1056 Menschen ließen sich bei der DKMS-Typisierungsaktion für Christoph Stolz in Grefrath registrieren.

Grefrath : Typisierung: Über 3000 Wattestäbchen für Christoph

1056 Menschen ließen sich bei der Typisierungsaktion für Christoph Stolz registrieren. Zudem spendeten die Bürger 7920,79 Euro, damit die Proben typisiert werden können.

„Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Jennifer Stolz und lässt den Blick durch das Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in Grefrath schweifen. Eine lange Schlange hat sich am hinteren Eingang gebildet. Menschen unterschiedlichen Alters wollen allesamt in die Fahrzeughalle. Statt der knallroten Fahrzeuge bestimmen 14 Tische den Raum, an denen rege Beschäftigung herrscht. Helfer nehmen Daten auf, geben steril verpackte Wattestäbchen heraus und erklären die Vorgehensweise mit den Stäbchen. Die Registrierungsaktion der DKMS für Christoph Stolz ist angelaufen.

Auch der Grefrather Pfarrer Michael Marx gehört zu den Menschen, die sich mittels Mundschleimhautabstrich registrieren lassen wollen. „Das ist wie Zähneputzen“, kommentiert er das Hantieren mit den Wattestäbchen. Drei Wattestäbchen sind insgesamt für den Wangenabstrich pro Person nötig. Ein jedes Stäbchen wird für jeweils eine Minute über die Schleimhäute im Mund geführt. An den Tischen laufen die Eieruhren wie auch Smartphones der Helfer mit Stoppuhrfunktion. Ist die Zeit herum, folgt das nächste Stäbchen. Alle drei werden danach zusammen mit den Daten eines jeden potenziellen Stammzellenspenders eingetütet und der DKMS zugeführt.

35 Euro kostet eine jede Typisierung, bei der die Gewebemerkmale bestimmt werden, über die ein möglicher Stammzellenspender für einen an Blutkrebs erkrankten Menschen gefunden werden kann. Um auch Geld für diese Typisierungen zu sammeln, die nicht von den Krankenkassen übernommen werden, steht in unmittelbarer Nähe des großen Kuchenbüfetts auch eine Spendenbox, die von vielen gefüttert wird. „Ich möchte einfach anderen Menschen helfen. Beim 24-Stunden-Schwimmen, wo meine Mutter sich hat registrieren lassen, hat es bei mir nicht geklappt. Dafür aber jetzt“, sagt Sarah Wolters, die zusammen mit ihrer Mutter in der Warteschlange steht.

„Ich bin selber Familienvater und möchte helfen. Jedes Wattestäbchen hilft“, bemerkt Patrick Wenzel. Christian Ebermann ist seit 18 Jahren registriert. „Damals wurde für die Frau eines Schulkollegen gesucht und dann auch gefunden“, erinnert er sich. Heute lässt sich seine Frau Astrid ebenfalls in die Kartei vom DKMS aufnehmen. Knapp acht Stunden Fahrt liegen hinter Paul Klora. Er und sein Vater Erwin sind aus Bad Tölz angereist. „Mein Vater und Christophs Vater sind seit Jahrzehnten beste Freunde. Wir fühlen uns wie eine Familie, und daher war es uns wichtig, heute hier vor Ort zu sein und unsere Zugehörigkeit zu zeigen“, sagt Paul Klora, der sich gerade hat registrieren lassen.

Sein Vater ist bereits registriert. „Ich kann es nicht in Worte fassen. Mein Dank gilt den Menschen, die sich durch eine Registrierung für an Blutkrebs erkrankte Menschen einsetzen und möglicherweise ein Leben retten. Und mein Dank gilt allen, die hier helfen und die Aktion dadurch erst möglich machen. Das ist mehr als bemerkenswert“, sagt Christoph Stolz, der zeitweise selber im Feuerwehrgerätehaus vor Ort ist. Während sich Erwachsene registrieren lassen, toben Kinder auf der Hüpfburg, lassen sich schminken und nutzen die angebotenen Spiele. Es wird gegrillt sowie Kaffee und Kuchen genossen – es herrscht eine Atmosphäre wie bei einem großen Familienfest.

Absolute Freude herrscht, als die 1000er-Marke geknackt ist, dann setzt der Jubel ein. 1056 Menschen sind es letztendlich, als die Registrierungsaktion abgeschlossen ist. An Spenden sind dabei 7920,79 Euro eingegangen. Geld, mit denen die Gewebemerkmalbestimmungen durchgeführt werden können. „Ich bin völlig überwältigt“, fasst es Jennifer Stolz in einem Satz zusammen. Zeitgleich verweist die Schwester des Erkrankten auf den 11. Mai. Von 10 bis 15 Uhr wird eine weitere Typisierungsaktion im Gemeinderaum der Evangelischen Kirche Viersen an der Hauptstraße 120 in Viersen stattfinden. In Viersen ist eine 52-jährige Frau ebenfalls an Blutkrebs erkrankt und sucht einen Spender. Jedes Stäbchen zähle und das für jeden an Blutkrebs erkrankten Menschen, betont Jennifer Stolz.

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