erlassen, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen.

Wo gilt die Maskenpflicht?

Die Maskenpflicht gilt ab Samstag, 24. Oktober, rund um die Uhr innerhalb des Kempener Innenstadt-Rings: Thomasstraße, Burgwall, Möhlenwall, Tiefstraße, Kuhstraße, Burgstraße, Spülwall, Wambrechiestraße, Orsaystraße, Judenstraße, Hessenwall, Donkwall, Engerstraße, Neustraße, Rabenstraße, Klosterstraße, Studentenacker, Ellenstraße, Umstraße, Buttermarkt, Moosgasse, Schulstraße, Acker, Heilig-Geist-Straße, Franziskanerstraße, Kirchgasse, Kirchstraße, An Sankt Marien, Am Propsteigarten, Patersgasse, Alte Schulstraße, Oelstraße, Postgasse, Heinrich-Reck-Gasse, Peterstraße, Arnold-Janssen-Straße, Viehmarkt, Bockengasse sowie die Parkplätze P1 – P5, P8 – P10, P12 – P15, P17. In Tönisvorst gilt die Maskenpflicht – ebenfalls rund um die Uhr – auf der Hochstraße, dem Rathausplatz und Wirichs-Jätzke in St. Tönis sowie in Vorst auf dem Markt.

In Willich bleibt man dabei, keine Maskenpflicht einzuführen, da sich in den Innenstädten die Mindestabstände von 1,50 Meter einhalten ließen, so Stadtsprecher Michael Pluschke. „Zudem würden Vorschriften, die nicht sinnvoll sind, die Akzeptanz von Maßnahmen in der Bevölkerung schmälern.“ Auch in Grefrath gibt es keine Maskenpflicht auf den Straßen.

Wird die Einhaltung kontrolliert?

Kempens Stadtsprecher Christoph Dellmans hofft, „dass sich alle Kempener und Besucher an die Maskenpflicht in der Innenstadt halten“, empfiehlt aber angesichts der steigenden Corona-Zahlen, „auf freiwilliger Basis überall Maske zu tragen“. Die Maskenpflicht in der Fußgängerzone werde das Ordnungsamt verstärkt kontrollieren – wenngleich man zunächst nicht auf Bußgelder, sondern auf Ermahnungen der Maskenmuffel setzen werde. Ähnlich sieht es auch in Tönisvorst aus: Man werde in den kommenden Tagen Schilder aufstellen, die auf die Maskenpflicht hinweisen, sagt Tönisvorsts Kämmerin Nicole Waßen. Bis die Schilder stehen, werde der Ordnungsdienst freundlich auf die Maskenpflicht hinweisen, aber auch später wolle man auf die Einsicht der Bürger setzen und Bußgelder nur als letztes Mittel verhängen.

Inzidenz-Wert von 50 wird überschritten

Am Freitag stieg die Zahl der neuen bestätigten Fälle in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner auf 60 – und damit über den Schwellenwert von 50, der die Gefährdungsstufe 2 des Landes NRW auslöst. Grundlage ist allerdings nicht der vom Kreis Viersen berechnete Wert, sondern die Daten, die das Landeszentrum für Gesundheit NRW jeweils um 0 Uhr für den Kreis Viersen ausweist. Der Wert „50“ wird somit frühestens am Samstag, 24. Oktober, um 0 Uhr überschritten. Im Anschluss erlässt der Kreis Viersen die entsprechende Allgemeinverfügung und veröffentlicht diese im Amtsblatt – frühestens am Montagvormittag. Einen Tag später gelten die weitergehenden Regelungen – frühestens ab Dienstag, 27. Oktober, ab 0 Uhr.

Welche Regeln gelten ab Dienstag?

An Festen aus herausragendem Anlass – etwa Hochzeiten – außerhalb einer Wohnung dürfen höchstens zehn Personen teilnehmen. Bei Veranstaltungen sind innen und außen maximal 100 Personen zulässig; es sei denn, der Kreis Viersen lässt Ausnahmen auf Basis eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes zu. Der Betrieb gastronomischer Einrichtungen und der Verkauf alkoholischer Getränke ist von 23 Uhr bis 6 Uhr unzulässig.

Wie verbreitet sich das Virus im Kreis Viersen?

Die vergangenen Wochen machen deutlich: Auch ohne großen lokalen „Hotspot“ steigt die Anzahl der positiven Corona-Tests im Kreis Viersen stetig an. „Das Virus verbreitet sich nicht zuletzt durch viele kleinere Treffen im Privaten, an denen jeweils nur wenige Menschen teilnehmen“, sagt Dr. Barbara Nieters, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes in Viersen.

Wie ist die Lage in den Krankenhäusern?

Wie in allen Bereichen des öffentlichen Lebens steigen auch die Fallzahlen in den Krankenhäusern des Kreises Viersen. Aktuell sei ein knappes Dutzend Corona-Patienten in den Krankenhäusern im Kreisgebiet untergebracht – „glücklicherweise nur sehr wenige intensivmedizinisch“, so Kreissprecher Benedikt Giesbers. Allerdings gebe es immer wieder Patienten, die nur kurze Zeit in einem Krankenhaus seien und dann wieder entlassen oder in ein anderes Krankenhaus verlegt würden. „Ebenso gibt es immer wieder Pflegepersonal, das positiv auf das Virus getestet wird, ohne dass der Betrieb gefährdet ist oder sich ein größeres Cluster entwickelt.“