Aachener Bischof führt das neue Regionalteam für die Region Kempen-Viersen ein

Grefrath: Regionalteam hat den Segen des Bischofs

Bischof Helmut Dieser hat das neue katholische Regionalteam auf den Weg geschickt. In einem feierlichen Gottesdienst überreichte er die Ernennungsurkunden an das dreiköpfige Team, das den „Heute bei dir“-Prozess voranbringen soll.

Es ist eine gewisse Aufbruchstimmung in der Kirche St. Laurentius in Grefrath spürbar. Begleitet von Abordnungen der Schützen, der Pfadfinder, der Malteser und der Kolpingsfamilien ziehen der Aachener Bischof Helmut Dieser sowie der Regionalvikar Pfarrer Johannes Quadflieg und Gabi Terhorst, Vorsitzende des Regionalen Katholikenrates Kempen-Viersen, in die Kirche ein. Mit einem feierlichen Gottesdienst wird der  Prozess „Heute bei dir“ des Bistums für die Region Kreis Viersen offiziell in Gang gesetzt. Dabei handelt es sich um einen synodalen Gesprächs- und Veränderungsprozess im Bistum Aachen, den Bischof Dieser in seiner Silvesterpredigt 2017 ausgerufen hatte.

In verschiedenen Phasen, Gruppen und Foren sollen bis zum Jahr 2021 Meinungen und Vorschläge von Menschen aus dem gesamten Bistum gesammelt werden. Der Tenor: Wie muss sich Kirche verändern, um den gesellschaftlichen Veränderungen weiterhin gerecht zu werden?

„Heute darf ich in ihrer Mitte drei Personen als Regionalteam für die Leitung ihrer Region Kempen-Viersen beauftragen. Ein Priester, ein Pastoralreferent und eine ehrenamtliche Christin aus einer ihrer Gemeinden. Das ist etwas Neues, ein Mixed-Team an der Spitze der Region. Mann, Frau, Priester –  Hauptamtler und Ehrenamtlerin.“ So bringt es der Bischof auf den Punkt. Ein wirklich gemischtes Team, das in seiner Zusammensetzung Dinge von verschiedenen Seiten beleuchten und dementsprechend vielschichtig agieren kann. Neben Quadflieg und Terhorst gehört der Pastoralreferent Harald Hüller von der Gemeinschaft der Gemeinden Viersen Dülken mit zum Team. Wobei dieser beim Einführungsgottesdienst am Dienstagabend in Grefrath verhindert ist.

In seiner Predigt spricht der Bischof davon, dass Jesus kein Leisetreter war, sondern vielmehr eine tiefe eigene Überzeugung hatte, mit der er sich zeigte und für die er auch zu kämpfen wusste. Er war Insider in der Tradition seines Volkes, konnte mitreden und brachte die Dinge auf den Punkt. „Beides dürfen und sollen wir von Jesus übernehmen. Tiefe Überzeugungen haben, sie ausstrahlen, sich damit heraustrauen, auch wenn wir dafür Feuer kriegen oder Spott. Zugleich Insider sein, wirklich mitreden können, wenn es um das Leben geht, um den Glauben, wie er sich im Leben auswirkt, worauf es heute ankommt“, betont der Bischof. Es sind eindringliche Worte, die zeigen, wie ernst es ihm mit dem „Heute bei Dir“-Prozess ist.

  • Gemeinde Grefrath : Johannes Quadflieg wird neuer Regionalvikar

Der Bischof bringt seine Freude darüber zum Ausdruck, dass viele Menschen bereits positiv reagiert haben und mitmachen wollen. Für die Themenforen im November haben sich so schon rund 1000 Menschen angemeldet. Die Themenfeldgruppen haben sich gebildet, in denen mehr als 150 Personen zu den Themen des Prozesses arbeiten werden. „Ich bin beeindruckt, dass wir über 2000 Rückmeldungen, Anregungen und Zeugnisse bei unseren Gesprächen an den Küchentischen und bei meet & eat bekommen haben. Die werden jetzt ausgewertet und fließen in die Teilprozessgruppen ein“, sagt er.

Dann der feierliche Moment der Ernennung und der Urkundenüberreichung an Quadflieg und Terhorst mit einer herzlichen Umarmung seitens des Bischofs. Tiefe Ergriffenheit beim Regionalvikar und der Vorsitzenden des Katholikenrates. Ein Moment der Stille, der sich dann in einem starken Applaus seitens der Kirchenbesucher löst.

Das erste gemeinsame Treffen des neuen Regionalteams steht in der kommenden Woche an. Austausch und Aufgabenverteilung stehen auf dem Programm. „Wichtig ist ein offenes Ohr. Schauen, was die Menschen denken, und dort ansetzen, um Menschen für Kirche zu begeistern“, sagt Quadflieg mit Blick auf die künftige Arbeit.

Mehr von RP ONLINE