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25 Jahre Hospizgruppe Grefrath

Grefrath : Grefrather Hospizgruppe: Dem Tod den Schrecken nehmen

Die Gruppe „Klaus Hemmerle“ wird 25 Jahre alt. Im Mai wird das Jubiläum gefeiert. Die Mitglieder wollen für Lebensqualität auch am Lebensende sorgen.

Zu den vielen Aufgaben des Grefrather Malteser Hilfsdienstes gehört der ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst mit der Trauerbegleitung. Ida Koch, Christoph Reulen und Lothar Kemski hatten im Mai 1994 die Idee der Gründung der  Hospizgruppe „Klaus Hemmerle“. 23 Interessierte kamen damals zum Auftakt, wollten ihren Beitrag leisten, besser mit dem nahen Tod ihrer Angehörigen umzugehen, weil nun einmal das Sterben genauso zum Leben dazugehört wie die Geburt. Jetzt wird am 11. Mai das 25-jährige Bestehen gefeiert.

   Gerade stellten im Malteser-Haus an der Mülhausener Straße 29 die Verantwortlichen die Gruppe und das Jubiläumsprogramm vor. Nach wie vor war als Ortsbeauftragter Lothar Kemski (67) dabei, der sich noch genau an die Anfänge erinnerte. Seine damalige Botschaft: „Wir wollten den Menschen in Grefrath und Umgebung Lebensqualität am Lebensende schenken und mithelfen, mit Krankheit, Sterben, Tod, Trauer und Abschied besser umzugehen.“ Der Auftaktveranstaltung schlossen sich entsprechende Seminare und Gruppenabende an.

 Das sind die zertifizierten Hospiz-Mitarbeiter. Sie stehen sterbenskranken Menschen und ihren Angehörigen bei.
Das sind die zertifizierten Hospiz-Mitarbeiter. Sie stehen sterbenskranken Menschen und ihren Angehörigen bei. Foto: Axel Küppers
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    Zwei Jahrzehnte lang war bis 2014 Ida Koch die Koordinatorin der Hospizgruppe, die dann von Renate Land abgelöste wurde. Sie  kommt aus Moers und ist mehrfach ausgebildete Palliativ-Care-Fachkraft. Der Dienst wurde im Laufe der Zeit auf den gesamten Kreis Vieren ausgedehnt, sogar bis Wachtendonk. Einen „Ableger“ gibt es mittlerweile auch bei den Maltesern an der Kempener Verbindungsstraße 27, dort koordiniert Astrid Ruland die Aufgaben.

    „Derzeit haben wir 35 Helferinnen und Helfer, 26 in Grefrath und neun in Kempen“, bilanzierte Renate Land. Sie sind zwischen 28 und 82 Jahre alt. Die älteste Ehrenamtlerin ist die 82-jährige Grefratherin Christa Leyendeckers, die mit anderen seit dem Anfang dabei ist. „Es wäre schön, wenn wir noch mehr jüngere Ehrenamtler hätten und vor allem mehr männliche“, sagt Renate Land, Denn derzeit sind es nur vier Männer.

  Gerade findet ein sogenannter „Befähigungskurs“ in Kempen statt; im zweiten Halbjahr soll es in Grefrath weitere Kurse geben. Dieser umfasst insgesamt neun Einheiten, von jeweils drei Stunden. Darüber hinaus treffen sich die Helfer und Helferinnen regelmäßig zu Gruppengesprächen, um selbst das Erlebte besser zu verarbeiten. Dafür stehen auch einige Supervisoren bereit.    „Wir wollen weiterhin dazu beitragen, dass dem Tod ein wenig von seinem Schrecken genommen wird, dass man sich dem Sterbenden zu und nicht abwendet“, darin sind sich Renate Land  und Lothar Kemski einig. Wie auch der 37-jährige stellvertretende Ortsbeauftragte Sven Verheyden. „Sven verkörpert bei uns die Jugend“, sagt schmunzelnd Lothar Kemski.

    Wer erste Informationen über den ambulanten Hospizdienst haben möchte, kann die Nummer 02152 9590 420 oder -410 anrufen. Wer keinen zunächst fremden Trauerbegleiter haben möchte, sondern dies selbst mit anderen Angehörigen regeln will, dafür bietet die Gruppe einen Kurs in „Letzter Hilfe“ an, bei dem ein Basiswissen vermittelt, Folgen der Sterbeprozesse aufgezeigt oder Infos über Patientenverfügung oder Vorsorgevollmachten gegeben werden. „So einen Kurs werden wir in der zweiten Jahreshälfte wieder in Grefrath durchführen“, äußert Renate Land. Natürlich gibt es dazu auch eine entsprechende Literatur. Die Verantwortlichen empfehlen das Werk von Georg Bollig, Andreas Heller und Manuela Völkel: „Umsorgen von schwer erkrankten und sterbenden Menschen am Lebensende.“

    Es gibt sogar unter der Leitung von Nicole Füngerlings ein „Trauerwandern“, so wieder am 13. April in Grefrath, bei dem Angehörigen ins Gespräch kommen können. Und regelmäßig, so wieder am 29. April und 20. Mai, ein „Trauerfrühstück“ im Oedter Altenzentrum, Oststraße 9, von jeweils 9 bis 10.30 Uhr. Dazu wird in beiden Fällen um entsprechende Anmeldungen im Malteserbüro gebeten (02152 9590 420).