Stadt Kempen: 350 Kempener Berufsschüler demonstrieren für Menschenrechte

Stadt Kempen : 350 Kempener Berufsschüler demonstrieren für Menschenrechte

Die Schüler des Rhein-Maas-Berufskollegs in Kempen mit ihrem Religionslehrer Pfarrer Roland Kühne sind beharrlich. Bereits zum siebten Mal sind rund 350 von ihnen am Tag der Verleihung des Friedensnobelpreises nach Berlin gereist, um zwei Stunden lang vor der chinesischen Botschaft gegen die Inhaftierung des chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo zu demonstrieren. Der Schriftsteller tritt seit Jahren als unermüdlicher Kritiker für mehr Bürgerrechte und Demokratie in seinem Heimatland China ein. Dies hat ihm eine Verurteilung zu elf Jahren Haft eingebracht. Eine Ausreise zur Verleihung des Friedensnobelpreises wurde ihm seinerzeit verwehrt.

Unterstützt werden die Schüler vom CDU-Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer, von Tienchi Martin-Liao, der Vorsitzenden des chinesischen PEN-Zerntrums sowie von Helmuth Frauendorfer, dem stellvertretenden Direktor der Gedenkstätte Berlin-Höhenschönhausen, die an den Umgang der DDR mit Andersdenkenden erinnert. Ebenfalls wurde die Aktion durch eine Botschaft vom evangelischen Bischon von Berlin-Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz, Markus Dröge, unterstützt. Das Engagement für Menschenrechte gehört für Pfarrer Kühne und seine Schüler zum Schulprogramm im Religionsunterricht. Dies zeigt sich immer wieder in eindrucksvollen Gottesdiensten der Schüler oder Veranstaltungen. Nach Berlin haben sie den bei der Friedensnobelpreisverleihung leer gebliebenen Stuhl des Preisträgers in übergroßer Form mitgenommen. Außerdem wurden Texte von ihm und seiner unter Hausarrest stehenden Frau vorgelesen. Gemeinsam mit Amnesty International forderten die Schüler ebenfalls die Freilassung des in China zu lebenslanger Haft verurteilten Menschenrechtsaktivisten Ilham Tohti. Am 23. September 2014 wurde Tohti wegen Separatismus zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Professor für Wirtschaftswissenschaften kritisiert seit Jahren den Umgang der chinesischen Regierung mit der vornehmlich muslimischen uigurischen Minderheit, der er selbst angehört.

(sr)
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