Werbering Kempen: 50 Jahre Werbering – Bilder und Texte

Werbering Kempen : 50 Jahre Werbering – Bilder und Texte

Eine Ausstellung in der Sparkasse zeigt die Geschichte des Werberings, die auch eine der Stadt Kempen ist.

1968 trafen sich Kempener Einzelhändler, um einen Werbering zu gründen. Den Händlern war schon damals klar, dass sie gemeinsam sich und ihre Interessen wesentlich besser positionieren konnten. Das galt nicht nur für innerstädtische Anliegen, sondern auch für ein besseres Auftreten im Umland. So ist der Werbering Kempen auch im 50. Jahr seines Bestehens sehr aktiv bei Tourismusbörsen oder geht jetzt den Weg in eine digitale Vernetzung. Gerade erst wurde die neue Homepage geschaltet, ebenso möchten viele Werberingmitglieder ihre Waren künftig auch im Internet anbieten.

Die Arbeit werde nicht einfacher, so Armin Horst, der seit 2014 Vorsitzender ist. Gemeinsam mit Gunnar Nienhaus von der Sparkasse eröffnete er am Dienstag eine Ausstellung, die vor allem mit vielen Zeitungsausschnitten die Geschichte des Vereins zeigt. Adrian Zirwes hat sich die Mühe gemacht, aus gesammelten Zeitungsausschnitten und alten Plakaten eine Schau zu machen, die auch ein großes Stück Stadtgeschichte beinhaltetet. Von Schreibwarenhändler Rolf Beckers hatte er viel Material bekommen. Schon beim ersten Durchsehen sei er selber oft bei Themen hängen geblieben.

Und die sind oft noch aktuell, fügte Horst hinzu. Denn immer noch wünschen sich die Kempener wieder einen Lebensmittelhändler in der Stadtmitte, ebenso ein weiteres Sportgeschäft. Aber dafür sind seitens der Unternehmen große Fläche gefragt. Hier tut sich für den Werbering gemeinsam mit dem Stadtmarketing der Verwaltung ein weiteres Feld auf. Ebenso ist es eine große Aufgabe, die Nutzung von verkaufsoffenen Sonntagen zu vereinheitlichen. Das ist viel Arbeit, die vom Vorstand nur mit großem Einsatz zu bewältigen ist. Die Vorbereitung von Gesprächen mit der Verwaltung oder die Organisation der Feste nehmen einige Zeit in Anspruch. Gerade bei den Festen hat sich die Händlergemeinschaft immer wieder etwas einfallen lassen, wie die Ausstellung zeigt. Sie sind größer geworden und locken inzwischen auch sehr viel Publikum aus dem Umland, dem Ruhrgebiet und den Niederlanden an. Seit einigen Jahren bedient sich der Verein dabei der Unterstützung professioneller Veranstaltunger.

Was nie aufgegeben werden darf, ist die beliebte Weihnachtsverlosung. Da waren sich alle Vorstandsmitglieder einig. Denn von Anfang an war sie in der Vorweihnachtszeit ein Selbstläufer. 1968 war der Hauptpreis ein VW-Käfer im Wert von 4000 Mark, heute werden jedes Jahr rund 20.000 Euro in Form von Barpreisen für die Hauptgewinner und Gutscheinen für den örtlichen Handel und die Gastronomie ausgelost. Über 100.000 Loskarten sind es wohl, die sich am Ende in der großen Trommel befinden. Aber auch diejenigen, die keinen Gewinn erhalten haben, profitieren von der Weihnachtsverlosung. Denn aus den Überschüssen hat der Werbering in den letzten Jahren auch zum Beispiel die Beschilderung des historischen Stadtrundganges finanziert oder auch die beliebten Bronzespieltiere in den Fußgängerzonen.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Vorsitzenden alle relativ lange im Amt waren, obwohl sie alle einen eigenen Geschäftsbetrieb hatten. Am Anfang waren es 34 Händler, die 1968 Willi Kleinebrecht zum Vorsitzenden wählten. Ihm folgte 1972 Rudi Wilmen, ihn löste der heutige stellvertretende Bürgermeister Otto Birkmann 1979 ab. Ab 1982 führte Josef Schmitz die Geschicke des Vereins. Danach übernahm 1987 Herbert Krahn die Führung. Ihm folgte 1998 Reinhard Stein. Seit 2014 ist Armin Horst Vorsitzender. Inzwischen ist der Verein angewachsen auf 110 aktive Händler und siebzig Fördermitglieder.

Nimmt man sich die Zeit, die Artikel in der Ausstellung zu lesen, findet man nicht nur viele bekannte Namen sondern lebt auch 50 Jahre Stadtgeschichte nach. Was gab es für Diskussionen über das Horten-Kaufhaus in Kempen? Das sollte sogar eine Dachgarage als Parkplatz bekommen. Oder es gab einen legendären Auftritt von Uschi Glas, Dieter Thomas Heck und Camillo Felgen in Kempen. An der Stadtgeschichte möchte der Verein auch künftig aktiv mitarbeiten. Er setzt sich zum Beispiel für den Erhalt des Schwimmbads ein oder auch dafür, dass in Kempen ein weiteres Hotel, möglichst in der Stadt, angesiedelt wird.

Der Werbering feiert sein Jubiläum vom 31. August bis 2. September mit einem Fest auf der Burgwiese.

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