Stadt Kempen: 450 Besucher waren restlos begeistert

Stadt Kempen: 450 Besucher waren restlos begeistert

Der Kolping Elferrat beschenkte sich zum 70. Geburtstag selbst mit einer fast fünfstündigen Power-sitzung. Der Kolpingsaal war anno 2017 ein närrisches Tollhaus.

Im Kolpinghaus reihte sich am Samstag bei der Jubiläumssitzung des 11er Rates der Kolpingfamilie Kempen ein Höhepunkt an den anderen. Die rund 450 Narren erlebten eine Sitzung voller Temperament, voller Herzblut und mit vielen Überraschungen. Dabei waren die tänzerischen Darbietungen herausragend, aber auch die Musik kam an. Das Publikum ging von der ersten Minute an prächtig mit.

Schon der Einzug des "hüpperschen Prinzenpaares" mit der Prinzengarde und gekonnter musikalischer Begleitung wurde rasch zum Triumphmarsch. Rot- und Blau Kempen Helau schallte es durch den Saal, und Prinz Rainer lud die Narren zum Mitfeiern ein. Der Jubiläumsorden des Kolping-Elferrates wurde unter anderem an das Prinzenpaar verliehen. Den Orden erhielt auch das Urgestein aus Kempen in der Bütt, der fast 80- jährige Fritz Esser, der stets als "der Mann mit dem Koffer" unterwegs war. Die Prinzengarde und die Tanzmariechen tanzten sich in die Herzen der Besucher, die bald auf ihren Stühlen standen und Zugaben forderten.

Dann wurde es richtig fetzig und musikalisch unterhaltsam. Die Brass- und Performanceband "Druckluft" in ihren bunten Anzügen und Kleidern gehörte zum Höhepunkt der Sitzung. Die jungen Musiker aus Bonn erwiesen sich als Volltreffer. Immer in Bewegung, Tempowechsel, Konfettischüsse in den Saal, die tanzende und spielende Band auf der Bühne, die jugendliche Leichtigkeit und die Art der Kommunikation mit dem Publikum bescherte der Band Jubelstürme und Zugaberufe.

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Der Höhepunkt am Ende war das Geigensolo einer jungen Musikerin mit "Viva Colonia." Diese Band war ein Augen- und Ohrenschmaus. Und dass Musiker auf Schultern durch den Saal getragen werden, sieht man auch nicht alle Tage im Kolpinghaus. Die Jugendtanzgruppe der Höppemötzjer, fast 50 Jahre alt, doch jung, attraktiv und erfolgreich geblieben, begeisterte die Besucherschar mit prächtigen Schaubildern, Hebefiguren und "fliegenden Tänzerinnen" auf der fast zu kleinen Kolpingbühne. Herausragend waren die Choreographie und die tänzerische Leichtigkeit.

Ein Altmeister der Wortakrobatik stand im Frack auf der Bühne mit dem "Lustigen Rheinländer" (Hans-Jürgen Pinter). Er bescheinigte den Kempenern, dass in der Altstadt der "Humor auf der Straße liegt." Seine Hommage an das Kölner Urgestein in der Bütt, Hans Hachenberg, war ein Meistervortrag, auch in Gestik und Mimik. Pinter erwies sich als "Schnellsprecher der Extraklasse". Der absolute Höhepunkt war jedoch der Auftritt der High Energy Showtanzgruppe, dem mehrfachen deutschen Meister im karnevalistischen Showtanz. Das Publikum raste vor Begeisterung auch noch weit nach 23 Uhr, denn ihre tänzerische und musikalische (Sängerin, die über die Tische stieg) nach dem "Planten Karneval" mit dem Raumschiff High Energy entpuppte sich als "tänzerisches Spektakel" auf der Bühne mit dem Prädikat "Extraklasse." Das war ein nicht alltägliches Tanzerlebnis für die Narren, die den Beifall zum Orkan werden ließen. Da war auch Sitzungspräsident Peter "Larry" Wolters hingerissen.

(mab)
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